• 28.06.2011, 14:28:06
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FALTER: Der mutmaßliche Terrorist Maqsood L. war muslimischer Mustergardist beim Bundesheer

Kurz bevor der Wiener Islamist im Jahr 2009 angeblich ein afghanisches Terrorcamp absolvierte, diente er als "Soldatenvertreter" bei der österreichischen Garde

Wien (OTS) - Wenn Journalisten die Maria-Theresien-Kaserne in
Wien-Hietzing besuchten, holte man den strenggläubigen Soldaten
Maqsood L. Die Garde des österreichischen Bundesheeres, wo jeder
zweite Rekrut Muslim ist, war ein Vorzeigeprojekt, und Maqsood L. war
im Jahr 2008 ihr muslimischer Mustergardist.

Wie die Wiener Wochenzeitung "Falter" in ihrer am Mittwoch
erscheinenden Ausgabe berichtet, wurde L. Mitte Mai wegen des
Verdachts der Mitgliedschaft in einer Terrorvereinigung in
Deutschland verhaftet. Ermittlern zufolge ist der heute 21-Jährige
L., der bereits in Österreich radikalisierte wurde und mittlerweile
den "Deutschen Taliban Mudschaheddin" zugerechnet wird, kurz nach dem
Ende seiner Wehrpflicht nach Afghanistan abgetaucht, wo er ein
Terrorcamp absolviert und gegen NATO-Truppen gekämpft haben soll,
berichtet der "Falter".

Zuvor hatte er als offizieller Soldatenvertreter der muslimischen
Rekruten bei der Garde gedient, also - wie ein Heeressprecher im
"Falter" bestätigt - als "Verbindungsorgan" zwischen Heer und
Muslimen. Als solcher stand er internationalen Medien Rede und
Antwort über das Vorzeigeprojekt. "Mein Vater sagt: Erst das Militär
macht dich zum Mann", erzählte Maqsood L. etwa der deutschen
Wochenzeitung "Die Zeit" im Jahr 2008.

Welcher Aufgabe der Rekrut, der nach der Grundausbildung einer
"Betriebsversorungsstelle" zugeteilt worden war, beim Heer nachging,
lässt sich heute laut Auskunft des Heeres nicht mehr eruieren. Auf
die Frage, ob das Heeresabwehramt ausschließen könne, dass die Garde
von Islamisten unterwandert ist, antwortet ein Sprecher des
Verteidigungsministeriums im "Falter": "Wir können ausschließen, dass
wir mit dem Thema leichtfertig umgehen."

Wie der "Falter" mit Verweis auf Ermittler berichtet, soll es
zwischen Maqsood L. und dem Wiener Islamisten Thomas Al-J., 25, einen
"engen Zusammenhang" geben. So soll Al-J., der vor zwei Wochen wegen
des Verdachts auf Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung
in Wien festgenommen wurde, laut Ermittlern Maqsood L.s Reise in ein
afghanisches Terrorcamp organisiert haben.

Obwohl dem Verfassungsschutz keine konkreten Anschlagspläne auf
Österreich bekannt seien, spricht Peter Gridling, Direktor des
Verfassungsschutzes, im Hinblick auf den zehnten Jahrestag von 9/11
von einer "erhöhten Gefährdung". Gridling im Falter-Interview: "Jeder
kann ein Opfer werden."

Rückfragehinweis:
Stefan Apfl
Politikredaktion - Falter
Marc-Aurel-Straße 9, 1011 Wien
Tel: +43-1-53660-965

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