• 29.06.2011, 08:03:31
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80 Prozent der ÖsterreicherInnen sagen "Nein" zu Atomstrom

Greenpeace und GLOBAL 2000: Bundesregierung muss Atomstrom-Importen Riegel vorschieben

Wien (OTS) - Die Mehrheit der österreichischen Bevölkerung lehnt
die Geschäfte heimischer Energiekonzerne mit Atomstrom ab. Das zeigt
eine aktuelle Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstituts market,
die Greenpeace und GLOBAL 2000 vor dem bevorstehenden Anti-Atomgipfel
in Auftrag gegeben haben. 80 Prozent der 500 befragten
ÖsterreicherInnen sind demnach gegen den Handel mit Atomstrom durch
heimische Energieversorger. 74 Prozent sprechen sich sogar dezidiert
für ein entsprechendes Importverbot aus. "Mit dem aktuellen
Umfrageergebnis formuliert die österreichische Bevölkerung eine
deutliche Botschaft gegen das schmutzige und riskante Geschäft mit
Atomstrom. Wir werden dafür sorgen, dass dieses Anliegen von der
österreichischen Regierung gehört und umgesetzt wird", so
Greenpeace-Geschäftsführer Alexander Egit und GLOBAL
2000-Geschäftsführer Klaus Kastenhofer im Hinblick auf den für 1.
Juli anberaumten Anti-Atomgipfel. An diesem werden Vertreter der
österreichischen Bundesregierung, der Energiewirtschaft und der
Umweltorganisationen teilnehmen.

Knapp Dreiviertel der befragten ÖsterreicherInnen würden für ein
Importverbot von Atomstrom auch eine geringfügige Erhöhung des
Strompreises in Kauf nehmen. Für die Geschäftsführer der
Umweltorganisationen ist dieses Meinungsbild eine deutliche
Aufforderung an die Politik: "Die österreichische Bevölkerung hat
einen klaren Handlungsauftrag an die Bundesregierung formuliert.
Jetzt liegt es an der Politik, ein Importverbot von Atomstrom zu
erwirken und damit ihre Glaubwürdigkeit in der Anti-Atompolitik unter
Beweis zu stellen", so Alexander Egit, und Klaus Kastenhofer ergänzt:
"Ein österreichisches Importverbot von Atomstrom würde weitgreifende
Auswirkungen auch auf grenznahe AKWs haben und Österreich als
europäischen Vorreiter positionieren. Der Atomindustrie könnte man so
einen Strich durch die Rechnung machen und damit einen wichtigen
Beitrag zum Schutz der österreichischen Bevölkerung vor Atomunfällen
leisten."

Für Länder, die Atomstrom zu Exportzwecken produzieren, ist
Österreich ein äußerst lukrativer Markt: Jährlich wird Atomstrom in
einem Ausmaß importiert, das der produzierten Strommenge von zwei
Atomreaktoren entspricht. Lediglich 14 Prozent der ÖsterreicherInnen
fühlen sich laut Umfrage sehr gut über diese Geschäftspraxis
informiert. Deshalb fordern die Umweltorganisationen zukünftig
klarere Information über die Stromherkunft. "Die mangelhafte
Transparenz der österreichischen Stromanbieter ist ein unhaltbarer
Zustand, der es bewussten StromkundInnen erschwert ökologischen Strom
zu beziehen", so Greenpeace-Geschäftsführer Egit und GLOBAL
2000-Geschäftsführer Kastenhofer fordert: "Eine transparente, klar
verständliche Kennzeichnung muss zukünftig selbstverständlich sein,
denn auch wenn in Österreich hoffentlich bald kein Atomstrom mehr
durch die Leitungen fließt, so bleiben ökologische Unterschiede
zwischen den einzelnen Stromanbietern doch bestehen."

Weitere Informationen finden Sie online unter:
http://www.greenpeace.at/atomstrom-raus
http://www.global2000.at/site/de/wissen/energie/stromkennzeichnung/ar
ticle-stromfilz.htm

Die Umfrage-Ergebnisse finden Sie zum download unter:
http://www.greenpeace.org/austria/Global/austria/dokumente/Factsheets
/atom_Umfrage_Atomstrom_2011.pdf

Rückfragehinweis:

Melanie Aldrian
   Pressesprecherin Greenpeace 
   Tel.: +43-664-6126725
   mailto: [email protected]
   
   Simonne Baur
   Pressesprecherin GLOBAL 2000
   Tel.: +43-699-14200023
   mailto: [email protected]

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