• 07.07.2011, 12:16:05
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Heinisch-Hosek präsentiert Studie: "Auf Gewalt gegen ältere Frauen muss aufmerksam gemacht werden"

Hundstorfer: "Studie ist Teil eines Gesamtprojektes gegen Gewalt gegen ältere Menschen"

Wien (OTS) - "Jede fünfte Frau ist einmal im Leben mit Gewalt
konfrontiert. Die Gewalt hat viele Gesichter und viele Dimensionen in
den verschiedenen Lebensabschnitten. Die von uns beauftragte Studie
fokussiert nun auf ältere Frauen", sagte Frauenministerin Gabriele
Heinisch-Hosek. Die Studie 'Partnergewalt gegen ältere Frauen' wurde
europaweit durchgeführt, der Österreichteil, verfasst von Birgitt
Haller und Helga Amesberger vom Institut für Konfliktforschung, wurde
heute im Palais Dietrichstein präsentiert, sie ist unter
http://www.ikf.ac.at/pdf/IPVOW_Austria_Deutsch_final.pdf abrufbar.

"Die Gewalterfahrungen von älteren Frauen, das heißt Frauen ab 60,
stellen sich oft ganz anders dar als bei Jüngeren. Die Frauen wissen
meist nicht, wo sie Hilfe finden könnten und bleiben in sich
verschlossen", so die Frauenministerin. Es gebe zehn gesetzlich
verankerte Gewaltschutzzentren sowie 110 Mädchenzentren und
Frauenberatungsstellen und die Frauenhelpline 0800 222 555. Kürzlich
sei außerdem vom Ministerrat auch der Ausbau der Opferschutzgruppen
in den Spitälern beschlossen worden. "Wir müssen die
Hilfsorganisationen für das Problem sensibilisieren und die
Ansprechstellen den Betroffenen bekannt machen. Kurzum: Auf die
Gewalt gegen ältere Frauen muss endlich aufmerksam werden."
Schulungen für Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen, Psychologen
und Psychologinnen sowie Ärzte und Ärztinnen sollen es den direkt
befassten Berufsgruppen erleichtern, Gewalt zu erkennen und darauf zu
reagieren.

Sozialminister Rudolf Hundstorfer: "Diese Studie ist Teil eines
Gesamtprojektes gegen Gewalt gegen ältere Menschen, ein Hilfsprogramm
insbesondere für jene, die vielleicht nicht mehr in der Lage sind,
sich selbst zu helfen", so der Minister. "In Summe wurden bereits
100.000 Folder verteilt, um aufmerksam zu machen, Gewalt zu erkennen
und Hilfseinrichtungen bekannt zu machen", so Hundstorfer. Die Folder
des Sozialministeriums "Gewalt erkennen. Fragen und Antworten zu
Gewalt an älteren Menschen" sowie die Folder "Gewalt erkennen. Fragen
und Antworten zu Demenz und Gewalt" sollen zur Sensibilisierung
beitragen. "Einen weiteren wichtigen Schritt setzen wir mit der
Workshopreihe 'Regionale Beratungskompetenz', bei der wir nun in
regionalen Workshops die traditionellen Seniorenverbände mit
Beratungsstellen und Frauenhäusern und städtische wie ländliche
Institutionen vernetzen", sagte Hundstorfer und weiter: "Gewalt kann
nicht alleine gelöst werden. Es braucht eine breite Zusammenarbeit,
um eine verlässliche Interventionskette aufzubauen."

Während sich Pflegeeinrichtungen nicht mit häuslicher Gewalt
befassen, gebe es kaum Einrichtungen, die sich mit häuslicher Gewalt
gegen ältere Frauen schwerpunktmäßig beschäftigen, erklärte
Studienautorin Birgitt Haller. So fänden ältere Frauen oft keine
Ansprechstelle. Einziger Ansprechpartner sei der Arzt oder die
Ärztin. Und diese zögerten oft, Verletzungen anzuzeigen oder sie
verschrieben jahrelang Psychopharmaka, ohne nachzuhaken. Ältere
Frauen seien zudem häufig ökonomisch abhängig, in ihrem Rollenbild
als Hausfrau und Mutter verhaftet, sodass sie auch keine Perspektive
jenseits der Gewaltbeziehung erkennen könnten. "So erleben sie die
Gewalt als persönliches Scheitern und flüchten nicht selten in
Krankheit oder Sucht", so Co-Autorin Helga Amesberger. Ein Ausstieg
sei nur durch massive Unterstützung von außen möglich.

Frauenministerin Heinisch-Hosek bekräftigte abschließend, dass man
nun alle Hilfsorganisationen, Ansprechstellen, aber auch
Institutionen wie die Ärztekammer auf die Probleme der Zielgruppe
aufmerksam machen werde.

Rückfragehinweis:

Dr. Julia Valsky
   Pressesprecherin der Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek
   Tel.: (01) 531 15 - 2149, 0664/610 62 76
   mailto:[email protected]
   
   Mag. Elisabeth Kern
   Pressesprecherin des Sozialministers
   Tel.: (01) 71100-2247
   www.bmask.gv.at

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