OTS0129   18. Juli 2011, 14:03

Berlakovich: Grüner Bericht zeigt Notwendigkeit von starker EU-Agrarpolitik auf

Trotz momentaner Einkommenszunahme erfordern extreme Volatilität und steigende Betriebsmittelkosten Sicherheitsnetz


"Nach einem dramatischen Einbruch der Bauerneinkommen
um 28% im Jahr 2009 konnten im vergangenen Jahr wieder Zuwächse
verzeichnet werden. Diese Steigerung reicht jedoch keinesfalls aus,
um wieder auf das Niveau von 2007 und 2008 zu kommen, und ist daher
noch lange kein Grund zum Feiern. Die Ergebnisse der letzten Jahre
mit ihren massiven Einkommensschwankungen belegen außerdem, wie enorm
wichtig die Absicherung einer finanziellen Basis und eines
Sicherheitsnetzes im Rahmen der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik
(GAP) ist. Außerdem sind Maßnahmen zur Eindämmung der
Preisvolatilität dringend erforderlich. Ferner darf nicht vergessen
werden, dass die Betriebsmittelkosten immer höher werden und die
bäuerlichen Betriebe belasten", betont Landwirtschaftsminister
Nikolaus Berlakovich anlässlich der Erstellung des "Grünen Berichts
über die Situation der österreichischen Land- und Forstwirtschaft".
Die Ergebnisse von 2.237 freiwillig buchführenden land- und
forstwirtschaftlichen Betrieben weisen für das Jahr 2010 eine
durchschnittliche Steigerung von 20,3 Prozent auf 22.863,- Euro je
Betrieb auf.

Für diese Entwicklung verantwortlich waren im Wesentlichen die
höheren Preise für Getreide, Öl- und Eiweißfrüchte sowie Hackfrüchte.
Auch im tierischen Bereich sind die Einnahmen vorwiegend aufgrund des
höheren Milchpreises gestiegen. Bei Rindern und Geflügel gab es eine
positive Entwicklung, bei Schweinen wurden stagnierende Erträge
ermittelt. Im Obstbau wurde die Ernte aufgrund der Witterung negativ
beeinflusst. Auch im Weinbau war gegenüber 2009 eine niedrigere
Erntemenge feststellbar, die gestiegenen Preise führten jedoch zu
höheren Einnahmen. Bei der Forstwirtschaft resultierte der im
Vergleich zum Vorjahr höhere Holzeinschlag in einer deutlichen
Ertragssteigerung.

Der Aufwand bei Futtermitteln, Energie, Pacht- und Mietaufwand,
Instandhaltung sowie Personalaufwand stieg um 3%. Geringere Ausgaben
gab es bei Düngemitteln und Fremdkapitalzinsen.

Die Bekanntgabe der aktuellen Einkommensergebnisse fällt in die
sehr heftig geführte Diskussion über die nächste Finanzperiode 2014
bis 2020 der Europäischen Union. Dabei gibt es Begehrlichkeiten von
allen Seiten, die nach derzeitigem Stand der Dinge eine schmerzliche
Kürzung mit sich bringen würden. "Ich kämpfe mit vollem Einsatz, dass
unsere Bäuerinnen und Bauern ihre zukunftsträchtigen Arbeit
fortsetzen würden", so Berlakovich. "Die heimischen Bäuerinnen und
Bauern brauchen ausreichende Ausgleichszahlungen, um die von der
Gesellschaft geforderten, vielfältigen Aufgaben weiterhin erfüllen zu
können. Unsere Bäuerinnen und Bauern stellen unter anderem
hochqualitative und leistbare Lebensmittel her, pflegen die heimische
Kulturlandschaft und produzieren erneuerbare Energie. Das gibt es
nicht zum Nulltarif und das muss der gesamten Gesellschaft auch etwas
wert sein", so Berlakovich.

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