- 19.06.2011, 12:13:59
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Flüchtingsdrama: Papst appelliert bei San Marino-Besuch an Staaten
Benedikt XVI. äußert sich bei Mittagsgebet am Sonntag im Stadion des Kleinstaates - Anlass des Appells ist Weltflüchtlingstag und Schicksal der Bootsflüchlinge aus Nordafrika.
San Marino, 19.06.11 (KAP) Papst Benedikt XVI. hat sich bei einem
Besuch in San Marino besorgt über die weltweit geringer gewordene
Aufnahmebereitschaft für Flüchtlinge gezeigt. Beim Mittagsgebiet im
Stadion des Kleinstaates appellierte er am Sonntag an die Staaten,
allen Schutz- und Zufluchtsuchenden Aufnahme zu gewähren, bis eine
gesicherte Rückkehr in ihre Herkunftsländer möglich ist. Anlass des
Papstappells ist der Weltflüchtlingstag, der am Montag, 20. Juni,
begangen wird, sowie das Drama der Bootsflüchtlinge aus Nordafrika.
In seiner Predigt bei der Messe im Stadion sprach Benedikt XVI. die
Probleme der Familien in Italien und San Marino an. Nicht wenige
Familien befänden sich heute in einer Krise. Diese werde durch eine
verbreitete psychologische und geistliche Instabilität von Eheleuten
noch verstärkt. Ein weiterer Grund für die Krise seien die
ungewissen Aussichten für die Jugendlichen. Für die Eltern sei es
schwierig, angesichts vieler sozialer Probleme und des kritischen
Arbeitsmarkts für eine kontinuierliche Erziehung der Jugendlichen zu
sorgen.
Der Papst ermutigte junge Männer und deren Familien, offen für eine
Berufung zum Priester zu sein und warnte vor einer Verdrängung
christlicher Werte durch Machtstreben und eine Fixierung auf bloßes
Genießen. Es bestehe immer mehr die Versuchung, die wesentlichen
Werte durch Glauben an Einfluss, an Intelligenz und an
wissenschaftlich-technische Errungenschaften zu ersetzen. Letztlich
erwiesen sich solche Annahmen jedoch als brüchig und unfähig, das
"große Versprechen des Wahren, Guten und Schönen" zu verwirklichen.
Benedikt XVI. rief die Bevölkerung von San Marino auf, ihr reiches
religiöses Erbe zu pflegen und mit neuem Leben zu füllen.
Die Messe im Stadion von Serravalle, die im Stadion selbst und vor
dem Stadion rund 22.000 Menschen verfolgten, war der erste Höhepunkt
der eintägigen Pastoralreise des Papstes in die Diözese San
Marino-Montefeltro. Gegen 9.30 Uhr war Benedikt XVI. mit dem
Hubschrauber auf dem Flughafen von San Marino gelandet, wo er von
der Staatsspitze des Landes, den zwei Regierenden Hauptleuten, sowie
dem Bischof der Diözese, Luigi Negri, empfangen worden. Mit dem
Papamobil fuhr er anschließend in das Stadion.
Der letzte Papstbesuch in San Marino war die Reise von Johannes Paul
II. im August 1982. Der Kleinstaat hat eine Fläche von 61
Quadratkilometern und rund 32.000 Einwohner.
Zu der Diözese San Marino-Montefeltro gehören auch Gebiete in
Italien. Der Pastoralbesuch des zur Italienischen Bischofskonferenz
gehörenden Diözese zählt daher nicht zu den Auslandsreisen Benedikts
XVI.
(forts. mgl.) fam/
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