- 13.07.2011, 12:40:11
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AK zu Green Jobs: Die "Jobs der Zukunft" müssen besser werden
Grün anstreichen allein reicht nicht: AK fordert Qualitätsoffensive für Green Jobs
Wien (OTS) - Der Landwirtschaftsminister wird nicht müde für die
angebliche Job-Maschine "Green Jobs" zu trommeln. "Doch entscheidend
für die Jobs der Zukunft ist nicht das Etikett "Green" sondern die
Frage, ob es sich um gute und zumutbare Arbeitsplätze handelt", so AK
Umwelt-Ökonom Thomas Ritt zur heutigen Vorstellung neuer Green
Job-Zahlen. Gute Arbeitsplätze sind so bezahlt, dass die
Beschäftigten davon leben können. Gute Arbeitsplätze machen die
Beschäftigten nicht krank. Und gute Arbeitsplätze bieten
Entwicklungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten für die Beschäftigten,
so Ritt weiter. Ein Großteil der sogenannten Green Jobs erfüllen
diese Kriterien nicht - viele dieser Jobs gehören sogar zu den
schlechtesten, die am österreichischen Arbeitsmarkt zu finden sind.
Neben schönen Zahlenspielereien braucht es vor allem eine
Qualitätsoffensive für viele der bereits bestehenden Green Jobs.
So werden bisher viele Arbeitsplätze zu den Green Jobs gezählt, die
nur am Rande etwas mit Umweltschutz zu tun haben, etwa eine
Handels-Mitarbeiterin die Biojoghurts in ein Regal einschichtet oder
eine Reinigungskraft, die mit einem Staubsauger saugt, dessen Strom
im Ökohotel aus Photovoltaik (Green Job in Dienstleistung) kommt.
Dazu kommen viele, die so wenig bezahlt bekommen, dass sie kaum von
ihrem Gehalt leben kann. Und wer von seiner Arbeit nicht leben kann
und keine Perspektive im Job hat oder sogar durch die Arbeit
gefährdet wird, dem ist völlig egal welches Mascherl der
Landwirtschaftsminister an seinen Job hängt. Die Arbeit der Zukunft
braucht mehr Qualität und nicht mehr Ökoschmäh.
Mit Green Jobs allein wird Österreichs Umwelt noch lange nicht
sauberer, so Ritt weiter. "Viele Green Jobs sind auch ein Zeichen für
eine schlecht Umweltpolitik." "Denn wenn etwa viel Abfall von
tausenden Green Jobbern händisch sortiert werden muss, heißt das nur,
dass die Politik die Weichen nicht rechtzeitig auf Müllvermeidung
gestellt hat."
Gute Jobs, die auch der Umwelt nützen, gibt es durchaus, wenn weiter
in thermische Sanierung oder den öffentlichen Verkehr investiert
wird. Denn weitere Investitionen in die thermische Sanierung sind
nicht nur langfristige Investitionen in den Klimaschutz. "100
Millionen für Fernwärme, Niedrigenergiewohnungen und thermische
Sanierungen bringen über 7.300 neue, meist gute Arbeitsplätze", so
Ritt. Die Mieter der sanierten Wohnungen haben außerdem Vorteile
durch niedrigere Heizkosten.
Rückfragehinweis:
AK Wien Kommunikation
Ute Bösinger
Tel.: (+43-1) 501 65-2779
mailto:[email protected]
wien.arbeiterkammer.at
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