• 06.07.2011, 12:58:14
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  • OTS0177 OTW0177

Integrationsstaatssekretariat: Assistenzpaket Deutsch vor Zuzug, Bildungspass für Deutschkenntnisse

Zweites Kindergartenjahr, gratis für alle, verpflichtend für jene, die es brauchen; mögliche Sanktionen bei Verletzung der Schulpflicht

Wien (OTS) - Der Expertenrat für Integration und
Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz sehen in Sprache und
Bildung die Grundvoraussetzung für eine gut funktionierende
Integration. Sowohl die 20 Vorschläge des Expertenrats als auch der
statistische Teil sind zum Download auf www.integration.at
erhältlich.

Zuwanderer aus Drittstaaten müssen inzwischen Basis-Deutschkenntnisse
nachweisen können, bevor sie nach Österreich kommen. "Deutsch vor
Zuzug" erleichtert nicht nur den Zugang zum Arbeitsmarkt, sondern ist
auch ein wichtiger Aspekt für das Zusammenleben im Alltag. Der
Expertenrat und der Staatssekretär für Integration wollen in
Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Integrationsfond, dem
Goethe-Institut und der Österreichischen Staatsdruckerei Maßnahmen
setzen, um die Erlernbarkeit von Deutsch sicherzustellen. Neben
mehrsprachigem Informationsmaterial zu möglichen Sprachkursen,
Lernmaterialien und Lernhilfen soll zukünftig auch ein Wissens- und
Informationsportal für Menschen, die in Österreich arbeiten und leben
wollen, entwickelt werden.

Um die Sprachförderung auch bei Menschen mit Migrationshintergrund,
die bereits länger in Österreich leben, auszuweiten und zu
verbessern, sollen praxisnahe, attraktive und kostengünstige Kurse
angeboten werden. Die Einführung eines Bildungspasses für erfolgreich
absolvierte Deutschkurse soll ein positiver Anreiz sein und dazu
dienen, den Integrationsprozess zu fördern.

Der Grundstein für das Beherrschen der deutschen Sprache wird bereits
im Kindergarten gelegt. Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz
tritt daher für ein zweites Kindergartenjahr ein: Gratis für alle
Kinder, verpflichtend für Kinder mit mangelnden Deutschkenntnissen.
Durch das Anheben des Sprachniveaus bereits vor Schuleintritt, sollen
auf der einen Seite die Bildungschancen der Kinder mit
Migrationshintergrund erhöht und die ohnehin schon anspruchsvolle
Unterrichtstätigkeit für Lehrerinnen und Lehrer erleichtert werden.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: rund 15 Prozent der
Jugendlichen mit Migrationshintergrund bzw. fünf Prozent ohne
Migrationshintergrund brechen die Schule ab und haben daher keinen
Abschluss vorzuweisen. Um die Drop-out-Quote an den Pflichtschulen zu
senken, soll es daher besser ausgebildete Lehrkräfte geben, einen
stärker individualisierten Unterricht sowie vergünstigte Angebote an
den Abendschulen für Erwachsene zur Absolvierung der neunten
Schulstufe. Geklärt werden soll auch, ob es zukünftig bei der
Verletzung der Schulpflicht auch Sanktionen geben soll.

Rückfragehinweis:

Staatssekretariat für Integration
   Pressereferat
   1010 Wien, Minoritenplatz 9
   Tel.: Tel +43 1 53126-70905
   mailto:[email protected]

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