- 25.06.2011, 15:54:21
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"Aliyev verhöhnt seine Opfer" - Aliyev-Interview im profil für Opferanwalt Lansky von "beispiellosem Zynismus"
Wien (OTS) - Mit seinen Aussagen im aktuellen profil "verhöhnt
Rakhat Aliyev seine Opfer und ihre Familien in unerträglicher Weise",
so der Wiener Rechtsanwalt Gabriel Lansky , der die Witwen der von
Rakhat Aliyev im Jahr 2007 entführten und mit hoher
Wahrscheinlichkeit ermordeten Bankmanager. Aliyev behauptet im
profil, mit dem Tod der beiden Manager "nicht das geringste zu tun"
zu haben, sollten die beiden tot sein würde ihn das "wirklich
erschüttern".
"Die Indizienkette gegen Aliyev und seine in Österreich
aufhältigen Mittäter ist mittlerweile so dicht, dass das Interview im
profil nur als völlig untauglicher Versuch eines Mörders gesehen
werden muss, seine Taten anderen in die Schuhe zu schieben", so
Lansky. Es sei nun Aufgabe der österreichischen Justiz, den Fall
restlos aufzuklären.
Rakhat Aliyev versucht seit dem Jahr 2007, sich als
Oppositionspolitiker zu inszenieren, um die konkreten und belegbaren
Vorwürfe gegen ihn als politisch motiviert darzustellen. Dies ist
offensichtlich auch der Zweck dieses Interviews, nachdem sich mit dem
Auffinden der Leichen seiner Opfer die Verdachtslage gegen Aliyev und
seine Mittäter massiv erhärtet hat.
Am 13. Mai wurden in der Nähe von Almaty (Kasachstan) die in
Fässern vergrabenen und mit Kalk verunstalteten Leichen der zwei von
Aliyev entführten Bankmanager aufgefunden.
Die Identität der Leichen wurde durch eine von der Charité in
Berlin durchgeführte DNA-Analyse zweifelsfrei festgestellt. Laut
Obduktionsbericht wurden die Opfer massiv misshandelt und gefoltert
sowie mit Psychopharmaka und Tranquilizern "behandelt". An den
Leichen wurden jene Merkmale und Misshandlungsspuren festgestellt,
die mit den Zeugenaussagen aus dem 2007 durchgeführten
Ermittlungsverfahren übereinstimmen.
"Die Behauptung, das sei alles aus politischen Gründen
konstruiert, ist seit dem Auffinden der Leichen und der
durchgeführten gerichtsmedizinischen Analysen, unglaubwürdiger denn
je", so Opferanwalt Lansky, "es gibt die Leichen, es gibt die
Folterspuren und es gibt die Zeugenaussagen, die jetzt objektiv Punkt
für Punkt bestätigt wurden. Das reicht normalerweise jedem
österreichischen Gericht für eine Anklage. Jetzt müssen aber
zumindest die in Österreich befindlichen Mittäter in U-Haft genommen
werden."
Die Versuche Aliyevs, sich als Oppositioneller darzustellen, seien
völlig unglaubwürdig. Aliyev sei niemals für Reformen in Kasachstan
eingetreten, vielmehr habe er seine Funktionen als Chef der
Finanzpolizei und stellvertretender Geheimdienstchef ausgenützt, um
kasachische Unternehmer und Manager zu erpressen. Die auf diese
kriminelle Weise erworbenen Gelder - weit über 100 Millionen Euro -
sind nachweislich allein über österreichische Konten, insbesondere
bei der Privatinvest Bank, ins Ausland transferiert worden. Lansky:
"Wie kommt ein aufrechter Oppositionspolitiker und Staatsbeamter in
Kasachstan zu diesen Summen? Schon die Tatsache, dass Aliyev über ein
derart großes Vermögen verfügt, zeigt, dass das Gerede vom verfolgten
Oppositionspolitiker eine reine Verteidigungsstrategie ist."
Es sei daher bedauerlich und unverständlich, dass die
Staatsanwaltschaft Wien und der zuständige Richter im
Auslieferungsverfahren trotz eindeutiger Indizien seit dem Auffinden
der Leichen das "Märchen vom Oppositionspolitiker" übernommen hätten,
ganz offensichtlich, ohne den Fakten nachzugehen. "Dass Aliyev jetzt
sagt, er wolle Präsident werden, passt genau in seine
Verteidigungsstrategie. Um dann zu behaupten, er werde nur verfolgt,
weil er Präsident Nasarbajew gefährlich werden kann. Dabei weiß
jeder, der sich auch nur minimal mit den Fakten beschäftigt, dass das
völliger Humbug ist."
Auch die Behauptung, ein Zeuge könne belegen, dass die ermordeten
Bankmanager 2008 noch am Leben gewesen seien, sei eine glatte Lüge.
"Wenn das stimmen würde, hätte Aliyev diese Beweise längst
vorgelegt." Auch die österreichische Justiz hätte bei ordentlich
durchgeführten Recherchen im Auslieferungsverfahren diesen
angeblichen Beweis erheben können.
Überhaupt hat Aliyev seine Verteidigungslinie auf Grund der
erdrückemden Indizien erst kürzlich geändert. So behauptete er erst
in der vergangenen Woche auf Twitter, sein Mitarbeiter Vadim Koshlyak
(der in Österreich lebt und hier um politisches Asyl angesucht hat),
habe die beiden Manager "nach einem gemeinsamen Gespräch" mit Aliyev
weggebracht und somit als letzter gesehen. Offenbar will Aliyev damit
die Schuld in letzter Sekunde auf seinen Bodyguard schieben, während
er bis zum Auffinden der Leichen jeden Zusammenhang mit dem
Verschwinden der beiden Manager bestritten hatte.
Lansky weist auch Aliyevs Behauptung zurück, über seine Kanzlei
seien Gelder geflossen, um Aliyev zu schaden: "Im Gegenteil, Aliyev
hat in den Tagen vor seiner Abberufung als Botschafter noch insgesamt
rund 650.000 Euro an den Fußballverein Vienna und an die Agentur Red
Carpet bezahlt. Der Hintergrund dieser Zahlungsflüsse muss jetzt
aufgeklärt werden." Aliyevs Behauptung im profil, Kasachstan habe
sich die Unterstützung der SPÖ erkauft, sei überhaupt vollkommen
absurd. Lansky: "Es ist ja Aliyev, der von den österreichischen
Behörden, insbesondere von Teilen des Innenministeriums und vom
zuständigen Wiener Staatsanwalt seit Jahren geschützt wird. Und
sowohl Innen- wie auch Justizministerium sind fest in Händen der
ÖVP."
Auch die Niederlassungsbewilligung wurde Aliyev und seinen
Komplizen binnen zwei Tagen rechtswidrig von der
Bezirkshauptmannschaft Horn , also in einem ÖVP-regierten Bundesland,
erteilt, nachdem Franz Lang, der der ÖVP zuzurechnende
Generaldirektor für Öffentliche Sicherheit , seine Zustimmung gegeben
hatte.
Seit der Ablehnung der Auslieferung von Aliyev und seiner
Komplizen von Österreich nach Kasachstan ist Österreich in vollem
Umfang für die Ermittlungen wegen Entführung, Geldwäsche und Mord
zuständig. Lansky: "Nach all den Pannen erwarten wir als
Opfervertreter jetzt ein transparentes, rechtsstaatliches
Ermittlungsverfahren und die Verhaftung der in Österreich
befindlichen Verdächtigen."
Rückfragehinweis:
Lansky, Ganzger + Partner
Dr. Gabriel Lansky
+431 533 33 30-13
[email protected]
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