• 30.06.2011, 09:00:38
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Österreich: Tierversuche gesunken - trotzdem kein Grund zur Freude

Wien (OTS) - Der jüngst publizierten amtlichen
Tierversuchsstatistik ist zu entnehmen, dass die Anzahl der Tiere,
die im Jahre 2010 in österreichischen Labors für Experimente und
Tests ihr Leben lassen mussten, gegenüber dem Vergleichsjahr 2009 um
fast 10 Prozent gesunken ist.

Im Jahr 2010 wurden an 187.236 lebenden Wirbeltieren
experimentelle Eingriffe vorgenommen, die für diese Tiere mit Angst,
Schmerzen, Leiden oder dauerhaften Schäden verbundenen waren und bei
den meisten davon auch zum Tod führten. 320 Tiere wurden erneut für
Versuche eingesetzt.

Gerda Matias, Präsidentin des Internationalen Bundes der
Tierversuchsgegner (IBT): "Trotz der geringeren Anzahl an verwendeten
Versuchstieren im Jahr 2010 kann ich keinen wirklichen Fortschritt in
Richtung einer deutlichen Reduzierung der Tierversuche erkennen,
solange nicht einmal jene Werte unterschritten werden, die wir schon
vor rund zehn, elf Jahren zu verzeichnen hatten, als das Limit bei
130.00 bis 160.000 Labortiere im Jahr lag."

Bei der Verwendung der Tierarten lassen sich gegenüber dem
Vergleichsjahr 2009 kaum Verschiebungen ausmachen. Auch im Jahre 2010
nehmen die Mäuse als die am häufigsten verwendeten Versuchstiere mit
148.567 die traurige Spitzenstellung ein. Ihnen folgen mit großem
Abstand die Kaninchen mit 16.584 und die Ratten mit 9.281 Tieren.

Weiters wurden in absteigender Reihenfolge verwendet:
Meerschweinchen, Schweine, Fische, "Andere Vögel", Hamster, Rinder,
Schafe, Amphibien, Hunde, Pferde, Esel und Kreuzungen, Katzen,
Ziegen, Marder und "Andere Nager".

Die TierversuchsgegnerInnen beanstanden, dass nur ein Drittel der
Tiere aus österreichischen registrierten Zuchteinrichtungen stammt.
Der Großteil kommt "aus anderen Quellen innerhalb der EU", die nicht
von den österreichischen Behörden kontrolliert werden können.

Für die TierversuchsgegnerInnen ist es weiters nicht einzusehen,
dass einzig die Tierversuche im Bereich der Grundlagenforschung, wo
weder aufgrund gesetzlicher Vorschriften, noch zweckgebunden und
zielorientiert geforscht und getestet wird, gestiegen sind. In allen
anderen Bereichen konnten Tiere eingespart werden: etwa bei der
Herstellung, Qualitätskontrolle, Forschung und Entwicklung von
Produkten und Geräten der Human-. Zahn- und Veterinärmedizin.
Insgesamt hat sich auch die Anzahl der verwendeten Tiere bei
Versuchen im Zusammenhang mit Krankheiten von Mensch und Tier - um
fast 6 Prozent - verringert.

Die TierversuchsgegnerInnen fordern, dass der gesetzlichen
Zielvorgabe aus dem Jahre 1990, § 1 Tierversuchsgesetz entsprechend,
"die Zahl der Tierversuche zu reduzieren und Ersatzmethoden zu
fördern", endlich effizient Rechnung getragen werde. Die Forschung,
Entwicklung und rasche Anerkennung von Ersatzmethoden sei
voranzutreiben. Für die TierversuchsgegnerInnen ist die direkte und
indirekte Finanzierung von Tierversuchsprojekten mit öffentlichen
Geldern ein Skandal, da diese gewiss nicht dem Willen der
Bevölkerungsmehrheit entspreche.

Im Zeitalter modernster Technologien ist es längst überfällig, der
völlig veralteten, weil wissenschaftlichen Kriterien nicht
standhaltenden Tierversuchsmethode, die darüber hinaus überaus
grausam ist, weil fühlende Lebewesen, isoliert in einem sterilen
Labor, unter Leiden und Schmerzen zu Test- und Messgeräten degradiert
und zum Tode verurteilt werden, eine deutliche Absage zu erteilen.

Rückfragehinweis:
Mag.a Romana Rathmanner
Internationaler Bund der Tierversuchsgegner (IBT)
Tel.: +43/1/713 08 23-11, Fax: +43/1/713 08 23-10
E-Mail: [email protected]
Homepage: www.tierversuchsgegner.at

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