- 05.07.2011, 10:33:04
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Donauraumstrategie nimmt Fahrt auf
Wien (OTS) - Wenige Tage nachdem der Europäische Rat unter dem
ungarischen Vorsitz die 'Donauraumstrategie' - nach nur 2 Jahren
Vorbereitungsarbeiten nach dem gemeinsamen Erstimpuls von Österreich
und Rumänien - offiziell auf die Reise in die europäische Zukunft
geschickt hatte, fand gestern, Montag, in Wien eine erste
Informations- und Diskussionsveranstaltung unter dem Motto "EUSDR -
Neue Impulse für Österreich?" statt.
Prominenteste TeilnehmerInnen: EU-Kommissar Johannes Hahn, der
rumänische Außenminister Teodor Baconschi, der stellvertretende
ungarische Außenminister Gergely Pröhle sowie die österreichischen
Mitglieder der Bundesregierung Doris Bures, Rudolf Hundstorfer,
Andreas Schieder, Michael Spindelegger sowie Wiens Landeshauptmann,
Bürgermeister Michael Häupl.
Für Wien, das sich im Vorbereitungsprozess der Donauraumstrategie
besonders aktiv eingebracht hatte, stellte Bürgermeister Häupl fest:
"Das Vorliegen der ambitionierten Donauraumstrategie ist ein erster
Schritt. Sie wird letztlich nur so gut sein, wie positiv spürbar ihre
Resultate für die Menschen des Donauraumes sind. Die Erwartungen in
den verschiedenen Teilregionen des Donauraumes sind natürlich je nach
Problemlagen, aber auch vorhandenen Potenzialen unterschiedlich.
Letztlich geht es um die Erhaltung oder Verbesserung des Wohlstandes
und der Lebensqualität. Diese Erwartungen gilt es nicht zu
enttäuschen. Um das alles zu erreichen, müssen nicht nur konkrete
Projekte in den verschiedenen Themenbereichen, in Angriff genommen
werden, sondern auch das entsprechende Bewusstsein für diesen
Donauraum in der Bevölkerung geschaffen werden. Dazu sind durchaus
lokale Anknüpfungspunkte mit positivem Image, wie beispielweise die
Donauinsel in Wien und der Nationalpark Donau-Auen oder kulturelle
bzw. touristische Aktivitäten, bei der die Vielfalt der Kulturen des
Donauraums zum Ausdruck gebracht wird, hervorragend geeignet."
Die Städte, Gemeinden und Regionen, die letztlich den direkten
Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern haben, kooperieren schon seit
langer Zeit im Kontext des Donauraums auf ganz praktischer Ebene.
Dabei geht es beispielweise um den Austausch von Know How im Bereich
der Verwaltung, in der Sicherstellung kommunaler Services oder um die
Anwendung moderner Technologien und Strategien in der Stadt- und
Regionalentwicklung. Wien hat mit zahlreichen Städten im Donauraum
Kooperationsvereinbarungen und hat in neun Donauraumstädten
Verbindungsbüros. Es besteht gemeinsam mit anderen Bundesländern und
Städten ein starkes Engagement in Netzwerken, wie in der - seit
mehr als 20 Jahren bestehenden - ARGE Donauländer mit derzeitigem
Wiener Vorsitz, oder im Rat der Donaustädte und -regionen.
Die Donauraumstrategie kann aufbauend darauf einen wesentlichen
Mehrwert, insgesamt für die Region, als auch für Österreich und Wien
bringen. Sie bietet einen gemeinsamen inhaltlichen Rahmen, der die
Chance eröffnet, besser als bisher zielgerichtete transnationale
Projekte aus einer integrierten Sichtweise heraus zu entwickeln und
eine noch intensivere Zusammenarbeit zu bewerkstelligen.
Der Basis-orientierte Erstellungsprozess und dezentral organisierte
Umsetzungsprozess mit verantwortlichen Koordinatorinnen und
Koordinatoren auf nationaler und regionaler Ebene - für jeden der 11
Schwerpunktbereiche und mit breiter Einbindung der relevanten Akteure
- sollte ein hohes Maß an Identifikation mit den Maßnahmen
ermöglichen.
Die Koordinationsrolle Wiens für den Schwerpunktbereich 10
("Verbesserung der institutionellen Kapazität und der
Zusammenarbeit") gemeinsam mit Slowenien bietet nicht nur die Chance
durch Agenda Setting Optimierungen und Anpassungen von Governance im
weitesten Sinne im gesamten Donauraum mitzugestalten, sondern auch
indirekt für Österreichs Institutionen und Akteure den Zugang zur
Kooperationen weiter zu verbessern. Wiener Koordinator dieses
Schwerpunktbereiches ist Kurt Puchinger.
Häupl sieht diesen Schwerpunkt als einen der Schlüsselbereiche an. Er
beinhaltet unter anderem den Austausch von Know How in der
Zusammenarbeit aller Ebenen der Verwaltung und in der Lösung
öffentlicher Verwaltungsprobleme, die Weiterentwicklung der
Zivilgesellschaft, die Stärkung städtischer und regionaler Netzwerke
durch Wissenstransfer in modernen Technologien und Strategien sowie
die Intensivierung der Metropolenkooperation bzw. die Zusammenarbeit
in grenzüberschreitenden Regionen.
Bürgermeister Häupl wörtlich: "Zum letztgenannten Aspekt möchte ich
besonders auf die Initiative CENTROPE hinweisen, in der Wien mit
Niederösterreich und dem Burgenland gemeinsam mit den Partnern aus
Südmähren, der Westslowakei und aus Westungarn seit nunmehr acht
Jahren zusammenarbeitet. Zusammenfassend denke ich, dass die
Donauraumstrategie einen guten Rahmen, sowohl für die
Berücksichtigung der Anliegen der Städte, Gemeinden und Regionen als
auch Österreichs bietet. Es wird wichtig sein, die Synergien, die
sich durch die Zusammenarbeit ergeben, optimal zu nutzen. Dies gilt
auf österreichischer Ebene genauso wie auf internationaler Ebene.
Wien ist jedenfalls bereit, weiterhin mit großem Engagement zur
Umsetzung der Donauraumstrategie beizutragen." (Schluss) lf
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