- 08.07.2011, 12:34:20
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Was ist Orthokeratologie?
Wien (OTS) - Orthokeratologie ist eine, von Kontaktlinsenoptikern
angewandte, seit vierzig Jahren gebräuchliche Methode. Zum Ziel hat
sie, die Hornhaut des Auges in die "rechte" Form zu bekommen. Der
Begriff stammt aus dem Griechischen. "Ortho" heißt "recht, richtig
bzw. aufrecht", und "kera" leitet sich aus dem "Horn" ab und
definiert die Hornhaut. Die Methode und ihre Funktionsweise wurde von
Newton Wesley und George Jessen 1960 erstmals und in der Folge von
Charles May und anderen angewandt. Sie soll das mehrschichtige
Epithel - also die äußerste Struktur der Hornhaut - so verschieben,
dass sich die Krümmung der Hornhaut der Baulänge des Auges angleicht.
Es ist richtig, dass diese Formänderung der Hornhaut bei jeder Art
der Kontaktlinsenanpassung ohne es zu beabsichtigen passiert,
allerdings in minimaler Weise. Oft verstärkt sich sogar die
Kurzsichtigkeit durch zu festsitzende, sich wie Saugnäpfe
verhaltende, weiche Kontaktlinsen. Formstabile, harte Kontaktlinsen
hingegen haben im Verhältnis zur Hornhaut eine flachere Krümmung und
führen daher zu einer Verringerung der Kurzsichtigkeit.
Diese Erkenntnis macht sich die Technik der Orthokeratologie
zunutze. Neue Möglichkeiten in der Herstellung von Linsengeometrien
mit "reverser" Innengeometrie gaben zusätzlich neuen Auftrieb. Im
Gegensatz zu operativen Eingriffen ist das Ergebnis der
Orthokeratologie reversibel. Werden die Ortho-K Kontaktlinsen
wenigstens eine Woche nicht getragen, stellt sich die ursprüngliche
Fehlsichtigkeit wieder ein. Ortho-K Kontaktlinsen können je nach
Vorschrift des Linsenherstellers, der Erkenntnisse und Überlegungen
des Kontaktlinsenoptikers und der persönlichen Befindlichkeit
tagsüber oder nachts getragen werden. Junge Mütter, die nachts die
Brille nicht suchen müssen, um den Nachwuchs zu beruhigen z. B., oder
Personen, die im Schichtdienst ohne Sehbehelf eine gute Sehkraft
benötigen. Liegt die Fehlsichtigkeit im Bereich von weniger als 3
Dioptrien, bestehen gute Chancen, die Welt stundenweise oder tagsüber
ohne Sehbehelf zu erleben.
Bei der Orthokeratologie handelt es sich also um einen
Verformungsprozess der Hornhaut. Dieser Formungsvorgang ist
beabsichtigt und wird durch die sogenannte Ortho-K Kontaktlinse
durchgeführt. Es ist dies eine Kontaktlinsenanpassung, die durch den
Gesundheitsberuf des Augenoptiker- und Kontaktlinsenmeister bzw.
Optometristen gut definiert und abgedeckt ist. Sinn und Zweck der
Orthokeratologie liegen in ihrer relativ einfachen und praktischen
Durchführung und Handhabung. Deutlich kostenintensivere und mit einem
höheren Risiko behaftete irreversible chirurgische Eingriffe können
so vermieden werden.
Rückfragehinweis:
Anton Koller, MSc. Clinical Optometry, Landesinnungsmeister
Fachgruppe Wien der Gesundheitsberufe / Augenoptiker und Hörakustiker
Tel.: 01/51450-2208
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