• 17.06.2011, 10:41:57
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WKÖ: Burn On statt Burn Out - Tipps für Unternehmen zum Umgang mit Burn Out

Früherkennung ist erster Schritt zur erfolgreichen Prävention - WIFI und proFITNESS setzen Initiativen für Gesundheitsförderung in Betrieben

Wien (OTS/PWK441) - Burnout, das so genannte
Erschöpfungssyndrom, war gestern Abend Thema der
Informationsveranstaltung "Burn On statt Burn Out" in der
Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), bei der Experten darüber
referierten, was Unternehmer tun können, um sich oder ihre
Mitarbeiter vor dem Burnout zu bewahren.

Monika Elsik, stv. Institutsleiterin von WIFI-Österreich, wies in
ihrer Eröffnungsrede darauf hin, dass "sich das WIFI ganz bewusst
dieses Themas angenommen hat, weil es für Unternehmen wichtig ist,
sich auch mit Burnout-Prävention auseinander zu setzen. Wir wollen
Unternehmerinnen und Unternehmer dabei unterstützen, sich und ihre
Mitarbeiter vor dem Burn Out zu bewahren." Das WIFI wird in diesem
Zusammenhang im Sommer einen Leitfaden zum Thema mit dem Titel "BURN
ON statt BURN OUT - Leben und Arbeiten in Balance" herausgeben, der
schon jetzt bestellt werden kann. Neben den gesundheitlichen Folgen
des Erschöpfungssyndroms für den Einzelnen müsse auch der
Kostenaspekt beachtet werden. Elsik: "Die 'Europäische Agentur für
Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz' schätzt die
volkswirtschaftlichen Folgekosten des Burnout-Syndroms in der EU auf
rund 20 Milliarden Euro jährlich."

Gesunde Mitarbeiter- gesundes Unternehmen

"Österreichs Betriebe brauchen engagierte und motivierte
Mitarbeiter, die darauf brennen Leistung zu bringen, dabei aber auf
ihre Gesundheit nicht vergessen und nicht ausbrennen. Denn nur mit
gesunden Mitarbeitern kann ein Betrieb produktiv und erfolgreich
sein", sagte Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung für
Sozialpolitik und Gesundheit der WKÖ.
Arbeit ist ein sinnstiftender und gesundheitserhaltender Faktor, was
sich schon dadurch zeigt, dass Arbeitslose 2,5- mal mehr
Krankenstandstage als Beschäftigte aufweisen.
Mit der Initiative proFITNESS: Gesunde Mitarbeiter- gesundes
Unternehmen will die WKÖ Mitarbeiter und Unternehmer unterstützen, um
gesund im Arbeitsleben zu bleiben. Die Initiative wurde ins Leben
gerufen, um Betriebe auf ihrem Weg zu einem gesünderen Unternehmen
nachhaltig mit vielen Angeboten und Informationen zu unterstützen.
Herzstück von "proFITNESS" ist der "Marktplatz" auf dem
Gesundheitsportalwww.profitnessaustria.at: Hier können KMU schnell
und unkompliziert nachsehen, welche gesundheitsfördernden Angebote
ganz in ihrer Nähe angeboten werden.

Frauen von Burn Out besonders betroffen

Die Ärztin und Unternehmerin Martina Leibovici-Mühlberger, die
sich seit 25 Jahren mit dem Phänomen Burn Out beschäftigt, betonte in
ihrem Vortrag, dass "Burn Out oft maskiert hinter psychosomatischen
Erkrankungen oder Organerkrankungen auftritt und unbedingt in die
Hände eines erfahrenen Diagnostikers gehört." Leibovici-Mühlberger
skizzierte den typischen Krankheitsverlauf von Burn Out, beginnend
mit "dem Zwang, sich zu beweisen, und verstärktem Einsatz im Job bei
gleichzeitiger Vernachlässigung eigener Bedürfnisse verbunden mit
Unausgeschlafenheit, Energiemangel und der Aufgabe von Hobbies sowie
der Vernachlässigung privater Kontakte und beginnenden
Beziehungsproblemen." Nach dieser "Eingangsphase" folgen
Hoffnungslosigkeit, Vereinsamung, Entfremdung, Angstzustände,
Depression und zuletzt die völlige Burnout-Erschöpfung mit
Suizidgedanken. Internationalen Studien zufolge sind zwischen 25% und
50% der erwachsenen Bevölkerung in den Industrienationen Burn Out
gefährdet. Besonders Frauen seien zunehmend davon betroffen.
Leibovici-Mühlberger rät vorbeugend zu einem gezielten
Stressmanagement, um die ersten Vorzeichen eines Burn Out selbst zu
erkennen. Wichtig sei etwa Ordnung zu halten, Ziele zu setzen,
Aufgaben planen, Zeitfresser zu eliminieren und 'Nein sagen' lernen.
Um bei Mitarbeitern vorbeugend eingreifen zu können, seien
Mitarbeitergespräche ein erster Schritt, begleitet von
gesundheitsfördernden Maßnahmen für die Angestellten im Betrieb.

WIFI setzt Schwerpunkt zur Burn Out Prävention

Gerade im Frühstadium sei es wichtig, Anzeichen der Erschöpfung zu
erkennen und gegenzusteuern. "Besonders für Unternehmer ist es aber
nicht leicht, rechtzeitig Maßnahmen zu setzen, um präventiv zu
wirken. Deswegen hat das WIFI Unternehmerservice nun Augenmerk auf
das Thema im Hinblick auf Unternehmen gerichtet", erklärt Michael
Landertshammer, Institutsleiter des WIFI Österreich. Gemeinsam mit
dem Ko-Veranstalter proFITNESS: Gesunde Mitarbeiter- Gesundes
Unternehmen will das WIFI vor allem kleine und mittlere Betriebe bei
der Gesundheitsförderung mit konkreten Angeboten und Informationen
unterstützen. (BS)

Rückfragehinweis:
Team Unternehmerservice (UNS)
Mag. Claudia Scarimbolo
Telefon: +43 (0)5 90 900 3647
E-Mail: [email protected]
Internet: http://www.unternehmerservice.at

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