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OTS0040   19. Juni 2011, 12:21

LR Anschober: Weltweit boomt Solarstrom - nur in Österreich wird er klein gehalten

Mitterlehner will Solarstrom auch im neuen ÖKOSTROMGESETZ behindern und verhindern


Ende 2011 wird die weltweit installierte
Gesamtleistung von Solarstrom bei 60 Gigawatt liegen und damit einen
Stromertrag liefern, der mit zehn großen Atomkraftwerken vergleichbar
ist. Seit 2006 hat sich damit die Photovoltaik weltweit
verzwölffacht. Und das ist erst der Beginn: aufgrund der steigenden
Produktionsmengen und fortschreitenden Effizienzsteigerung der
Anlagen sinken die Preise für Solarstrom dramatisch ab - derzeit um
20 Prozent pro Jahr. Und daher entwickelt sich der Ausbau dramatisch
schnell: in Bayern etwa hat Solarstrom bereits einen Anteil von fünf
Prozent am Gesamtstromverbrauch, in Tschechien waren es im April
bereits mehr als drei Prozent, in ganz Deutschland bei über zwei
Prozent und nirgendwo ist das Tempo des Ausbaus derzeit so hoch wie
in Italien.

OÖ.Energielandesrat Rudi Anschober:"Alleine in Österreich soll die
politisch erzwungene Sonnenfinsternis beibehalten werden, in dem der
Förderdeckel und damit die Beschränkung der jährlich geförderten
Anlagen bestehen bleiben soll. Zwar wird darauf verwiesen, dass das
Ausbauziel bis 2020 bei 1100 Megawatt liegt (von derzeit 100), bei
näherer Analyse zeigt sich jedoch, wie entlarvend dieses Ziel ist:
Österreich würde damit 2020 einen Solarstromanteil von lediglich 1,58
Prozent erreichen, die Hälfte des Anteils, den Tschechien derzeit
bereits hat und nicht einmal ein Drittel des derzeitigen Wertes von
Bayern."
Oberösterreichs Energielandesrat fordert daher, dass der Deckel
zumindest bei Solarstrom ersatzlos gestrichen und ein Ausbauboom
zugelassen wird, der vergleichbar ist mit jenem der Nachbarländer.
Anschober:"Anfang Juli wird das Gesetz vom Nationalrat beschlossen,
bis dorthin muss nachverhandelt werden. Verweigert Mitterlehner die
Aufhebung des Deckels bei Solarstrom, handelt er nicht nur gegen
Klimaschutz und Energiewende, sondern auch wirtschaftsfaktor- und
technologiefeindlich, denn die grünen Technologien sind die
Leitindustrie des 21. Jahrhunderts. Ohne Heimmarkt verschläft
Österreich hier die Technologieentwicklung und verspielt die Chance
auf 20.000 grüne Jobs, die mit einem attraktiven ÖKOSTROMGESETZ
mittelfristig im Solarbereich möglich wären".

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
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