OTS0246   7. Juli 2011, 13:58

AK zur EZB: "Zinserhöhung heizt Spirale für hoch verschuldete Länder weiter an"

Tumpel warnt vor weiteren Schritten zur "Normalisierung" des Zinsniveaus: "Zuerst Kaufkraft der Arbeitnehmer stärken und Spekulanten stoppen"


"Der heute von der EZB beschlossene Zinsschritt heizt
die negative Spirale für die hoch verschuldeten Länder weiter an",
kritisiert AK Präsident Herbert Tumpel. "Die EZB ist die Notenbank
des ganzen Eurolands und muss der Gespaltenheit der Konjunktur
Rechnung tragen. Die Unsicherheiten sind noch viel zu hoch, um jetzt
schon an der Zinsschraube zu drehen." Die aktuelle Zinserhöhung und
die indirekt angekündigten weiteren Schritte zur "Normalisierung" des
Zinsniveaus sind eine Belastung für die Rückkehr auf den
Wachstumspfad, so Tumpel. Derzeit erholt sich die Wirtschaft vor
allem über den Export, die Nachfrage im Inland ist nach wie vor
schwach. Höhere Leitzinsen gefährden insbesondere die Länder mit
schwacher Konjunktur, verschärfen die Staatsschuldenkrise und dämpfen
die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen. "Wer die Inflation
bekämpfen will, soll nicht die Schulden teurer machen", sagt Tumpel
"Stattdessen sollte die EU die preistreiberische Spekulation mit
Rohstoffen stoppen, für mehr Kaufkraft sorgen und die Verursacher der
Finanzkrise zur Kassa bitten, zum Beispiel mit einer
Finanztransaktionssteuer."

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0246 2011-07-07 13:58 071358 Jul 11 AKW0005 0203



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