OTS0041   8. Juli 2011, 09:50

Hilfswerk begrüßt Pflegefonds-Beschluss des Nationalrats "Wichtiger Etappenerfolg, aber noch kein Tour-Sieg!"

Präsident Othmar Karas: "Vereinfachungen wirken sofort, die Finanzierung aber nur bis 2014, Personal ist jetzt schon extrem knapp!"


Das Hilfswerk begrüßt die heute, Freitag, vom
Nationalrat zu beschließenden Pflege-Gesetze, die für viele
Betroffene eine bürokratische Vereinfachung bei der Zuerkennung des
Pflegegelds bringen werden. Gleichzeitig wird die Finanzierung der
Pflege bis 2014 gesichert.

"Bund, Länder und Gemeinden, Regierung und Parlament können heute
einen wichtigen Etappensieg feiern!", kommentiert Präsident Othmar
Karas die Einigung, "Aber der Toursieg ist noch lange nicht
erzielt!". Karas fordert, dass jetzt keine Zeit vergeudet wird,
sondern sofort damit begonnen wird, ein nachhaltiges Modell der
Pflegefinanzierung in Österreich zu etablieren. "Dazu müssen
Vertreter von Bund, Ländern und Gemeinden,
Sozialversicherungsträgern, Betroffenen und dienstleistenden
Organisationen an einen Tisch!", so Karas.

"Man kann demografische Entwicklungen nicht aussitzen. Wir haben
jetzt nur eine kurze demografische Atempause bevor geburtenstarke
Jahrgänge in ein Alter kommen, in dem vermehrt Pflegebedürftigkeit
auftritt. Bis dahin müssen große und nachhaltige Reformen her - wie
die von der BAG vorgeschlagene große Pflegefonds-Lösung!", so Karas
weiter.

"Beim Personal ist die Situation jetzt schon kritisch. Alleine in
der mobilen Pflege brauchen wir bis 2020 zusätzliche 9.000
Pflegekräfte. Bessere Rahmenbedingungen und eine umfassende
Ausbildungsreform sind überfällig!", so Karas. "Ich verstehe nicht,
warum unsere Forderung nach einer BHS für Gesundheits, Pflege- und
Sozialberufe nicht aufgegriffen wird", ärgert sich Karas. "Eine
Matura und gleichzeitig eine Berufsausbildung mit hohen Job-Chancen
wäre sicher ein starker Anreiz für junge Menschen!", so Karas. "Dazu
müssten Aufschulungen und Umschulungen noch stärker gefördert werden
als bisher. Denn es gibt viele Menschen, die in einen Pflegeberuf
wechseln wollen, aber während ihrer Umschulung auch Geld zum Leben
benötigen.", so Karas abschließend.

Der von der Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrt (BAG, das
sind Caritas, Diakonie, Hilfswerk, Rotes Kreuz und Volkshilfe)
vorgeschlagene Pflegefonds steht auf www.freiewohlfahrt.at zum
Download bereit.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0041 2011-07-08 09:50 080950 Jul 11 HLW0001 0328



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