- 08.07.2011, 12:26:12
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Samariterbund begrüßt Pflegefonds-Beschluss
Schnabl fordert neue Konzepte für Einstieg in Pflegeberufe
Wien (OTS) - Franz Schnabl, Präsident des
Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs, ist erfreut über das heute
Freitag im Parlament beschlossene Pflegefonds-Paket: "Damit ist die
Finanzierung der Pflege bis ins Jahr 2014 gesichert und eine wichtige
Reform im Sozialbereich unter Dach und Fach". Mit der Einrichtung des
Pflegefonds gehen die Kompetenzen für das Pflegegeld von den Ländern
an den Bund über. Damit wird ermöglicht, dass in Zukunft nicht mehr
über 300 verschiedene Institutionen für die Auszahlung des
Pflegegeldes zuständig sind, sondern nur noch acht. "Für die
Pflegebedürftigen selbst bedeutet der Pflegefonds also nicht nur
Sicherheit, sondern auch einfachere und schnellere Verfahren bei der
Pflegegeld-Einstufung", lobt Schnabl weiter. "Die Pflege in
Österreich ist damit auf neue Füße gestellt worden - so, wie wir es
seit dem akuten Pflegenotstand im Jahr 2006 gefordert haben."
Ebenso erfreulich ist für Schnabl die Ankündigung von
Sozialminister Hundstorfer, dass ab 2012 das diplomierte
Pflegefachpersonal in den Prozess der Pflegegeld-Einstufung mit
einbezogen wird. "So wichtig eine solide Finanzierung ist: Wir dürfen
nicht vergessen, dass die Zukunft der Pflege auch eine Frage der
Qualität ist. Und diese Qualität steht und fällt mit den Fachleuten
in der Pflege", betont Schnabl. Deswegen müsse dem chronischen
Fachkräftemangel ein Konzept entgegengesetzt werden:
"Pflegefachkräfte brauchen attraktivere Jobs, Aufstiegschancen und
Weiterbildungsperspektiven. Nur dann, wenn wir die Pflege als
Arbeitsfeld aufwerten, werden wir auch in Zukunft genügend Menschen
für diese Karriere motivieren können", so Schnabl weiter. "Es geht
auch darum, Wiedereinsteigern die Möglichkeit zu geben, von dem
Wachstumsmarkt Pflege zu profitieren. Die Politik ist dringend
gefordert, neue Konzepte für den Einsteiger, Umsteiger und
Wiedereinsteiger zu präsentieren."
Nicht zuletzt müsse auch in den Ausbau von Pflegeeinrichtungen und
neuen Betreuungsformen investiert werden. "Nutzen wir die Sicherheit
der nächsten drei Jahre, um ein breit differenziertes Angebot für die
unterschiedlichen Bedürfnisse der älteren Generation zu schaffen. Die
ersten Schritte sind getan, aber im Jahr 2014 muss ein Gesamtkonzept
vorliegen, das Österreich fit macht für die demografischen
Umwälzungen der kommenden Jahrzehnte."
Der Pflegefonds selbst müsse in Zukunft ebenfalls höher dotiert
werden, ist Franz Schnabl überzeugt: "Keine Reform der Welt kann
verhindern, dass die Pflegekosten in den kommenden 20 Jahren massiv
ansteigen. Wir werden neue Mittel brauchen, dürfen aber den Faktor
Arbeit nicht weiter belasten. Eine sozial verträgliche Alternative
wären zweckgewidmete vermögensbezogene Steuern", schlägt Schnabl vor.
Rückfragehinweis:
Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs Mag. Markus Widmer Öffentlichkeitsarbeit Tel.: 01 89 145-309 mailto:[email protected] www.samariterbund.net
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