OTS0143   30. Juni 2011, 11:18

Gabriele Heinisch-Hosek: "Gewalt an Frauen darf nicht tabuisiert werden"

Frauenministerin eröffnet Tagung zur geschlechtsspezifischen Datenerfassung für Maßnahmen zur Gewaltprävention


"Österreich hat im Bereich der Gewaltprävention durch
die zwei Gewaltschutzgesetze bereits viel erreicht, aber wir sind
noch lange nicht am Ziel", sagte Frauenministerin Gabriele
Heinisch-Hosek beim heutigen Treffen internationaler
Gender-Stat-Expertinnen und -Experten zum Thema
"Geschlechtsspezifische Datenerfassung als Voraussetzung für
effektive Maßnahmen gegen Gewalt an Frauen" in Wien.

"Österreich hat sich mit der Unterzeichnung der Europaratskonvention
zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen verpflichtet,
geschlechtersensible Statistiken im Gewaltbereich zu führen. Eine
solche Datenerfassung ist eine wichtige Voraussetzung für effektive
Maßnahmen zur Prävention von Gewalt an Frauen", so Heinisch-Hosek. In
Österreich sei daher eine Arbeitsgruppe eingerichtet worden, um die
Datenerfassung und -verknüpfung zu verbessern. "Als Frauenministerin
habe ich außerdem eine Studie zum Thema 'High Risk-Victims', das
betrifft insbesondere Beziehungsmorde an Frauen, in Auftrag gegeben.
Damit sollen jene Indikatoren aus der gerichtlichen Kriminalstatistik
herausgefiltert werden, die Frauen zu Hochrisikoopfern machen." Der
Ausbau von Präventionsmaßnahmen sei nötig, um das Risiko von Gewalt
in Beziehungen weiter zu minimieren.

"Gewalt in Beziehungen, sowohl an Frauen als auch ihren Kindern, wird
leider in vielen Ländern immer noch tabuisiert. Für viele Frauen ist
es sehr schwierig, sich aus solchen Beziehungen zu lösen, egal,
welcher Schicht oder Ethnie sie angehören", so Heinisch-Hosek. Daher
sei es erforderlich, sich über nationale Grenzen hinweg stärker zu
vernetzen und über Best-Practice-Modelle auszutauschen. "Fachtagungen
wie die heutige geben der Politik wichtige Anregungen. Wir
Politikerinnen und Politiker müssen diese Ergebnisse in unserer
täglichen Arbeit nutzen, um Verbesserungen möglich zu machen."
Abschließend dankte die Frauenministerin all jenen, die sich im Kampf
gegen Gewalt engagieren und wünschte den Teilnehmerinnen und
Teilnehmern eine erfolgreiche Tagung.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0143 2011-06-30 11:18 301118 Jun 11 NBU0001 0299



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Rückfragehinweis: Dr. Julia Valsky
Pressesprecherin der Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek
Tel.: (01) 531 15 - 2149,
0664/610 62 76
julia.valsky@bka.gv.at

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