- 27.06.2011, 13:02:57
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Seniorenbund: Zugang zu "Urlaub von der Pflege" weiter erleichtern! Nutzung von 2% ist ein Witz!
Weg mit bürokratischen Hürden für pflegende Angehörige!
Wien (OTS) - Zu heutigen Medienberichten, wonach lediglich 2% der
pflegenden Angehörigen im Vorjahr das Angebot des "Urlaub von der
Pflege" genutzt hätten, hält die Bundesobmann-Stellvertreterin des
Österreichischen Seniorenbundes und ÖVP Seniorensprecherin, Mag.
Gertrude Aubauer, fest:
"Pflegende Angehörige leisten unersetzliches für unsere
Gesellschaft und für ihre Angehörigen. Fromme Sonntagsreden und
Danksagungen alleine helfen ihnen jedoch nicht. Nach den ersten
Unterstützungsschritten der vergangenen Jahre müssen nun weitere
folgen. Denn viel zu wenige pflegende Angehörige wissen überhaupt von
den Unterstützungsangeboten wie "Urlaub von der Pflege" oder gratis
Pensions-Versicherung während der Zeit der Pflege. Hier gilt es
dringend anzusetzen!"
"Der letzte Frauengesundheitsbericht, der dem Nationalrat
vorgelegt wurde, belegt: Pflegende Angehörige haben ein viel höheres
Krankheitsrisiko als die Durchschnittsbevölkerung. Wer die hohe Zahl
an häuslicher Pflege durch Angehörige garantieren will, muss daher
mehr für die Entlastung pflegender Angehöriger leisten", erklärt
Aubauer, die dazu die konkreten Seniorenbund-Forderungen anführt:
- Zu aller erst mangelt es an Information: All jene, die als
pflegende Angehörige tätig sind, müssen direkt kontaktiert und über
die Angebote von Kurzzeit- und Urlaubspflege informiert werden.
- Derzeit wird die Unterstützung für "Urlaub von der Pflege" im
Nachhinein gewährt. Das Verfahren sollte künftig umgekehrt ablaufen:
Erst Unterstützung bei der Suche nach der passenden Ersatzpflege.
Dann eine verbindliche Finanzierungszusage, damit für die Betroffenen
klar ist, welche Kosten sie noch selbst zu übernehmen haben. Dann
erst ist ein sorgenfreier und entspannter Antritt des "Urlaub von der
Pflege" möglich.
- Künftig sollte jede pflegende Person Anspruch auf einen
pflegefreien Tag pro Monat haben. Die entsprechende Planung hat
möglichst wohnortnahe zu geschehen, die Finanzierung ist
bundeseinheitlich sicher zu stellen.
Und Aubauer richtet den Blick der Verantwortlichen auf die drängende
Neuaufstellung des Pflegesystems insgesamt:
"Der Pflegefonds bietet nur eine kurze Verschnaufpause, ist bis
2014 zeitlich befristet. Daher müssen dringend die Verhandlungen zur
Neuaufstellung für die Zeit nach 2014 begonnen werden. Im Zuge dieser
Strukturänderungen, die jedenfalls eine bundesweit einheitliche und
nachhaltig finanzierbare Lösung garantieren müssen, ist auch die
Unterstützung der pflegenden Angehörigen und die Finanzierung des
"Urlaub von der Pflege" sicher zu stellen. Aber: Bis zum heutigen Tag
liegt nicht einmal die Einladung zum Verhandlungsbeginn vor. Wie man
da bis Ende 2012 - also in nur 18 Monaten - eine sinnvolle Lösung
schaffen will, bleibt fraglich!"
Rückfragehinweis:
Österreichischer Seniorenbund, Susanne Kofler, Tel.: 0650-581-78-82; [email protected]; www.seniorenbund.at
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