• 04.07.2011, 11:09:24
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Schönborn: Otto Habsburg war "großer Europäer von katholischer Weite"

Requiem voraussichtlich am 16. Juli im Wiener Stephansdom - "Österreich schuldet Haus Habsburg Dankbarkeit"

Wien, 04.07.11 (KAP) Als "großen Europäer von katholischer Weite"
hat Kardinal Christoph Schönborn den verstorbenen Otto Habsburg
gewürdigt. Er sei "zweifellos einer der ganz großen Europäer" und
könne gemeinsam mit Robert Schuman, Konrad Adenauer und Alcide De
Gasperi in die Reihe der "Architekten des Europagedankens und der
europäischen Integration" gestellt werden, sagte Kardinal Schönborn
in einem Nachruf gegenüber "Kathpress".

Otto Habsburg war in der Nacht auf Montag in seinem Haus in Pöcking
am Starnberger See in Bayern im Alter von 98 Jahren verstorben. Das
Requiem, das Kardinal Schönborn halten wird, ist für den 16. Juli im
Wiener Stephansdom geplant, anschließend soll die Beisetzung in der
Wiener Kapuzinergruft stattfinden. Requiem und Beisetzung seien "für
Österreich ein historischer Moment" und es tue dem Land gut, so
Schönborn, "im Gebet und in Dankbarkeit an diesen großen Habsburger
zu denken".

Bei allem politischen Engagement sei Otto Habsburg stets ein
"zutiefst von seinem katholischen Glauben geprägter Mann" gewesen.
Der Glaube habe ihm "Festigkeit gegeben, aber auch umfassende Weite
im guten Sinne des Wortes 'katholisch'", so Schönborn. So habe er
sich stets für die "großen gesellschaftlichen und sozialen Fragen"
interessiert und sich dabei "in seinem Denken und Handeln vom
Glauben leiten lassen".

"Dankesschuld dem Haus Habsburg gegenüber"

Ihn habe es "immer geschmerzt", so Schönborn weiter, dass es "in
Österreich so lange gedauert hat, bis es zu einer angemessenen
Dankbarkeit gegenüber den Haus Habsburg gekommen ist, dem Österreich
so unglaublich viel verdankt" und von dessen "politischem und
kulturellem Erbe wir bis heute zehren". Es gebe "so etwas wie eine
Dankesschuld dem Haus Habsburg gegenüber" - diese Dankbarkeit sei
ein Zeichen "seelischer Reife - und wir haben Grund genug, für
diesen Menschen zu danken", unterstrich der Wiener Erzbischof, der
als Ordenskaplan des Habsburger Haus-Ordens der Ritter vom Goldenen
Vlies zugleich eine Art Hausseelsorger für das Haus Habsburg ist.

Kardinal Schönborn erinnerte auch an eine Begebenheit nach dem
Festgottesdienst beim Mitteleuropäischen Katholikentag am 22. Mai
2004 in Mariazell, die bezeichnend für Otto Habsburg gewesen sei.
Damals waren knapp nach der Erweiterung der Europäischen Union an
die 100.000 Gläubige aus den Nachbarländern gekommen, unter ihnen
die Staatspräsidenten der Länder, EU-Kommissionspräsident Romano
Prodi und Otto Habsburg. "Dafür habe ich gelebt", sagte ein
fröhlicher und vom Regen durchnässter Habsburg damals, tief
beeindruckt von der "Wallfahrt der Völker".

O-Töne des Gesprächs mit Kardinal Schönborn können unter
www.kathpress.at/audio abgerufen werden.

Mehr auf www.kathpress.at (forts. mgl.) hkl/pwu/

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