- 13.07.2011, 09:04:09
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Greenpeace-Report: Nike und Adidas handeln mit "Schmutziger Wäsche"
Chinesische Textilzulieferer bekannter Modelabels setzen gefährliche Chemikalien frei
Peking/Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat
heute den internationalen Bericht "Schmutzige Wäsche" veröffentlicht.
Dieser gibt einen Einblick in die Belastung chinesischer Flüsse durch
die Textil-Produktion internationaler Markenhersteller.
Greenpeace-Analysen von Abwasser-Proben an zwei bedeutenden
Textilfabriken im Jangtse- und Pearlfluss-Delta belegen eine große
Anzahl hormonell wirksamer oder giftiger Chemikalien. Millionen
Menschen beziehen ihr Trinkwasser aus den Flüssen, fischen und nutzen
das Flusswasser für die Landwirtschaft. Beide Fabriken beliefern die
Schwergewichte der Sportartikelbranche: Nike und Adidas sowie eine
Reihe weiterer internationaler Marken. Greenpeace-Aktivisten
protestierten heute an den weltgrößten Geschäften von Adidas und Nike
in Peking mit dem Kampagnenlogo "Detox our waters" (Entgiftet unsere
Gewässer). Greenpeace fordert die Marktführer auf, auch beim
Umweltschutz sportlichen Ehrgeiz zu beweisen und gefährliche
Chemikalien aus der Produktion zu verbannen.
"Wie viele andere bekannte Textilmarken werben Nike und Adidas mit
der Kombination aus Sport und Wellness. Es hat jedoch herzlich wenig
mit Gesundheit zu tun, hochgiftige Substanzen in chinesische Flüsse
einzuleiten. Die betroffenen Markenhersteller müssen sofort aktiv
werden und die problematischen Bestandteile aus ihrer Lieferkette und
aus ihren Produkten entfernen", fordert Claudia Sprinz,
Greenpeace-Konsumentensprecherin. Diese Forderung resultiert aus
einer über Jahre dauernden Recherche zur Wasserverschmutzung in
China.
Die Bekleidungsindustrie ist eine der wasserintensivsten Branchen
überhaupt. Für ein Kilo Stoff werden bis zu 100 Liter Wasser
verbraucht. Textilien werden mehrmals gewaschen, bevor sie im Laden
liegen. In T-Shirt oder Trikot sollen sich möglichst wenige
Rückstände der mehreren tausend Chemikalien finden, die zum Färben,
Bedrucken und Imprägnieren eingesetzt werden können. Diese zum Teil
gesundheitsschädlichen Chemikalien bleiben im Abwasser der Fabrik.
Selbst moderne Kläranlagen können sie nicht vollständig filtern.
Greenpeace hat in den Abwasserproben Azofarbstoffe, Schwermetalle
und andere Schadstoffe mit gefährlichen Eigenschaften nachgewiesen.
Unter anderem wurden organische Chemikalien wie Nonylphenol und
perfluorierte Substanzen festgestellt, die hormonell wirksam sind und
sich in der Nahrungskette anreichern können. Viele dieser Chemikalien
dürfen in Europa nicht eingesetzt oder in Flüsse eingeleitet werden.
Nicht eine einzige der im Report erwähnten Marken verfügt über einen
lückenlosen Überblick, welche Chemikalien während des
Produktionsprozesses der jeweiligen Produkte verwendet und frei
gesetzt werden.
Millionen Menschen beziehen ihr Trinkwasser aus dem Jangtse und
dem Pearlfluss, fischen und nutzen das Flusswasser für die
Landwirtschaft. "Unsere Ergebnisse zeigen nur eine Momentaufnahme und
sind beispielhaft für ein viel größeres Problem. Weltweit werden
gefährliche Chemikalien von der Textilindustrie in die Gewässer
eingeleitet. Das hat schwerwiegende, langfristige und weitreichende
Auswirkungen auf Mensch und Natur", sagt Claudia Sprinz.
Die Chemiefracht aus der Industrie in Chinas Gewässern ist hoch:
70 Prozent der Flüsse und Seen gelten als verschmutzt, Umweltauflagen
werden unzureichend kontrolliert. Erst durch öffentlichen Druck sind
Textilfirmen dazu übergegangen, ihre Produktion ökologisch zu
optimieren. Einige wenige Substanzen stehen auf firmeneigenen
schwarzen Listen. In der Praxis scheint die Abwasserproblematik
jedoch ein blinder Fleck zu sein. "Die Lösung für das Problem wäre
die Einführung eines umfassenden Chemikalien-Managements. Damit wären
diese Unternehmen in der Lage, den Einsatz von gefährlichen
Substanzen in ihrer Lieferkette systematisch zu beobachten, zu
reduzieren und zu entfernen", ergänzt Sprinz.
Weitere Informationen:
marktcheck.greenpeace.at/detox.html
Rückfragehinweis:
Greenpeace CEE
Claudia Sprinz, Konsumentensprecherin Greenpeace, 0664 612 67 31
Melanie Beran, Pressesprecherin Greenpeace, 0664 612 67 18
www.greenpeace.at
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