• 06.07.2011, 09:45:56
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Saatgut-Beize: Trotz Auflagen auch heuer wieder Schäden bei Bienen

Auch Slowenien verbietet Mais-Beizmittel

Wien (OTS) - Die heuer zum Schutz der Bienen verordneten
"risikomindernden Auflagen" bei der Ausbringung von Saatgut das mit
dem Wirkstoff der Neonicotinoide gebeizt ist, zeigten in der Praxis
nicht die erhoffte Wirkung. Auch wenn noch keine abschließenden
Zahlen vorliegen, so lassen die von Imkern beobachteten
Schadensbilder darauf schließen, dass die Auflagen trotz einer
leichten Verbesserung der Situation keinen ausreichenden Schutz für
Bienen sicherstellen konnten. BIO AUSTRIA erneuert daher seinen
Appell für ein nationales Zulassungsverbot zum Schutz der Bienen und
aller Blütenbestäuber. Nach Deutschland und Italien hat nun auch
Slowenien durch ein Verbot auf die Problematik reagiert.

Schädigung der Bienenvölker durch Nervengift

In der konventionellen Landwirtschaft wird häufig Saatgut
eingesetzt, das zum Schutz vor Schaderregern mit einem Pestizid
gebeizt ist. Saatgutbeize, die Wirkstoffe aus der Gruppe der
Neonicotinoide enthält, wirkt als ein starkes Nervengift:
Honigbienenvölker, aber auch andere Bestäuber und Nützlinge, zeigen
eine zunehmende Sterblichkeit, erhöhte Anfälligkeit gegenüber
Krankheiten und deutliche Vergiftungserscheinungen. Nach massiven
Problemen in den vergangenen Jahren wurde heuer in Österreich
versucht, die Situation mit verpflichtenden Auflagen bei der
Ausbringung von gebeiztem Saatgut in den Griff zu bekommen. Trotz
dieser Auflagen haben die Imker auch in diesem Jahr - vor allem in
jenen intensiven Maisanbaugebieten, in denen auch in den Vorjahren
Probleme auftraten - wieder Schäden beobachtet.

Schutz und nachhaltige Lösungen notwendig

BIO AUSTRIA lehnt diese Beizmittel aufgrund der hochgiftigen
Wirkung auf Insekten und deren mögliche negative Auswirkungen auf
Insekten fressende Tiere wie Vögel grundsätzlich ab und setzt sich
für ein Verbot ein. BIO AUSTRIA Obmann Rudi Vierbauch:
"Chemisch-synthetische Pestizide sind im Versuch, Schädlinge wie
Maiswurzelbohrer oder Drahtwurm in den Griff zu bekommen, reine
Symptombekämpfung mit massiven Auswirkungen auf Bienenvölker, andere
Bestäuber und Nützlinge. Für eine nachhaltige Lösung sind
Bewirtschaftungssysteme mit abwechslungsreichen Fruchtfolgen als
vorbeugende Maßnahme notwendig. Die Bio-Landwirtschaft bietet eine
ganzheitliche Lösung."

Hinweis:

Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 organisiert heute vor der
Wiener Oper eine Aktion, mit der Imker auf die Problematik hinweisen.
Auch BIO AUSTRIA Imker nehmen an der Veranstaltung teil.

Rückfragehinweis:
Eva Straka, Pressesprecherin BIO AUSTRIA
Tel: 0676/842 214 214, E-Mail: [email protected]

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