- 28.06.2011, 13:15:31
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Karlheinz Töchterle: Zukunft der pädagogischen Berufe gemeinsam gestalten
Ergebnisse der Vorbereitungsgruppe sind wertvolle Basis - Fachwissen und Fachdidaktik müssen weiter gestärkt werden
Wien (OTS) - Mit den abschließenden Empfehlungen der
Vorbereitungsgruppe unter der Leitung von Andreas Schnider und Roland
Fischer zur "Pädagog/innenbildung Neu" wurde nunmehr eine gute
inhaltliche Basis an die Auftraggeber, das Bundesministerium für
Unterricht, Kunst und Kultur sowie das Bundesministerium für
Wissenschaft und Forschung, übergeben. Anlässlich eines gemeinsamen
Pressegesprächs mit Bundesministerin Dr. Claudia Schmied betonte
Wissenschafts- und Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle, dass
das vorliegende Ergebnis der Vorbereitungsgruppe ein wertvolles
Fundament darstelle, um einen für Österreich immens wichtigen Prozess
konstruktiv und zielstrebig weiter zu führen. "Nur die Besten sollen
an unseren Schulen unterrichten und dafür muss auch das beste
Ausbildungssystem zur Verfügung stehen", so Töchterle. Von den
nächsten Schritten erhofft sich der Minister nun ein "neues Denken
von Schule, Lehren und Lernen".
Inhaltlicher Kern der Empfehlungen ist die Einbettung der
Pädagog/innenbildung in eine der Bologna-Struktur folgenden
Ausbildungsarchitektur, die ein vierjähriges Bachelorstudium und
darauf aufbauendes Masterstudium in Verbindung mit einer
grundsätzlich einjährigen Induktionsphase umfasst. Für allgemeine
Pädagog/innen soll dabei je ein Bachelorstudium für den Elementar-
und Primarbereich (Altersbereich 0 - 12 Jahre) und den
Sekundarbereich (Altersbereich 8 - 19 Jahre) angeboten werden.
Aufgrund der zentralen Bedeutung von Fachwissenschaft und
Fachdidaktik sieht Töchterle dabei jedenfalls die Universitäten als
federführende Institutionen an, die sich aber genauso wie die
Pädagogischen Hochschulen weiterentwickeln müssen, um den veränderten
Herausforderungen zu entsprechen. In diesem Zusammenhang betonte
Minister Töchterle auch die für eine qualitätsvolle Ausbildung
unerlässlichen Grundsätze von Wissenschaftlichkeit,
forschungsgeleiteter Lehre und hochschulüblicher Autonomie, die für
akademische Einrichtungen Grundvoraussetzungen seien. "In Kooperation
mit den Pädagogischen Hochschulen haben die Universitäten als
Wissensträgerinnen in Sachen Lehrerausbildung einen wesentlichen
Beitrag zu leisten. Dies erachte ich vor allem im Hinblick auf eine
künftig noch stärkere Integration der Fachwissenschaften und unter
dem Aspekt der pädagogischen Forschung als unverzichtbar", erklärt
der Wissenschaftsminister. "Das Projekt ist eine große Chance für die
Weiterentwicklung einer qualitätsvollen und modernen Arbeit an
unseren Schulen, für unsere Kinder und all jene Menschen, die Schule
in Zukunft prägen möchten. Daher gilt es schon jetzt, die richtigen
Partner für dieses längerfristige Projekt zu gewinnen. Dabei gilt es,
auch die besonderen Bedürfnisse in Ballungsräumen und ländlichen
Regionen zu berücksichtigen und bestmöglich zu vereinen", betont
Töchterle.
Wissenschaftsminister Töchterle weist nachdrücklich darauf hin, dass
in der weiteren inhaltlichen Diskussion vor allem die Integration der
künftigen Träger/innen bzw. auch der Dienstgeber/innen ein zentraler
Baustein eines erfolgreichen Prozesses sei. "Jene, die Lehrer
anstellen, sollen auch die entsprechenden Qualifikations- und
Anforderungsprofile vorgeben. Dann sollte es die Aufgabe der
Trägerinstitutionen sein, die jeweiligen Curricula für die
differenzierten Formen des Berufsbildes zu gestalten", so Töchterle.
"Wichtig ist mir, dass eine staatliche Überregulierung verhindert und
möglichst viel an gestalterischem Freiraum für die Arbeit der
Expertinnen und Experten in den Einrichtungen, insbesondere an den
Universitäten, geschaffen wird", erklärt der Wissenschaftsminister.
Im weiteren Prozess müssen nun neben den rechtlichen
Rahmenbedingungen auch die künftige Trägerstruktur intensiv erörtert
werden. Dies sei wesentliche Voraussetzung dafür, das gewünschte
Ergebnis gemeinsam erreichen zu können. "Qualitätssteigerung,
Vergleichbarkeit und Durchlässigkeit sollen die Eckpunkte eines
modernen Ausbildungssystems in Österreich sein. All dies soll
schlussendlich auch zu einer höheren Wertigkeit des Berufsbildes
beitragen", so Töchterle.
Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung Minoritenplatz 5, 1014 Wien Pressesprecher: Markus Gorfer Tel.: +43 1 531 20 9027 Mailto: [email protected] www.bmwf.gv.at
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