- 15.06.2011, 12:37:58
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Greenpeace: Geplanter Ökostrom-Ausbau bleibt auf halbem Weg stecken
Umweltschutzorganisation fordert 25 Prozent Ökostrom bis 2020
Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kritisiert
das heute im Ministerrat beschlossene Ökostromgesetz, da das darin
ausgewiesene Ökostrom-Ziel zu niedrig ausfällt. Greenpeace fordert
die Anhebung der Ausbauziele für Ökostrom auf 25 Prozent bis 2020.
Der rasche und langfristig abgesicherte Ausbau des Ökostromanteils an
der österreichischen Ökostromproduktion muss oberste Priorität für
ein Ökostromgesetz haben. "Auch wenn der Ministerratsbeschluss einige
Verbesserungen bringt, bleiben die Ausbauziele für den Ökostrom auf
halbem Weg stecken. Die Regierung darf sich nicht hinter dem hohen
Wasserkraftanteil verstecken, sondern muss beim Ökostrom eindeutig
ambitionierter werden", kritisiert Niklas Schinerl, Energiesprecher
von Greenpeace, das geplante Gesetz.
Da die Regierung weiterhin an einer Deckelung der
Ökostromförderung festhält, bleibt der der Ausbau im Bereich der
Photovoltaik in den kommenden Jahren unter den Möglichkeiten zurück.
Die Anhebung des Anteils der Stromerzeugung aus Wind, Sonne,
Erdwärme, Biomasse, Deponie-, Klär- und Biogas sowie Ablauge auf 25
Prozent des Bruttoinlandsstromverbrauchs des Jahres 2020 muss laut
Greenpeace als Ziel im Ökostromgesetz festgehalten werden. Für die
Photovoltaik würde das ein Ausbauziel von 6,8 Terrawattstunden (TWh),
für die Windkraft von 7,4 TWh, für Biomasse und Biogas von 3,5
TWh,und für die Kleinwasserkraft 7,5 TWh bis zum Jahr 2020 bedeuten.
In Österreich wurden bereits wiederholt Umweltschutz-Ziele
festgelegt, die später aus politischen Gründen nicht umgesetzt
wurden, deshalb braucht es zusätzlich die Festschreibung von
jährlichen Zwischenzielen. Diese Zwischenziele für jede
Ökostromtechnologie von 2012 bis 2020 müssen entlang eines linearen
Ausbaupfades definiert werden. Die Fördermenge und die Höhe der
Einspeisetarife müssen sich an der Erreichung der jeweils nächsten
Zwischenziele orientieren. Die schnell voranschreitenden
Technologieentwicklungen in der Ökostrombranche führen außerdem zu
einer Kostendegression. Dies darf aber nur dann eine Senkung der
Einspeisetarife zu Folge haben, wenn die Jahresziele auch erreicht
werden.
Greenpeace begrüßt die Begrenzung der Ökostromkosten für
einkommensschwache Haushalte auf 20 Euro. Gerade einkommensschwächere
Haushalte leiden überproportional unter den höheren Strom- und
Energiekosten. Allerdings ist die Weichenstellung Richtung Ökostrom
notwendig, um langfristig den Strompreis zu stabilisieren und
unabhängig von den steigenden Preisen der fossilen Rohstoffe zu
werden. Greenpeace begrüßt darüber hinaus die Absicht der Regierung
in den kommenden Jahren aus den Atomstromimporten auszusteigen.
"Die sich abzeichnende Energiewende in Deutschland, der
Atomausstieg der Schweiz und der angekündigte Umstieg auf Erneuerbare
Energien in Italien, nach dem erfreulichen Anti-Atom-Referendum,
werden zu einem Boom der Erneuerbaren-Energie-Branche führen. Hier
öffnen sich neue Märkte. Um von diesem Wirtschaftsboom ebenfalls
profitieren zu können, braucht Österreich ein ambitioniertes
Ökostrom-Ziel", so Schinerl abschließend.
Rückfragehinweis:
Greenpeace CEE
Niklas Schinerl, Energiesprecher Greenpeace, 0664 612 67 04
Melanie Beran, Pressesprecherin Greenpeace, 0664 612 67 18
mailto:[email protected]
www.greenpeace.at
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