• 15.06.2011, 17:07:39
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"Hier geblieben!" - 18. Juni: Fest zum Weltflüchtlingstag im Augarten

Ein Grund zum Feiern und Nachdenken

Wien (OTS) - Das Fest zum Weltflüchtlingstag im Augarten möchte
für die Situation der Flüchtlinge sensibilisieren, aber auch mit
ihnen feiern. AsylwerberInnen, MusikerInnen, bildende KünstlerInnen
gestalten am 18. Juni im Augarten und der Bunkerei gemeinsam das
Programm. Veranstaltet wird das Fest von der Agenda Asyl, das sind
Diakonie Flüchtlingsdienst, Verein Projekt Integrationshaus,
Volkshilfe Österreich, asylkoordination Österreich und SOS Mitmensch
- in Kooperation mit dem Aktionsradius Wien und der Bunkerei
Augarten.

Anlass zum Nachdenken ist der Umgang Europas mit der aktuellen
Flüchtlingskrise im arabischen Raum, aber auch die unbefriedigende
Entwicklung der österreichischen Asylpolitik. Die NGOs fordern mehr
"Flüchtlingsschutz statt Grenzschutz". Anstatt Kontrolle und Abwehr
höchste Priorität zu geben, sollte der Schutz von Flüchtlingen an
oberster Stelle stehen. Flüchtlingsschutz ist eine gemeinsame Aufgabe
der Weltgemeinschaft. Nur 8,5 Prozent von den 36,5 Millionen
Menschen, die unter das Mandat der UN-Flüchtlingsorganisaton UNHCR
fallen, sind in Europa, jeder Vierte Flüchtling lebt in Afrika. Die
EU-Staaten, Österreich inklusive scheinen diese gemeinsame
Verantwortung zu vergessen. Statt wie Ägypten, Tunesien oder die
Türkei die Grenzen für Flüchtlinge offen zu halten und damit
bedrohten Menschen den Zugang zu Schutz zu eröffnen, wird die EU
zunehmend zu einem hermetisch gegen Flüchtlinge abgeschotteten Raum.
Frontex-Operationen zur Außengrenzkontrolle, Abkommen mit
Drittstaaten zur Rückübernahme illegal eingereister Menschen sowie
vorgelagerte Einreisekontrollen an den Flughäfen der
Herkunftsregionen von Flüchtlingen führen dazu, dass viele
Flüchtlinge in dem immer enger werdenden Kontrollnetz hängen bleiben.

Dem in Sonntagsreden strapazierten Bekenntnis zur Aufnahme von
Menschen, die wirklich Schutz brauchen, müssen auch Taten folgen: Es
braucht mehr Unterstützung für jene Ländern, die weit weniger
Ressourcen zur Aufnahme von Flüchtlingen haben als wir. Den
Ausverkauf von Flüchtlingsrechten durch Abkommen mit Diktatoren gilt
es zu beenden. Anstattdessen sollte es Einreiseerleichterungen für
Flüchtlinge ohne dauerhafte Perspektive aus Krisenregionen geben,
etwa durch Visaerteilungen oder durch Aussetzung der Visumspflicht
für Konfliktregionen. Statt noch mehr Geld in Frontex und
Flüchtlingsabwehr sowie das Hin- und Herschieben von Schutzsuchenden
innerhalb der EU zu stecken, sollte ihre Aufnahme und
Lebensperspektive unterstützt werden. Der Weltflüchtlingstag ruft in
Erinnerung, dass viele Flüchtlinge in gefährlichen und prekären
Situationen leben, will aber auch zeigen, dass Menschen mit
Fluchtgeschichten ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft sind. Wir
wollen Flüchtlingen jenen Respekt entgegen bringen, den ihnen die
österreichische Flüchtlingspolitik oftmals versagt. Die jüngsten
Gesetzesänderungen, die Freiheitsentzug für alle neu ankommenden
Flüchtlinge und eine Ausdehnung von Schubhaft vorsehen, sind ein
weiteres Beispiel dafür, dass die österreichische Politik noch nicht
erkannt hat, dass Flucht und Asyl unser aller Menschenrecht sind und
dass eine respektvolle, menschliche Flüchtlingspolitik
Zukunftsperspektiven schaffen kann.

Die Highlights des Flüchtlingsfests:

Von 14.00 - 18.00 Uhr gibt es ein Kinderprogramm mit Hüpfburg,
Trommelworkshop, Erste Hilfe Kurs für Kinder und kreativen Spiele auf
der Augartenwiese, ab 18.00 Musikprogramm im Gastgarten der Bunkerei
(bei Schlechtwetter im Veranstaltungsaal) mit dem Hor 29 Novembar
(Chor des 29. November), Insingizi, Ost in Translation und DJ Nitkov.

Der Hor 29 Novembar (Chor des 29. November) wurde im Oktober 2009
ins Leben gerufen. Am Anfang stand die Idee von Aleksandar Nikolic
und Sasa Miletic, einen Chor zu gründen, welchem jeder beitreten kann
und wo Arbeiter-und Partisanenlieder gesungen werden. Dem Aufruf
folgten viele Interessenten, vor allem aus den EX-Jugoslawischen
Ländern. Inzwischen wurde das Repertoir international erweitert. Der
Chor beschäftigt sich dabei intensiv mit der Geschichte und der Rolle
des sog. "Gastarbeiters" in der österreichischen Gesellschaft.

Insingizi, das außergewöhnliche Trio aus Bulawayo/Simbabwe bietet
mitreißende Auftritte mit harmonischem a cappella-Gesang,
traditionellen Liedern, Hand-Perkussion und hervorragender
Choreographie. Ihre Lieder, die von den vielfältigen Anfechtungen und
Herausforderungen unserer heutigen Welt handeln, besitzen eine
Liebenswürdigkeit und Ehrlichkeit, die die Seele berühren.

"Ost in Translation" ist das Ergebnis des Versuches, auf dem Weg
eines interethnischen Austausches transkulturelle Kunst zu schaffen.
Der Zugang zur Musik - "es muss fetzen" - und die Offenheit für neue
Klänge, Melodiekombinationen und wilde Tempowechsel erschaffen
Tonkunstwerke, die sowohl populäre als auch ästhetische Hörer
mitreißen. Ost in Translation ist musikalische Dialektik, Fusion von
Widersprüchlichkeiten, intervölkische Missinterpretation,
Kulturschock, musiktheoretische Verballhornung und nicht zuletzt
schlichtweg tanzbare Musik!

Zum Abschluß gibt es Balalaika Rock'n'Roll, Klezmer Ska,
Ethnokitch, SpeedFolkPunk, Funky Jewish Sounds, Unza Unza, Balkan
Brass Beats, Accordions, Violins, Trumpet, Wodka Hits, Emigrantski
Raggamuffin, Gypsy Grooves, Klezmer, Latin, Reggae, Punk, Eastblok
Music, Bairischer Brass uvm. DJ Nitkov legt auf, was ihm gerade
einfällt.

Fest zum Weltflüchtlingstag

 14:00-18:00 Kinderprogramm auf der Augartenwiese
 18:00-23:00 Live-Musik & DJs in der Bunkerei
 
 Der Eintritt ist frei!

 Datum:   18.6.2011
 Ort:     Augarten/Bunkerei
          Obere Augartenstraße 1A, 1020 Wien

Rückfragehinweis:
Gabi Ecker, Integrationshaus, Öffentlichkeitsarbeit
mailto:[email protected]
Tel.: 06991 212 35 28

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