- 29.06.2011, 13:32:18
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Österreichs E-Wirtschaft will Atomstrom-Geschäfte fortsetzen
GLOBAL 2000 und Greenpeace: Fadenscheinige Vorwände der Energiewirtschaft um Atomstromverbot zu verhindern
Wien (OTS) - Die Umweltorganisationen Greenpeace und GLOBAL 2000
reagieren mit scharfer Kritik auf eine Aussendung der
österreichischen Elektrizitätswirtschaft, wonach ein Verbot für
Atomstrom unmöglich sei. "Die österreichische Elektrizitätswirtschaft
behauptet, dass es - solange irgendwo in Europa ein Kernkraftwerk
läuft - auch Atomstrom in Österreich geben würde. Entscheidend ist
aber vielmehr, ob direkt oder indirekt Strom von
Atomkraftwerksbetreibern gekauft wird. Und das kann sowohl rechtlich
als auch durch eine entsprechende Unternehmenspolitik geregelt
werden", erklären GLOBAL 2000 Geschäftsführer Klaus Kastenhofer und
Greenpeace Geschäftsführer Alexander Egit. Zwei Tage vor dem
Anti-Atomstrom-Gipfel am kommenden Freitag, den 1. Juli 2011, rufen
GLOBAL 2000 und Greenpeace die österreichische
Elektrizitätswirtschaft auf, ihren Teil der Verantwortung zu
übernehmen, statt inhaltsleere Nebelgranaten zu werfen. Der Gipfel
wird nur dann ein Erfolg, wenn eine lückenlose Regelung gegen den
Import von Atomstrom erreicht wird. Auch 74 Prozent der
ÖsterreicherInnen hatten sich in einer aktuellen Umfrage dafür
ausgesprochen.
GLOBAL 2000 und Greenpeace kritisieren außerdem die in der Aussendung
benannten Ausbaupläne der Stromwirtschaft. "Das Ziel der
Stromkonzerne ist offensichtlich ein Atomstromimport-Verbot zu
verhindern, gleichzeitig aber auf dem Rücken der Anti-Atom-Welle ein
Ausbauprogramm von kalorischen Kraftwerken zu rechtfertigen",
erläutert Alexander Egit. Sogar das Verbund-Gaskraftwerk Mellach, das
zu einem wirtschaftlichen Fiasko zu werden droht, wird als
notwendiger Ausbau der Stromversorgung präsentiert. Zusätzlich wird
auch der langjährige Wunsch der E-Wirtschaft für schnellere
Genehmigungsverfahren unter Missachtung von Umweltverträglichkeit und
Bürgerbeteiligung ins Spiel gebracht.
GLOBAL 2000 und Greenpeace verlangen für den Anti-Atomgipfel am 1.
Juli mehr Verantwortungsbewusstsein seitens der Energiewirtschaft.
"Wer seine öffentliche Aufgabe ernst nimmt, darf nicht über die
Interessen der Bevölkerung drüberfahren", so Egit und Kastenhofer
abschließend. "Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten Atomstromimporte
zu stoppen, rechtlich oder durch eine geänderte Unternehmenspolitik.
Den Erfolg des Gipfels werden wir daran messen ob es gelingt, Importe
von Atomstrom tatsächlich lückenlos zu stoppen."
Rückfragehinweis:
Melanie Aldrian Pressesprecherin Greenpeace Tel.: +43-664-6126725 mailto: [email protected] Simonne Baur Pressesprecherin GLOBAL 2000 Tel.: +43-699-14200023 mailto: [email protected]
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