• 12.07.2011, 10:08:02
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Österreichs Außenwirtschaft lässt die Krise hinter sich

Exporte Triebfeder für starke Leistungsbilanz im 1. Quartal

Wien (OTS) - Die Zahlungsbilanzstatistik der Oesterreichischen
Nationalbank (OeNB) weist für das erste Quartal 2011 einen
Leistungsbilanzüberschuss von 3,8 Mrd EUR aus. Wie schon 2010 erweist
sich die heimische Außenwirtschaft als Motor des wirtschaftlichen
Erfolgs. Der grenzüberschreitende Handel mit Gütern und
Dienstleistungen hat den tiefen Einbruch überwunden und bewegt sich
wieder auf dem Niveau vor der Krise. Auch auf den Finanzmärkten
scheint sich trotz der akuten Finanzierungsprobleme in Griechenland
eine deutliche Normalisierung der Verhältnisse einzustellen. Nach
Jahren, in denen grenzüberschreitende Positionen abgebaut worden
waren, nehmen Auslandsforderungen und Auslandsverbindlichkeiten
wieder deutlich zu.

Österreichs Leistungsbilanz schloss im ersten Quartal 2011 mit
+3,8 Mrd EUR und erreichte damit etwa das Ergebnis des
Vergleichsquartals 2010 (+3,7 Mrd EUR). Die Gütereinfuhren und
-ausfuhren (laut Zahlungsbilanzdefinition) wuchsen kräftig (jeweils
+22%) und lagen damit wieder auf dem Niveau des ersten Quartals 2008,
als die Krise die Realwirtschaft noch nicht erfasst hatte. Per saldo
ergab die Güterbilanz ein Defizit von 1,3 Mrd EUR (nach -1,2 Mrd
EUR). Geringfügig verbessert zeigte sich die Dienstleistungsbilanz
(+6,0 Mrd EUR). Die Reiseverkehrseinnahmen verzeichneten bei leicht
sinkenden Nächtigungszahlen zwar nur ein Plus von 1%, dafür gaben
österreichische Touristen im Ausland deutlich weniger aus als zuletzt
(-16%). Merklich dynamischer war die Entwicklung bei den übrigen
Dienstleistungen, die um 9% (Exporte) bzw. 15% (Importe) zunahmen.

Die Einkommensbilanz - vor nicht allzu langer Zeit noch Quelle
beständiger Defizite - ist mittlerweile strukturell ausgeglichen, was
sich im ersten Quartal 2011 erneut bestätigt (+0,1 Mrd EUR). Typisch
für wohlhabende Staaten ist ein Defizit bei laufenden Transfers; im
ersten Quartal betrug es unverändert 1 Mrd EUR.

Auch im grenzüberschreitenden Kapitalverkehr zeichnet sich eine
Rückkehr zur Normalität ab. Nachdem in den Jahren 2009 und 2010
Auslandsforderungen und -verpflichtungen tendenziell abgebaut worden
waren, spiegelt das erste Quartal 2011 eine Trendwende wider.

Im Bereich internationaler Unternehmensbeteiligungen übertrafen
die Investitionen des ersten Quartals die Gesamtergebnisse des Jahres
2010. Österreichs Direktinvestoren veranlagten im ersten Quartal 2011
beinahe 10 Mrd EUR im Ausland. Unerwartet hoch war auch der Zustrom
an ausländischem Kapital in heimische Unternehmen mit 6 Mrd EUR. Dazu
ist einschränkend anzumerken, dass die Umstrukturierung des
Porsche-Konzerns nicht unerheblich zur Aufblähung der Bruttowerte
beigetragen hat.

Österreichs Wertpapierforderungen im Ausland wurden im ersten
Quartal 2011 netto um 3,7 Mrd EUR aufgebaut, wobei sowohl Aktien (0,2
Mrd EUR) und Investmentzertifikate (1,4 Mrd EUR) als auch
verzinsliche Wertpapiere (2,0 Mrd EUR) auf Interesse stießen. Als
Indiz für die anhaltende Vorsicht der Investoren angesichts
bestehender Risiken, mag die überragende Rolle kurz laufender
Geldmarktpapiere gelten.

Österreichische Schuldner konnten im ersten Quartal 2011 in
erheblichem Umfang (+6,7 Mrd EUR) auf ausländische Finanzierungen
zurückgreifen (erstes Quartal 2010:
-3,5 Mrd EUR). Anteilspapiere heimischer Emittenten wurden für netto
0,9 Mrd EUR an das Ausland verkauft. Bei den verzinslichen
Wertpapieren beschränkte sich der Auslandsabsatz auf Geldmarktpapiere
(+7,5 Mrd EUR), die zu 80% vom Staat emittiert worden waren. Bei
langfristigen Wertpapieren kam es dagegen netto zu einem Rückfluss
aus dem Ausland
(-1,7 Mrd EUR).

Deutliche Zeichen einer Normalisierung sind auch im
internationalen Zwischenbankgeschäft zu registrieren. Österreichs
Banken bauten im Ausland Einlagenforderungen von 12,4 Mrd EUR auf,
während gleichzeitig die Auslandsverpflichtungen aus Sicht- und
Termineinlagen um 11,1 Mrd EUR anstiegen. Auch die Kreditvergabe an
ausländische Schuldner erreichte mit 4,8 Mrd EUR ein beachtliches
Volumen.

Weitere statistische Informationen unter: statistik.oenb.at und
dieaktuellezahl.oenb.at.

Pressesprecher, Dr. Christian Gutlederer, Tel.: (+43-1) 404 20-6609

Rückfragehinweis:
Oesterreichische Nationalbank
Statistik Hotline
Tel.: (+43-1) 404 20-5555
mailto:[email protected]
http://www.oenb.at

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