- 12.07.2011, 10:53:46
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"Einbruchdiebstahl-Opfer-Studie": Psychische Folgen wiegen oft schwerer als Verlust von Gegenständen - BILD

Wien (OTS) - Durchschnittlich werden in Österreich jeden Tag mehr
als vierzig Einbrüche verübt. Wie die aktuelle Studie zeigt, spielt
bei den Opfern nicht nur der Verlust persönlicher Gegenstände eine
Rolle, sondern insbesondere auch das Schockerlebnis über das
Eindringen Krimineller in die Intimsphäre der eigenen vier Wände. Der
Verband startet daher mit einer österreichweiten Initiative, um
Bewusstsein für Präventionsmaßnahmen im Bereich von Gewohnheiten und
Verhalten zu schaffen.
"Die Zahl der angezeigten Einbruchsdiebstähle in Wohnungen und
Einfamilienhäuser ist mit 14.646 Fällen in Österreich nach wie vor
hoch", erläutert VVO Präsident Dr. Wolfram Littich. "Abgesehen von
materiellen Schäden bleibt den Geschädigten das abhanden gekommene
Sicherheitsgefühl und das Wissen, dass jemand unbefugt in die eigenen
vier Wände eingebrochen und in die Privatsphäre eingedrungen ist",
erklärt Littich.
Größter Schaden: Fehlendes Sicherheitsgefühl
Für die Betroffenen ist das Vorfinden aufgebrochener Türen,
durchwühlter Schränke und Schubladen ein Schock. Bestätigt wird dies
auch durch eine aktuelle Befragung des KFV (Kuratoriums für
Verkehrssicherheit) unter Einbruchsopfern, wonach 38 Prozent der
Betroffenen die Vorstellung, dass ein Fremder in ihre Privatsphäre
eingedrungen ist als schlimmsten Aspekt der Tat empfanden, gefolgt
vom Eindringen in einen geschützten Raum (33 Prozent) und dem
Diebstahl von persönlichen Gegenständen (29 Prozent).
Für viele Betroffene bleibt nach dem Einbruch ein Gefühl der
Unsicherheit zurück. So gab die Mehrheit der befragten Einbruchsopfer
(86 Prozent) an, sich unmittelbar nach dem Einbruch in ihren eigenen
vier Wänden nicht mehr sicher gefühlt zu haben. Dies äußerte sich vor
allem in der Angst, erneut Opfer eines Einbruchs zu werden. "Die
psychischen Folgen eines Einbruchs umfassen nicht nur ein
beeinträchtigtes Sicherheitsgefühl, sondern führen oft auch dazu,
dass sich das Leben der Opfer schlagartig ändert. Überempfindlichkeit
gegenüber Geräuschen, Angst vor dem Alleinsein oder Schlafstörungen
sind häufige Probleme, mit denen Betroffene nach einem Einbruch
konfrontiert sind", erklärt Dr. Othmar Thann, Direktor des KFV. Für
einige Einbruchsopfer führt das Erlebte zu einer traumatischen
Belastung, die mitunter auch psychologisch behandelt werden muss.
Wohnungswechsel als Folge von Angst vor der Rückkehr des Einbrechers
Die geringe Aufklärungsquote von Einbruchsdiebstählen zeigt, dass
ein Großteil der Täter nicht gefasst wird. Für manche Einbruchsopfer
ist dies ein weiterer Unsicherheitsfaktor, da sie befürchten, dass
derselbe Täter zurückkommt und erneut zuschlägt. Im Extremfall kann
das soweit führen, dass Personen umziehen. "Wichtig ist, dass man
sich nicht scheut, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Gespräche mit
vertrauten Personen aber auch mit Psychologen, die im Bereich der
Opferhilfe tätig sind, helfen, die Einbruchserfahrung zu verarbeiten.
Setzt man sich mit seinen Ängsten auseinander, fällt es leichter,
sich in den eigenen vier Wänden wieder wohl zu fühlen", empfiehlt
Thann.
Österreichweite Verbandsinitiative zur Bewusstseinsbildung
Der Umfrage zufolge hatten beinahe 50 Prozent der Einbruchsopfer
keine Sicherheitsvorkehrungen für ihre Abwesenheit getroffen, wie ein
Sicherheitsschloss zu installieren oder eine Alarmanlage zu
aktivieren. "Viele Menschen handeln erst, wenn bereits eingebrochen
wurde. Dabei können einfache Präventionsmaßnahmen im Vorfeld das
Risiko, Opfer eines Einbruchs zu werden, verringern", betont Littich.
Eigeninitiative und Veränderungen der Gewohnheiten im eigenen
Verhalten seien das beste Mittel, um sich und andere vor Diebstahl zu
schützen. Damit Österreicherinnen und Österreicher in diesem Bereich
ein stärkeres Bewusstsein entwickeln können, werden die
Mitgliedsunternehmen der Versicherungswirtschaft selbst aktiv: Über
den persönlichen Kontakt zum Berater bekommen Kundinnen und Kunden
einen Sicherheitspass, der Checklisten beinhaltet, die auf einfache
Änderungen in den Gewohnheiten abzielen. Dieser steht auf der
Homepage zum Download zur Verfügung, unter
http://www.vvo.at/publikationen/index.php
Checkliste "Das sollte zur Routine werden!"
- Einstiegshilfen wie Gartenmöbel, Leitern oder Kisten sowie
Werkzeug wegräumen
- Türen immer absperren und Fenster schließen - ein gekipptes
Fenster ist für einen Einbrecher ein offenes Fenster
- Alarmanlage aktivieren
- Keine Schlüssel unter Fußmatten, Steinen oder Blumentöpfen
verstecken - hier sehen Einbrecher als erstes nach
- Ein üppig bepflanztes, uneinsichtiges Grundstück macht einen
ungestörten Einbruch einfacher
- Fest in der Wand verankerter Tresor für Wertsachen
- Überblick behalten, wer über einen Schlüssel für die eigenen vier
Wände verfügt - bei seriösen Herstellern von Sicherheitstechnik
werden Schlüssel für bezugsberechtigte Personen nur gegen
Legitimationsnachweise gefertigt
- Wichtig ist auch ein guter Nachbarschaftskontakt. Wer weißt, was
vorgeht, kann ungewöhnliche Aktivitäten erkennen und diese der
Polizei sofort melden.
Checkliste für Reisen oder längere Abwesenheiten
- Keine Informationen über die Dauer der Abwesenheit oder den
Aufenthaltsort am Anrufbeantworter hinterlassen - am besten
ausschalten
- Haus oder Wohnung sollten bewohnt erscheinen - Postkasten von
Freunden oder Nachbarn leeren und Werbesendungen von der Tür
entfernen lassen
- Nach- oder Unterbrechungsauftrag für Abos vereinbaren
- Im Winter für Schneeräumung sorgen
- Wertgegenstände in einem Bankschließfach deponieren
Weitere Bilder unter:
http://www.apa-fotoservice.at/galerie/2054
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at
Rückfragehinweis:
VVO Versicherungsverband Österreich Mag. Dagmar HAUSER T.: 01/711 56/289 F.: 01/711 56/280 E.: dagmar.hauser@vvo.at www.vvo.at
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