• 30.06.2011, 12:49:01
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Griechenlands Sparpaket: "Ein lachendes und ein weinendes Auge"

Experten fordern jetzt ein Konjunkturpaket für den Krisenstaat

Wien (OTS) - "Die Zitterpartie ist noch nicht vorbei." So
reagierte der ÖVP-Delegationsleiter im Europaparlament Othmar Karas
auf die Verabschiedung des Milliarden-Sparpakets durch das
griechische Parlament. Er sei zwar über das Votum erleichtert, sagte
Karas gestern in der ATV-Diskussionssendung "Am Punkt", aber jetzt
müssten schnell weitere Schritte folgen: "Es geht um Sparen,
Strukturreformen und Konjunkturpakete."

Stefan Ederer vom Wifo sah die Entscheidung des griechischen
Parlaments mit einem "lachenden und einem weinenden Auge." Eine
dramatische Krise der Währungsunion sei abgewendet worden, aber das
heiße auch, dass jetzt in Griechenland drastisch gespart werde. "Das
wird die Rezession verschärfen und das Problem ist, dass wenn die
Wirtschaft schrumpft eben auch die Steuereinnahmen zurückgehen, und
dann werden sie ihre Sparziele wieder verfehlen", sagte der
Wirtschaftsforscher in "Am Punkt." Deshalb müsse die Konjunktur
schnell angekurbelt werden.

Doch wie? Nach Karas Einschätzung ist Griechenlands Wirtschaft
"nicht wettbewerbsfähig". Der Europa-Parlamentarier stellte Athen
deshalb EU-Mittel etwa für Innovationsprogramme in Aussicht und
sprach sich dafür aus, dass "Manager und Beamte aus anderen
EU-Ländern zu Hilfe kommen." Letztendlich müssten aber die Griechen
ihre Probleme selbst lösen.

Wenig von den Vorschlägen hält BZÖ-Parteichef Josef Bucher. In "Am
Punkt" nannte er Griechenland "ein Fass ohne Boden" und warf Karas
vor, er fülle es mit Milliarden an österreichischen Steuergeldern:
"Es kann niemand eine Garantie abgeben, dass jemals ein Cent wieder
zurückfließt. Niemals wird ein Cent wieder zurückkommen - das
garantiere ich Ihnen." Das jetzt beschlossene Sparprogramm und das
Rettungspaket der EU seien nichts anderes als eine
"Konkursverschleppung". In ein, zwei Jahren sei Griechenland dann
"völlig pleite." Erneut forderte Bucher den Austritt Griechenlands
aus der Eurozone.

Rückfragehinweis:
ATV Redaktion "Am Punkt": Tel.:01/213 64 115

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