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OTS0091   30. Juni 2011, 10:12

Bures: Förderung für Energieforschung rechnet sich: 27.600 Arbeitsplätze, 3,6 Mrd. Euro Umsatz, 10,2 Mio. Tonnen weniger CO2

Marktstudie Erneuerbare Energien 2010 über Biomasse, Photovoltaik, Solarthermie und Wärmepumpen liegt vor


Konsequente Investitionen in die
Energieforschung rechnen sich. Das belegt die aktuelle Marktstudie zu
erneuerbaren Energien, die im Auftrag des Bundesministeriums für
Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) erstellt wird und am
Dienstag präsentiert wurde. Obwohl 2010 im Bereich erneuerbare
Energie durch die Nachwirkungen der Wirtschaftskrise ein schwieriges
Jahr war, steht Österreich im internationalen Vergleich gut da.
Unternehmen in den vier Bereichen Biomasse, Photovoltaik,
Solarthermie und Wärmepumpen erzielten 2010 mit 27.617 Beschäftigten
3,6 Milliarden Euro Umsatz. Energietechnik aus Österreich ist auch
ein Exportschlager: Zwei von drei in Deutschland installierten
Biomassekesseln stammen aus Österreich, der Exportanteil thermischer
Kollektoren bei 79 Prozent. Positiver Klimaeffekt: Diese erneuerbaren
Energieformen reduzieren in Summe den CO2 Ausstoß um mehr als 10,2
Millionen Tonnen. ****

Die öffentliche Hand förderte die Energieforschung im Jahr 2010 mit
mehr als 92 Millionen Euro - 63 Millionen davon kommen vom BMVIT. "Es
freut mich, dass sich unsere Investitionen in die Energieforschung
rechnen", sagt Infrastrukturministerin Doris Bures, "und es freut
mich, dass sich die österreichischen Unternehmen mit ihren
Innovationen auch unter wirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen
auf den internationalen Märkten behaupten können." Die Daten des
ersten Quartals 2011 zeigen, dass sich das Marktumfeld für
erneuerbare Energie wieder verbessert - so wurde etwa knapp 20
Prozent mehr Sonnenkollektorenfläche verkauft als im
Vergleichszeitraum 2010.

Die durch die Finanz- und Wirtschaftskrise gedämpften Investitionen
und der 2010 noch niedrigere Ölpreis haben den starken Aufwärtstrend
von Heizsystemen auf Basis erneuerbarer Energien abgebremst. Dennoch
erwies sich der österreichische Markt als krisenfest, die teilweise
Stagnation erfolgte auf hohem Niveau.

Allein mit den Programmen "Haus der Zukunft" und "Haus der Zukunft
plus" hat das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und
Technologie in den vergangenen Jahren mehr als 350 Forschungsprojekte
mit rund 47 Millionen Euro gefördert. Über den Klimafonds stellt das
BMVIT jährlich mehr als 30 Millionen Euro für das Forschungs- und
Technologieprogramm neue "Neue Energien 2020" zur Verfügung. Und die
FTI-Initiative "Intelligente Produktion" mit einem Volumen von 50
Mio. Euro konzentriert sich auf energie- und ressourcenschonende
Produktionstechnologien.

70 Prozent Exportquote bei Biomasse-Kesseln

Einer der wichtigsten Faktoren der erneuerbaren Energienutzung in
Österreich ist die Nutzung fester Biomasse. Der Inlandsverbrauch
fester Biobrennstoffe ist von 12 Millionen Tonnen 2009 auf 12,5
Millionen Tonnen im Jahr 2010 angestiegen, der Hackgutverbrauch hat
im Vorjahr 6,1 Millionen Tonnen erreicht. Durch den Einsatz biogener
Brennstoffe konnten 2010 rund 9,4 Millionen Tonnen CO2 eingespart
werden. Die Biobrennstoffbranche hat im Vorjahr mit 13.300
Beschäftigten einen Gesamtumsatz von 1,3 Milliarden Euro
erwirtschaftet.

Während es 2010 bei Pelletskesseln einen leichten Verkaufsrückgang
um etwa vier Prozent gab, lag dieser bei Stückholzkesseln bei 27
Prozent. Verantwortlich dafür: Ein Mix aus Folgen der
Wirtschaftskrise, einem Rückgang der Förderungen und Förderaktionen
der Mineralölindustrie für neue Ölkessel. 2010 wurden 8.130
Pelletskessel, 6.211 Stückholzkessel und 4.219 Hackschnitzelkessel
abgesetzt. 70 Prozent ihrer Produktion exportieren österreichische
Biomasse-Kesselhersteller, die wichtigsten Exportmärkte sind
Deutschland und Italien.

Verdoppelung bei netzgekoppelten Photovoltaikanlagen

Aufgrund von unterschiedlichen Fördermaßnahmen kam es 2010 zu einem
historischen Höchststand bei der Marktdiffusion von netzgekoppelten
Photovoltaikanlagen. Insgesamt gab es einen Zuwachs von 42.902
kWpeak, was einer Verdoppelung des Inlandsmarktes entspricht. Die
Gesamtleistung aller Photovoltaikanlagen liegt bei rund 95,5 MWpeak.
Erfreulich dabei: Die installierten Anlagen führten 2010 zu einer
Reduktion von CO2 Emissionen von knapp 37.000 Tonnen. Darüber hinaus
konnten die spezifischen Kosten bei netzgekoppelten PV-Anlagen
gegenüber 2009 um mehr als 15 Prozent gesenkt werden.

Österreich Spitzenreiter in Europa bei Solarthermie

Mit Ende des Jahres 2010 waren in Österreich 4,5 Millionen
Quadratmeter thermische Sonnenkollektoren in Betrieb. Der
Nutzwärmeertrag dieser Anlagen liegt bei 1.876 GWh, damit wurden
411.596 Tonnen an CO2 Emission vermieden. Obwohl es auf dem
Solarthermiemarkt gegenüber 2009 zu einem Rückgang von mehr als 20
Prozent gab, liegt Österreich in Europa hinter Zypern auf dem sehr
guten zweiten Platz, bezogen auf die pro Einwohner installierte
Kollektorleistung. Und mit knapp 1,3 Millionen Quadratmetern
produzierter Kollektorfläche gehört Österreich zu den größten
Produktionsländern Europas - 79 Prozent der Produktion gehen in den
Export. Im ersten Quartal 2011 konnte ein Plus von 19,3 Prozent zum
Vorjahrsquartal festgestellt werden.

Leichter Rückgang beim Absatz von Wärmepumpen

Der Gesamtabsatz von österreichischen Wärmepumpen ist 2010 um 3,1
Prozent gesunken. Rückgänge gab es dabei vor allem im Sektor
Brauchwasserwärmepumpen und beim Export von Heizungswärmepumpen. Der
Inlandsmarkt für Heizungswärmepumpen erwies sich mit einem nur
geringen Rückgang als verhältnismäßig stabil. Forschungs- und
Entwicklungsanstrengungen konzentrieren sich bei Wärmepumpensystemen
derzeit auf Kombinationsanlagen mit andern Systemen, wie etwa mit
solarthermischen Anlagen oder Photovoltaikanlagen, auf die
Erschließung von neuen Energiedienstleistungen wie Raumkühlung und
Klimatisierung oder auch die Gebäudetrockenlegung.

Hinweis: Die Marktstatistik wird auf www.nachhaltigwirtschaften.at
und unter der Schriftenreihe "Berichte aus Energie und
Umweltforschung" veröffentlicht. (Schluss)

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0091 2011-06-30 10:12 301012 Jun 11 NVM0001 0796



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Susanna Enk,
Pressesprecherin
Tel.: +43 (0) 1 711 6265-8121
susanna.enk@bmvit.gv.at

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