• 29.06.2011, 10:34:07
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Ein Drittel der heimischen Bevölkerung über 15 Jahren leidet an einer chronischen Erkrankung

Hauptverband: Selbsthilfegruppen sind ein wichtiger Bestandteil bei der Information und Betreuung von PatientInnen

Wien (OTS) - Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, chronische
Atemwegserkrankungen und Diabetes: Diese vier chronischen
Erkrankungen gehören zu den größten Killern und sind nach Angaben der
Weltgesundheitsorganisation WHO weltweit für rund 60 Prozent aller
Todesfälle verantwortlich. In Österreich leidet rund ein Drittel der
Bevölkerung über 15 Jahren an zumindest einer chronischen Erkrankung
(Quelle: Statistik Austria). Diese steigende Tendenz stellt nicht nur
das heimische Gesundheitssystem, sondern auch die betroffenen
PatientenInnen selbst vor enorme Herausforderungen. Unter dem Titel
"Der informierte Patient. Störfaktor oder Wunschbild ?" veranstaltet
der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger
gemeinsam mit der ARGE Selbsthilfe Österreich - dem Dachverband von
rund 1.600 Selbsthilfegruppen - heute, Mittwoch, bereits zum vierten
Mal den Tag der Selbsthilfe.
Einander helfen und beistehen: Das ist das Motto jener Menschen,
die in Selbsthilfegruppen bewusst einen Weg gemeinschaftlicher
Problembewältigung bei chronischen Erkrankungen suchen. Rund 250.000
chronisch Kranke haben sich bereits österreichweit zu
Selbsthilfegruppen zusammengeschlossen. Der Hauptverband und die
einzelnen Krankenkassen haben daher entsprechend dem
Koalitionsübereinkommen der Bundesregierung und dem im Herbst des
Vorjahres vorgestellten Masterplan der Sozialversicherung, wonach
entsprechend der Vision "Länger selbstbestimmt leben bei guter
Gesundheit" die Selbsthilfegruppen an der Weiterentwicklung des
Gesundheitswesen verstärkt eingebunden werden sollen, die
Zusammenarbeit mit der ARGE Selbsthilfe in den letzten Jahren
intensiviert. Josef Probst, stellvertretender Generaldirektor im
Hauptverband: "Die ARGE Selbsthilfe Österreich ist eine
funktionierende Plattform der Selbsthilfeorganisationen, die die
gemeinsamen Anliegen und Bedürfnisse im Sozial- und
Gesundheitsbereich bündelt und in den entsprechenden Gremien
einbringt". Die ARGE Selbsthilfe Österreich ist für die
Sozialversicherung daher ein wichtiger Gesprächspartner. Die
Bandbreite reicht von der Betreuung und Behandlung von chronischen
Erkrankungen bis zu technischen Innovationen wie etwa der
e-Medikation. Diese soll ja bekanntlich einen maßgeblichen Beitrag
zur Qualitätsverbesserung bei der gleichzeitigen Einnahme von
mehreren Arzneimitteln leisten.
In den vergangenen Jahren wurden von den Krankenkassen gemeinsam
mit regionalen Selbsthilfegruppen und damit unter Einbeziehung von
betroffenen PatientInnen zahlreiche Projekte durchgeführt bzw. die
Weiterentwicklung bestehender Angebote und Strukturen initiiert.
Konkrete Beispiele dafür sind das zwischen der Wiener
Gebietskrankenkasse und der Stadt Wien durchgeführte Projekt der
"patientInnenorientierten, integrierten Krankenbetreuung", welches
den PatientInnen Hilfestellungen bei Versorgungs- und
Betreuungsangelegenheiten nach einem Spitalsaufenthalt sichert, sowie
die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen beim
Disease-Management-Programm "Therapie Aktiv - Diabetes im Griff" zur
optimalen Versorgung von PatientInnen mit der Diagnose
Diabetes Typ 2. Die qualitative Verbesserung der Betreuung von
Patienten durch sogenannte Disease Mangement Programme wie Diabetes
sind unstrittig und mittlerweile evaluiert.

Anforderung an die Versorgung chronisch Kranker

Ein modernes Gesundheitssystem setzt auf die aktive und
eigenverantwortliche Mitwirkung der Versicherten. Der/Die
selbstbestimmte eigenverantwortliche Versicherte ist daher einer der
zentralen Forderungen des Masterplans der Sozialversicherung.
Chronische Erkrankungen benötigen neben einer koordinierten
Krankenbehandlung eine Förderung der PatientInnen, die diese in die
Lage versetzt, mit ihrer Erkrankung emanzipiert umzugehen. Gefordert
wird ein Gesundheitssystem, welches sich nicht überwiegend an den
somatischen Komponenten der Erkrankung fixiert, sondern auch die
alltags- und personenorientierten Aspekte der Erkrankung
berücksichtigt und diesen einen ebenso hohen Stellenwert einräumt.
Monika Maier, Mitglied der ARGE Selbsthilfe Österreich: "Durch die
Teilnahme an Selbsthilfegruppen werden die Mitglieder zu ExpertInnen
der eigenen Erkrankung. Damit wird zum einen die Selbstbestimmung und
Eigenverantwortung der PatienteInnen gestärkt, wenn es um die eigene
Behandlung geht und zum anderen auch das Arzt-Patienten-Gespräch auf
selber Augenhöhe ermöglicht". "In Selbsthilfegruppen wird", so Maier
weiter, "immer noch ein Großteil der mangelnden Versorgung mit
alltagsorientierten Schulungen und fehlender psychosozialer
Versorgung durch die überwiegend ehrenamtliche Arbeit in den Gruppen
kompensiert. Sie tragen damit wesentlich dazu bei, dass der
informierte Patient Wirklichkeit wird".

Aufgabenprofil der ARGE Selbsthilfe Österreich

Zum Aufgabenbereich der ARGE Selbsthilfe Österreich gehört unter
anderem, die Bedürfnisse und Interessen der Selbsthilfegruppen im
Sozial- und Gesundheitsbereich zu bündeln und in die
Entscheidungsstrukturen einzubringen. Die ARGE Selbsthilfe Österreich
kann einen guten Überblick über die Anliegen und Bedürfnisse der
Betroffenen und Angehörigen geben und gleichzeitig sicherstellen,
dass nicht Einzelinteressen, sondern die Anliegen einer breiten Basis
vertreten werden.
Die ARGE Selbsthilfe Österreich, deren Tätigkeit gemeinnützig und
nicht auf Gewinn gerichtet ist, bezweckt nach ihren Vereinsstatuten:
1. die Interessenvertretung der Selbsthilfe auf Bundesebene
2. die Koordination und Repräsentation der gesundheits- und
sozialpolitischen Anliegen der Mitglieder der ARGE Selbsthilfe
Österreich
3. den Aufbau und Stärkung von Informations-, Vernetzungs- und
Kooperationsstruktu-ren zwischen der ARGE Selbsthilfe Österreich und
den relevanten Entscheidungsträgern, Interessenvertretungen sowie
zwischen Vertretungsorganen der Einrichtungen im
Gesundheits- und Sozialbereich (politischen Parteien,
Forschungseinrichtungen, Kammern usw.)
4. die Mitwirkung bei gesundheits- und sozialpolitischen
Entwicklungen und Entschei-dungen auf Bundesebene
5. das Aufgreifen, Entwickeln und Vorantreiben selbsthilferelevanter
Vorhaben und Projekte
6. Schaffung von Beteiligungsmöglichkeiten der unterschiedlichen
Formen der Selbsthilfe in relevanten Gremien auf Bundesebene
7. Qualitätsentwicklung der Selbsthilfe im Gesundheits- und
Sozialbereich in Österreich

Die Sozialversicherung garantiert unabhängig von Alter, Einkommen,
sozialer Herkunft und Bildung hochwertige Gesundheitsversorgung und
eine sichere Pensionsvorsorge. Aktuell sind rund 8,2 Millionen
Menschen anspruchsberechtigt (Versicherte und mitversicherte
Angehörige). Der Behandlungsanspruch aus der Krankenversicherung wird
beim Mediziner durch das e-card-System angezeigt: Die e-card als
Schlüsselkarte enthält keine medizinischen Daten, ermöglicht dem Arzt
aber die Überprüfung des Versicherungsstatus eines Patienten und die
Nutzung weiterer Services. Der Hauptverband der österreichischen
Sozialversicherungsträger ist das organisatorische Dach über der
solidarischen Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung Österreichs.

Rückfragehinweis:
Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71132-1120
mailto:[email protected]
http://www.sozialversicherung.at

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