Hundstorfer: Gewalt an alten Menschen muss entschieden begegnet werden
Heinisch-Hosek - Ältere Frauen brauchen aktive Unterstützung um sich an professionelle Gewaltschutzeinrichtungen zu wenden
Wien (OTS/BMASK) - Sozialminister Rudolf Hundstorfer und
Frauenministerin Heinisch-Hosek nehmen den heutigen "Internationalen
Tag gegen Gewalt an älteren Menschen" (World Elder Abuse Awareness
Day) zum Anlass, um auf das Problem aufmerksam zu machen und gezielte
Maßnahmen vorzustellen.****
Fast jede vierte ältere Frau (23,8 %) hat in Österreich im
vergangenen Jahr Gewalt im sozialen Nahraum erlebt. Am häufigsten
(19,3 %) kam psychische Gewalt, etwa durch Anschreien oder
Beleidigungen, vor. Vielfach wird das Gewalterlebnis jedoch
verschwiegen: Nicht einmal die Hälfte der Betroffenen (45,2 %) hat
jemandem den Vorfall anvertraut, zitiert Sozialminister Hundstorfer
aus der ersten vom Sozialministerium kofinanzierten und vom
Forschungsinstitut des Roten Kreuzes durchgeführten EU-Studie zum
Ausmaß von Gewalt an älteren Frauen.
Auch ein vom Institut für Konfliktforschung durchgeführtes
EU-Forschungsprojekt über Partnergewalt an älteren Frauen, das ebenso
vom Sozialministerium sowie von der Frauenministerin kofinanziert
wurde, hat ergeben, dass nur eine Minderzahl der älteren Frauen Hilfe
sucht. "Ältere Frauen erleiden alle Formen von Gewalt. Primär sind
sie aber von psychischer Gewalt und finanzieller Ausbeutung
betroffen. Ein sehr enges Verständnis von Gewalt, wo erst körperliche
Übergriffe als solche gewertet wird aber auch Scham über die
Gewaltbeziehung können als Mitursache für den langen Verbleib in der
Beziehung betrachtet werden", hielt Frauenministerin Gabriele
Heinisch-Hosek in diesem Kontext fest.
Zum anderen unterscheiden sich Gewalterfahrungen älterer Menschen
sehr stark von jenen jüngerer Menschen, wie eine im Auftrag des
Sozialministeriums von Prof. Hörl vom Institut für Soziologie der
Universität Wien durchgeführte Erhebung ausweist. Diese
Gewalterfahrungen älterer Menschen umfassen ein breites Spektrum, das
von Gewalt durch den Partner über Gewalt in Pflegebeziehungen oder
strukturelle Gewalt in Einrichtungen bis zur Diskriminierung im
öffentlichen Raum reicht. Entsprechend dieser Streuung wenden sich
ältere Menschen an sehr unterschiedliche Einrichtungen, wobei
keineswegs immer jene Einrichtungen zuvorderst aufgesucht werden, die
explizit und direkt mit Gewaltberatung befasst sind. Vielmehr wird
der eher zwanglose Kontakt beispielsweise im Rahmen der
Senioreninteressensvertretungen für das Vorbringen von Beschwerden
aus den unterschiedlichsten Bereichen genutzt.
Als konkrete Maßnahme werden ab Herbst 2011 in allen
Bundesländern regionale Workshops stattfinden, informiert
Hundstorfer. Ziel ist es, Einrichtungen wie Seniorenorganisationen,
die von den älteren Menschen vorrangig aufgesucht werden, mit dem
medizinischen Bereich, regionalen Hilfsdiensten und
Opferschutzeinrichtungen zu vernetzen und regional bestehende
Hilfsmöglichkeiten zu erfassen.
"Auf Basis der Erfahrungen dieser Organisationen sollen für
unterschiedliche Fallkonstellationen Handlungsstrategien entwickelt
werden, damit nicht in jedem Einzelfall neu recherchiert werden
muss", betont Hundstorfer. Einfließen werden auch Ergebnisse einer
Studie über Präventions- und Interventionskonzepte in anderen
Ländern, die ebenfalls im Auftrag des Sozialministeriums durchgeführt
wurde.
"Gewalt an älteren Menschen wird häufig nicht erkannt, weil die
Gewaltformen subtiler und die Folgen nicht auf den ersten Blick
sichtbar sind. Besonders wichtig ist daher die Bewusstseinsbildung",
so Hundstorfer. Und die Frauenministerin ergänzt: "Ältere Frauen
brauchen aktive Unterstützung seitens Dritter um sich an
professionelle Gewaltschutzeinrichtungen zu wenden. Eine zentrale
Rolle kommt hier erwachsenen Kindern und ÄrztInnen zu."
Zur Sensibilisierung der Bevölkerung gibt das Bundesministerium
für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz daher eine Folderserie
heraus, die auf die unterschiedlichen Formen von Gewalt an älteren
Menschen aufmerksam macht und auch spezielle Aspekte wie "Demenz und
Gewalt" anspricht. Der nächste Folder zum Thema "Ältere Menschen in
Institutionen" wird in Kürze erscheinen.
Die Folder "Gewalt erkennen. Fragen und Antworten zu Gewalt an
älteren Menschen" und "Gewalt erkennen. Fragen und Antworten zu
Demenz und Gewalt" können von der Homepage des
Sozialministeriums(www.bmask.gv.at) heruntergeladen werden. (Schluss)
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PK Einladung: BSL Kommunalstudie 2011
BSL Managementberatung Austria GmbH | 15. Juni 2011, 09:47
Soziales und Konsumentenschutz (BMASK)
Mag.a Elisabeth Kern,
Pressesprecherin des Sozialministers
Tel.: (01) 71100-2247
www.bmask.gv.at
Dr. Julia Valsky
Pressesprecherin der
Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek
Telefon: +43 1 531 15-2149
julia.valsky@bka.gv.at














