• 21.06.2011, 09:57:08
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Allianz Studie: Bronze-Medaille für Österreichs Wirtschaft

Wien (OTS) - Deutschland ist nach Berechnungen der Allianz
Volkswirte das wirtschaftlich gesündeste Land der Euro-Zone. Die
Nummer zwei ist Luxemburg, gefolgt von Österreich. Die aktuelle
Schuldenmisere in Europa zeige die Notwendigkeit einer umfassenden
Krisenvorsorge - mit der Schaffung eines europäischen
Anleihenversicherers könnte man die Situation entschärfen, ist man
bei der Allianz überzeugt.

"Die aktuellen und langfristigen Probleme sind nicht nur an den
Staatsbudgets ablesbar", erklärt Dr. Wolfram Littich,
Vorstandsvorsitzender der Allianz Gruppe in Österreich. Es gehe vor
allem darum, auch wirtschaftspolitische Entwicklungen zu
berücksichtigen. Damit sollen rechtzeitig Gefahren erkannt werden,
die ein übertriebenes oder einseitig forciertes Wirtschaftswachstum
mit sich bringt.

Österreich: Europameister bei "Beschäftigung, Produktivität und
Ressourceneffizienz"

Um die Ausgewogenheit und Solidität der Konjunkturentwicklung in
der Währungsunion zu messen, hat die Allianz einen Indikator
entwickelt: Der sogenannte "Euro Monitor" berücksichtigt neben den
Staatsfinanzen etwa auch Exporterfolg, Inlandsnachfrage,
Lohnentwicklung, Arbeitslosigkeit und die private Verschuldung. Wirft
man einen Blick auf die einzelnen Indikatoren der Studie, so zeigt
sich, dass Österreich im internationalen Vergleich gut abschneidet.
In den Kategorien "Finanzielle Nachhaltigkeit" sowie "Verschuldung
privater inländischer Sektoren und Nettoauslandsvermögenssituation"
liegt Österreich auf Platz 4, bei der "Wettbewerbsfähigkeit und
Inlandsnachfrage" konnte Platz 2 gefestigt werden. In der Kategorie
"Solidität der Staatsfinanzen" konnte Österreich Platz 6 halten,
Spitzenreiter in dieser Kategorie ist Estland, das erst zu
Jahresbeginn dem Euro beigetreten ist. Bei "Beschäftigung,
Produktivität und Ressourceneffizienz" ist Österreich
"Europameister". Über alle insgesamt 15 quantitativen Indikatoren
gerechnet, bedeutet das für Österreich einen guten dritten Platz
hinter Deutschland und Luxemburg. Auf den vier letzten Plätzen
befinden sich dagegen Spanien, Portugal, Irland und als Schlusslicht
Griechenland. Die nach Deutschland zweitgrößte Euro-Volkswirtschaft
Frankreich liegt im Mittelfeld auf Rang acht.

Strukturelle Reformen notwendig

"Die 17 Länder der Eurozone müssen mehr leisten, um die Stabilität
ihrer gemeinsamen Währung und deren Glaubwürdigkeit an den
Finanzmärkten zu sichern", erklärt Dr. Michael Heise, Chefvolkswirt
der Allianz SE. Den Euro-Krisenländern attestiert er "erste
Anpassungserfolge". Es sei aber mehr Zeit nötig, bis die
eingeleiteten Strukturreformen griffen. Im Falle Griechenlands warnt
er vor einem Schuldenschnitt. Dadurch würde sich die Krise weiter
ausbreiten, argumentiert Heise. Demgegenüber halte er das geplante
weitere Hilfspaket, flankiert durch eine freiwillige Umschuldung
privater Gläubiger und ein strategisches Investitionsprogramm der
Europäischen Union, für sinnvoll. Jedes Zögern drohe zu einer
Belastung für den Euro zu werden. "Glaubwürdige
Konsolidierungsschritte und Reformen müssen in den verschuldeten
Ländern schnell eingeführt und umgesetzt werden. Ebenso dringend ist
eine Verbesserung der strukturellen Wettbewerbsfähigkeit und
Produktivität", so Heise.

Krisenprävention durch intensivere Politikkoordination

Dabei sei auch eine Reform des wirtschaftspolitischen
Steuerungsrahmens sinnvoll: Gegenwärtig sind einige Euro-Staaten ohne
bezahlbaren Zugang zum Kapitalmarkt. Hauptursache dafür sei die
herrschende Unklarheit über die Solvenzsituation. EFSF (Europäische
Finanzstabilisierungsfazilität) und ESM (Europäischer
Stabilisierungsmechanismus), die für den Notfall als
Finanzierungsmechanismen vorgesehen sind, übernehmen immer mehr die
Rolle als einzige Finanzierungsquelle. Der politische Widerstand
gegen fortgesetzte Zahlungen wächst und Spekulationen übers etwaige
"Versiegen der Quelle" nehmen zu. Als Lösung führen die Allianz
Experten die Schaffung eines European Sovereign Insurance Mechanism
(ESIM) an: Die bereits für den Euro-Rettungsschirm bereitgestellten
Mittel würden teilweise für die Schaffung eines Anleihenversicherers
eingesetzt. ESIM erhielte für die garantierten Anleihen eine
jährliche Versicherungsprämie vom staatlichen Emittenten, deren Höhe
sich an der Verbesserung der Schuldenkennzahlen bemessen sollte.
Investoren erhielten so Klarheit über den maximal möglichen Verlust
und könnten entsprechend kalkulieren und preisen. Dadurch würde ein
bezahlbarer Zugang zu den Kapitalmärkten für die betroffenen Staaten
wieder hergestellt werden.

Aber letztlich liege die Verantwortung bei den Ländern selbst,
jetzt zu handeln. Die Autoren des "Euro Monitors" empfehlen, die von
der EU-Kommission befürwortete Gesetzgebung für eine bessere
Kontrolle der Finanzpolitik und makroökonomischer Ungleichgewichte
schnell und ohne eine weitere Verwässerung einzuführen. Dazu benötige
die Eurozone nicht nur ein verbessertes Monitoring, sondern auch
klare und verbindliche Regeln für die Mitgliedsstaaten. Der
Stabilitäts- und Wachstumspakt müsste ebenso eindeutige Regeln und
wirksame Sanktionsmöglichkeiten erhalten. Den Sparprogrammen in den
einzelnen Ländern sollten umgehend strukturelle Reformen folgen.

"Der Euro Monitor 2011" ist die erste Studie ihrer Art nach der
Eurokrise. Herausgegeben von den Volkswirten der Allianz SE
analysiert der Monitor die 17 Staaten der Eurozone auf Basis von 15
quantitativen Indikatoren in vier Kategorien: Finanzielle
Nachhaltigkeit; Wettbewerbsfähigkeit und Inlandsnachfrage;
Beschäftigung, Produktivität und Ressourceneffizienz sowie
Verschuldung privater inländischer Sektoren und Vermögenspositionen
gegenüber dem Ausland. Als makroökonomisches Monitoring- und
Frühwarnsystem dient der Monitor dazu, bestehende und neu aufkommende
wirtschaftspolitische Fehlentwicklungen aufzudecken. Erstmals werden
bei dieser Analyse auch Faktoren wie der demografische Wandel und der
Umgang mit natürlichen Ressourcen einbezogen, weil sie aus Sicht der
Allianz Volkswirte einen wesentlichen Einfluss auf das nachhaltige
Wachstum einzelner Länder haben."

Downloads im Internet unter
http://www.unternehmen.allianz.at/presse/news/

- Foto: Dr. Wolfram Littich ((C) Allianz) - Abdruck honorarfrei
- Pressemeldung als PDF
- Euro Monitor-Ranking als PDF
- Euro Monitor als PDF, abrufbar unter
http://www.ots.at/redirect/economic_research

Vorbehalt bei Zukunftsaussagen

Soweit wir in diesem Dokument Prognosen oder Erwartungen äußern
oder die Zukunft betreffende Aussagen machen, können diese Aussagen
mit bekannten und unbekannten Risiken und Ungewissheiten verbunden
sein. Die tatsächlichen Ergebnisse und Entwicklungen können daher
wesentlich von den geäußerten Erwartungen und Annahmen abweichen.

Neben weiteren hier nicht aufgeführten Gründen können sich
Abweichungen aus Veränderungen der allgemeinen wirtschaftlichen Lage
und der Wettbewerbssituation, vor allem in Allianz
Kerngeschäftsfeldern und -märkten, aus Akquisitionen sowie der
anschließenden Integration von Unternehmen und aus
Restrukturierungsmaßnahmen ergeben. Abweichungen können außerdem aus
dem Ausmaß oder der Häufigkeit von Versicherungsfällen (zum Beispiel
durch Naturkatastrophen), der Entwicklung der Schadenskosten,
Stornoraten, Sterblichkeits- und Krankheitsraten beziehungsweise
-tendenzen und, insbesondere im Bankbereich, aus der Ausfallrate von
Kreditnehmern resultieren. Auch die Entwicklungen der Finanzmärkte
(z.B. Marktschwankungen oder Kreditausfälle) und der Wechselkurse
sowie nationale und internationale Gesetzesänderungen, insbesondere
hinsichtlich steuerlicher Regelungen, können entsprechenden Einfluss
haben. Terroranschläge und deren Folgen können die Wahrscheinlichkeit
und das Ausmaß von Abweichungen erhöhen. Die hier dargestellten
Sachverhalte können auch durch Risiken und Unsicherheiten beeinflusst
werden, die in den jeweiligen Meldungen der Allianz SE an die US
Securities and Exchange Commission beschrieben werden. Die
Gesellschaft übernimmt keine Verpflichtung, Zukunftsaussagen zu
aktualisieren.

Keine Pflicht zur Aktualisierung

Die Gesellschaft übernimmt keine Verpflichtung, die in dieser
Meldung enthaltenen Aussagen zu aktualisieren.

Rückfragehinweis:

Mag. Manfred Rapolter, MA
   Unternehmenskommunikation
   Allianz Gruppe in Österreich
   Hietzinger Kai 101-105, 1130 Wien
   Tel: 01/878 07 - 80690, Fax: - 40261
   E-Mail: [email protected] 
   Internet: http://www.allianz.at

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