- 06.07.2011, 14:17:21
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AMA: Heimische Milchquote wurde 2010/11 um rund 21.200 t überliefert
Zusatzabgabe von insgesamt EUR 6 Mio. fällig
Wien (OTS/aiz.info) - Die Agrarmarkt Austria hat heute die
endgültigen Ergebnisse für die Quotenausnützung im Milchjahr 2010/11
bekannt gegeben. Demnach haben die österreichischen Landwirte die
nationale Anlieferungsquote insgesamt um 21.210 t überschritten.
Daraus resultiert eine Zusatzabgabe von rund EUR 6 Mio., die an die
EU abzuführen ist. Für kleinere Überlieferungen ist dabei eine
sogenannte Basisabgabe zu zahlen, für größere wird eine Abgabe mit
Zuschlag eingehoben. Im Milchjahr 2009/10 wurde in Österreich die
Quote erstmals seit Langem unterschritten, im Jahr davor kam es zu
einer Überlieferung um rund 33.000 t.
Insgesamt stand laut AMA im (Ende März abgelaufenen) Milchjahr
2010/11 eine nationale Quote für Lieferungen (A-Quote) in der Höhe
von 2,815.777 t zur Verfügung. Tatsächlich wurden von den Milchbauern
nur 2,807.559 t an die Molkereien und Käsereien geliefert. Aufgrund
des (gegenüber dem Referenzwert) höheren Fettgehalts der Rohmilch
ergab sich zu dieser Menge aber ein Zuschlag von 29.427 t, woraus
letztlich eine fettkorrigierte Anlieferung von 2,836.986 t
resultierte. Daraus ergibt sich eine saldierte Überlieferung von
21.210 t. Inklusive einer sogenannten Sicherheitsmarge errechnet sich
daraus eine Zusatzabgabe von EUR 6,05 Mio. Diese Abgabe ziehen die
Molkereien den überliefernden Landwirten vom Milchgeld ab, der
Gesamtbetrag ist von der AMA an den Europäischen Garantiefonds für
die Landwirtschaft abzuführen.
Stärkere Überlieferungen werden strenger geahndet
Wie berichtet, wurde mit dem Quotenjahr 2006/07 die Berechnung der
Zusatzabgabe geändert. Um zu verhindern, dass Milchbauern ihre
Kontingente stark überschreiten (in der Hoffnung darauf, dass andere
Betriebe ihre Quoten nicht ausnützen und dadurch die Abgabenbelastung
sinkt), werden nunmehr stärkere Überlieferungen auch strenger
geahndet, indem für sie ein höherer Abgabensatz zur Anwendung kommt.
Ausgangsbasis für dieses relativ komplizierte System ist der
sogenannte "Zuweisungsprozentsatz". Er sagt aus, welcher Anteil der
Überlieferung eines Betriebes (berechnet von der einzelbetrieblichen
Anlieferungs-Referenzmenge) durch die Unterlieferungen anderer Bauern
ausgeglichen werden kann. Dieser Prozentsatz wird von der AMA auf
vier Dezimalstellen berechnet und beträgt für das abgelaufene
Quotenjahr 35,7595%.
Konkret bedeutet dies, dass für Überschreitungen in einem Ausmaß
bis zu 35,7595% der Quote des betroffenen Milcherzeugers die
niedrigere Basisabgabe (2,789 Cent je kg) zur Anwendung gelangt. Für
alle diese Schwelle übersteigenden Mengen wird jedoch die erhöhte
Überschussgabe (6,973 Cent) verrechnet.
Verfügt also zum Beispiel ein bäuerlicher Betrieb über eine Quote
von 100.000 kg und seine fettkorrigierte Anlieferung beträgt 140.000
kg, so ergibt sich daraus eine Überlieferung um 40.000 kg. Für
35,7595% seiner Quote - das sind 35.760 kg - zahlt er die Basisabgabe
von 2,789 Cent, also insgesamt EUR 997,35. Für die restlichen 4.240
kg seiner Überlieferung muss er eine Überschussabgabe mit Zuschlag
von 6,973 Cent je kg entrichten, was einen Betrag von EUR 295,66
ergibt. In Summe beträgt seine Zusatzabgabe EUR 1.293,01.
17.457 Über- und 20.275 Unterlieferer
Laut AMA-Berechnungen haben im abgelaufenen Quotenjahr 2010/11
insgesamt 38.128 heimische Betriebe ihre Milch an die Molkereien
geliefert. Davon waren 17.457 Überlieferer und 20.275 Unterlieferer,
sowie 290 Betriebe, die ihre A-Quote exakt eingehalten haben. Die
Überschreitungen betrugen insgesamt 184.388 t, die Unterschreitungen
154.993 t.
Auf jene 16.040 Überlieferer, die ihre Kontingente nur geringfügig
überschritten haben, entfallen mit der Basisabgabe insgesamt EUR 3,59
Mio. an Zahlungspflicht. 1.417 Milchlieferanten haben ihre Quote
kräftiger (mehr als 35,7595%) überzogen; sie müssen auch eine
Überschussabgabe mit Zuschlag leisten und für einen Betrag von EUR
2,46 Mio. aufkommen. Zusammen ergibt dies die nationale Zusatzabgabe
von EUR 6,05 Mio. Die einzelbetrieblichen Quotenabrechnungen sind von
den Milchverarbeitern bis Ende Juli an die AMA zu übermitteln, die
nationalen Quotenbilanzen sind dann im Herbst nach Brüssel zu melden.
(Schluss) kam
Rückfragehinweis:
aiz.info - Agrarisches Informationszentrum, Pressedienst,
Tel.: 01/533 18 43
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