Gesundheitsziele - Minister Hundstorfer: Jugendlichen den Schritt in die Arbeitswelt ermöglichen
Arbeitswelt gesünder gestalten - Faktisches Pensionsantrittsalter an das gesetzliche anpassen
Wien (OTS/SK) - Arbeitslosigkeit hat negative Auswirkungen auf die
Gesundheit, es ist daher umso wichtiger, Jugendlichen den Einstieg in
den Arbeitsmarkt zu ermöglichen, unterstrich Sozialminister Rudolf
Hundstorfer Montagabend beim "Policy Dialog" zum Thema
"Gesundheitsziele" in der Wiener Urania. "Gelingt dieser erste
Schritt in die Arbeitswelt, dann haben wir eine Jugend, die eine
Perspektive hat. Gelingt dieser Schritt nicht, ist das der erste
Schritt in Richtung einer psychischen Erkrankung", betonte
Hundstorfer. Zudem brauche es mehr Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz,
nicht zuletzt um das faktische Pensionsantrittsalter zu erhöhen. ****
"Pflichtschule allein ist gut, aber zu wenig", sagte Hundstorfer.
Menschen, die nur über einen Pflichtschulabschluss verfügen, haben
ein fünffach höheres Risiko, von Arbeitslosigkeit betroffen zu sein,
als Facharbeiter mit guter Ausbildung. "Das heißt auch
gesundheitliche Destabilisierung", betonte Hundstorfer.
Arbeitslosigkeit bringt ein erhöhtes gesundheitliches Risiko mit
sich. Jugendlichen Zugang zum Arbeitsmarkt zu gewährleisten ist daher
umso wichtiger, auch aus einem gesundheitspolitischen Gesichtspunkt.
Im Erwerbsprozess sei wiederum auf die Umsetzung von Schutzmaßnahmen
zu achten. "Es ist das Ziel, länger und gesünder im Erwerbsprozess
bleiben zu können", so Hundstorfer. "Ein Drittel aller
Pensionsantritte passiert in Österreich aus der Invalidität heraus",
betonte Hundstorfer, "50 Prozent dieser Pensionsantritte haben eine
psychische Ursache." Gerade die psychischen Erkrankungen seien oft
schwer greifbar. "Wir müssen hier stärker hinschauen", so
Hundstorfer. Österreich habe weltweit die meisten
Invaliditätspensionen ab dem 50. Lebensjahr. Um das zu verhindern,
müsse es Früherkennungsmaßnahmen, Möglichkeiten zu Rehabilitierung
und möglicherweise auch Umschulungsmaßnahmen geben, wenn absehbar
ist, dass ein Job aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr
weitergeführt werden kann. "Das faktische Pensionsantrittsalter muss
so schnell wie möglich an das gesetzliche herangeführt werden", so
Hundstorfer. (Schluss) pep/sv
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