• 19.06.2011, 13:29:28
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Anstieg psychischer Erkrankungen erfordern Antworten

Gesundheitssprecher der Grünen fordert endlich Reaktionen und will "Taten statt Worte" sehen.

Wien (OTS) - "Es ist erfreulich dass sich der Hauptverband der
Sozialversicherungsträger nun mit dem Anstieg psychischer
Erkrankungen beschäftigt. Allerdings gibt es entsprechende der WHO
und von der EU seit Jahren. Auch das österreichische Bundesinstitut
für Gesundheitswesen erhob vor Jahren einen Mehrbedarf für
psychotherapeutische Investitionen" so Kurt Grünewald,
Gesundheitssprecher der Grünen im Parlament. "Wenn also den
Verantwortlichen diese Befunde bekannt sind, wäre es an der Zeit hier
auch zu einer adäquaten Therapie zu kommen."

"Es geht nicht an, dass die Psychotherapie auf Krankenschein immer
noch nicht flächendeckend umgesetzt wurde und hier je nach Kassen und
Bundesland beträchtliche private Zuzahlungen von den PatientInnen
alltäglich sind. Plafonierungen von Budgets oder Behandlungsstunden
wären bei körperlich Erkrankten undenkbar und zeigen eine klare
Diskriminierung psychisch Kranker", kritisiert Grünewald. "Bei
derartigen Versorgungslücken, die auch die ambulante und dezentrale
psychiatrische Versorgung betrifft, kann man sicher nicht von einer
finanziellen Sanierung der Kassen sprechen. Zu späte Diagnosen und
überlange Wartezeiten auf Therapien führen zur Chronifizierung von
Erkrankungen und sind in ihren Folgen teurer als die notwendigen
gesundheitspolitischen Investitionen. Massiv sind die Mängel vor
allem bei Kindern und Jugendlichen, wie eine parlamentarische
Anfragebeantwortung der Grünen kürzlich ergab", ärgert sich
Grünewald.
"Wenn Minister Stöger meint, der Mangel an Kinder- und
JugendpsychiaterInnen, sei ein gekünstelter, da diese Therapien auch
durch ErwachsenenpsychiaterInnen vorgenommen werden könnten, so hat
er die moderne Entwicklung nicht wirklich mitbekommen", bringt es der
Grüne Gesundheitssprecher auf den Punkt.

"Ich fordere hier endlich zu klaren Finanzierungskonzepten zu
kommen!", so Grünewald weiter.
Nur ein Viertel der Betroffenen erhält derzeit eine adäquate Therapie
und das "ist seit Jahren ein ausgewachsener Skandal. Versagt haben
hier auch die Gesundheitsplattformen der Länder, die die hier
bereitgestellten Gelder zu einem Bruchteil für längst fällige
Reformen verwenden. All das ist ein weiterer Beleg für eine
Zweiklassenmedizin in der psychisch Kranke zum Opfer werden. Statt
Worten will ich nun Taten sehen" schließt Grünewald.

Rückfragehinweis:
Die Grünen, Bernd Pekari
Tel.: +43-67686665930
mailto: [email protected]

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