• 29.06.2011, 12:22:31
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Industrie: Leitbetriebe sind Träger des Wiederaufschwungs

IV-Präsident Sorger: Studie belegt, Leitbetriebe sind und bleiben Kern des Industrielandes Österreich

Wien (OTS/PdI) - "Internationale Leitbetriebe sind und bleiben die
Kernsubstanz der österreichischen Volkswirtschaft und wichtige
Knotenpunkte der Innovations- und Wirtschaftsdynamik", betont der
Präsident der Industriellenvereinigung (IV), Dr. Veit Sorger. Die
heute präsentierten Ergebnisse der neuen Studie "Internationale
Leitbetriebe - Träger des Wiederaufschwungs" des
Industriewissenschaftlichen Instituts (IWI) bestätigen die große
Bedeutung dieser Unternehmensgruppe für Österreich - in guten als
auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten. Durch Leitbetriebe
werden laut der neuen Studie durchschnittlich 2- bis 3-mal mehr an
Produktion, Wertschöpfung und Arbeitsplätzen in der heimischen
Volkswirtschaft geschaffen und gesichert - und dies fast
ausschließlich bei KMU - als direkt in den Leitbetrieben selbst
entstehen.

"Unsere Leitbetriebe wurden von der Krise an vorderster Front
getroffen. Sie blieben aber selbst am Höhepunkt der Krise die
Kernsubstanz der Volkswirtschaft und sind nun Träger des
Wiederaufschwunges. In der aktuellen Studie beurteilen die
Leitbetriebe ihre wirtschaftliche Entwicklung für die nächsten Jahre
wieder klar positiv", stellt Sorger fest. Allerdings müssten die
Standortfaktoren für Leitbetriebe - allen voran die Rahmenbedingungen
des "Faktors Arbeit" - verbessert werden, so der IV-Präsident. In der
Verfügbarkeit von hochqualifizierten Arbeitskräften orten die 106
untersuchten Leitbetriebe aktuell den wichtigsten Standortfaktor, den
es zu verbessern gilt.

"Die international tätigen Leitbetriebe waren die ersten, die die
Wucht der Wirtschaftskrise zu spüren bekamen. 7 von 10 Leitbetrieben
waren im Jahr 2009 mit Umsatzeinbrüchen konfrontiert - 4 von 10
Leitbetrieben hatten sogar Umsatzrückgänge von mehr als 20 Prozent
binnen eines Jahres zu verkraften", berichtet Dr. Wolfgang Eder,
Vorstandsvorsitzender der voestalpine AG und Vorsitzender der High
Level Group Leitbetriebe. Dennoch hätten die 106 untersuchten
Leitbetriebe zum Höhepunkt der Krise immer noch 104 Mrd. Euro an
gesamtwirtschaftlicher Produktion, 424.000 Arbeitsplätze in
Österreich und in Summe 95.000 KMU abgesichert. "Jeder Leitbetrieb
sichert damit Arbeitsplätze, Produktion und Wertschöpfung bei
durchschnittlich 900 verbundenen KMU", so Eder.

Die wirtschaftliche Entwicklung beurteilen die 106 untersuchten
Leitbetriebe aktuell wieder klar positiv: 3 von 4 Leitbetrieben
konnten bereits 2010 wieder Umsatzzuwächse verzeichnen, 54 Prozent
gehen bereits wieder von steigenden Beschäftigungszahlen in den
nächsten Jahren aus. "Leitbetriebe sind, wie die Studie zeigt,
Innovationsknotenpunkte - knapp ein Viertel der Betriebe hat sogar in
Krisenzeiten zusätzliche Beschäftigte in Forschung und Innovation
eingestellt", so Eder. Auch die voestalpine hat in der Krise die
Ausgaben für Forschung & Entwicklung nicht gekürzt, sondern bei
konstant 110 Mio. Euro gehalten. "Heuer werden die Ausgaben um 10
Prozent auf 120 Mio. Euro gesteigert. Das ist ein neuer Rekordwert",
so Eder. Die 106 Leitbetriebe haben selbst während der Krise rund 2
Mrd. Euro in Forschung & Entwicklung investiert - das sind mehr als
ein Viertel aller F&E-Aufwendungen Österreichs - und dabei 12.400
hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.

Für Prof. Dr. Gerhard Riemer, Leiter des Bereiches Bildung,
Forschung und Innovation der Industriellenvereinigung, ist klar:
"Aufgrund der hohen Bedeutung von Leitbetrieben für Wachstum und
Wohlstand in Österreich können wir es uns nicht leisten, auch nur
eines dieser Unternehmen zu verlieren. Im Gegenteil: Wir müssen die
Rahmenbedingen für Leitbetriebe verbessern, damit wir die bereits
ansässigen Leitbetriebe nicht nur halten und zu neuem Engagement und
neuen Investitionen in Österreich ermuntern, sondern auch versuchen,
den einen oder anderen Leitbetrieb neu in Österreich anzusiedeln."

"Drei Viertel der großen Industrieunternehmen berichten bereits
von Problemen, qualifiziertes Personal in Zukunftsbereichen wie
Forschung & Entwicklung, Technik, Produktion zu finden", so
IV-Präsident Sorger. Neben einer Verbesserung des Bildungssystems -
insbesondere zur Entschärfung des Nachwuchsproblems in den Bereichen
Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) - sei
daher die rasche Umsetzung konkreter Maßnahmen der FTI-Strategie der
Bundesregierung für die Leitbetriebe von größter Bedeutung. "Darüber
hinaus schlägt die Industrie einen verpflichtenden 'Standort-Check'
für alle standortpolitisch relevanten Vorhaben vor", sagt Sorger. Die
Politik sollte schon im Planungsstadium mögliche Auswirkungen
geplanter Maßnahmen auf Unternehmen - insbesondere Leitbetriebe -
überprüfen, um so die besten Entscheidungen für den Standort treffen
zu können.

Rückfragehinweis:
IV-Newsroom
Tel.: +43 (1) 711 35-2306
mailto:[email protected]
www.iv-net.at/medien

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