- 01.07.2011, 11:36:27
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Tumpel zu Arbeitsmarkt: "Jeder Jugendliche soll nach der Ausbildung seine Chance auf dem Arbeitsmarkt bekommen. Das ist unser Ziel!"
Wien (OTS) - Die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt setzte
sich auch im Juni weiter fort. "Aber leider auch die
Herausforderungen", sagt AK Präsident Herbert Tumpel, "vor allem
Ältere ab 50 und Frauen haben schlechtere Erwerbschancen. Das dürfen
wir ebenso wenig übersehen, wie die Eröffnung von Chancen auf dem
Arbeitsmarkt für alle Jugendlichen." Mit rund 269.000 arbeitsuchenden
Menschen (knapp 208.000 arbeitslos Gemeldete und rund 61.000
SchulungsteilnehmerInnen) ging die Zahl der Arbeitsuchenden gegenüber
dem Vergleichsmonat im Vorjahr um über 15.700 (-5,5 Prozent) zurück.
Allerdings muss bei den Älteren ab 50 und bei den Frauen ein Anstieg
der Arbeitsuchenden verzeichnet werden. "Wenn alle die Erhöhung des
faktischen Pensionsantrittsalters fordern, gibt es gerade bei den
Älteren die Chance dazu", sagt Tumpel. Insbesondere sind die
Unternehmen gefordert: "Die Betriebe müssen dazu bereit sein, ältere
Arbeitnehmer gesundheitlich zu fördern, sie nicht abzubauen, und sie
müssen auch ältere Arbeitnehmer einstellen." Tumpel fordert auch
weiterhin die Verbesserung der Wiedereinstiegschancen für Frauen: ein
ausreichendes Angebot an Arbeitsmarktkursen und die Verbesserung der
Qualität dieser Kurse, den Ausbau der sozialen Dienste, vor allem für
Kinderbetreuung und Pflege - das könnte die Erwerbs- und
Einkommenschancen für Frauen nachhaltig heben. Für die Jungen will
der AK Präsident, dass alle eine Ausbildung bekommen: "Jeder
Jugendliche soll nach der Schule oder Lehre auch seine Chance haben.
Die Jugendarbeitslosigkeit sinkt nur deshalb, weil wir seit Sommer
2009 eine öffentlich finanzierte überbetriebliche Ausbildung haben."
In den Betrieben sinkt nämlich die Zahl der Lehrlinge - von knapp
120.000 im Mai 2008 auf 110.000 im Mai 2011. Kritik übt Tumpel an der
oft unzureichenden Qualität der Ausbildung in manchen Lehrbetrieben.
Jahr für Jahr schaffen tausende Lehrlinge die Abschlussprüfung nicht,
oder treten gar nicht an: "Qualitätssicherung in der Lehre ist ein
wichtiges Ziel. Da möchte ich jetzt Fortschritte sehen. Ohne Reform
der Lehrausbildung ist die Bildungsreform nicht komplett."
Rückfragehinweis:
AK Wien Kommunikation
Thomas Angerer
Tel.: +43-1 501 65-2578
mailto:[email protected]
http://wien.arbeiterkammer.at
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