• 10.06.2011, 13:59:08
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Huainigg begrüßt WHO-Bericht "World Report on Disablities" und fordert Konsequenzen

Zugang zu Gesundheitssystem für behinderte Menschen verbessern!

Wien (OTS/ÖVP-PK) - Als "wichtige Handlungsgrundlage" bezeichnet
Abg. Dr. Franz-Joseph Huainigg, ÖVP-Sprecher für Menschen mit
Behinderungen, den ersten World Report on Disabilities, der gestern,
Donnerstag, von WHO und Weltbank präsentiert wurde. Mehr als eine
Milliarde Menschen weltweit - also weitaus mehr, als bisher
angenommen - sind demnach von einer Behinderung betroffen.

Als zentrale Erkenntnis zeigt der Bericht auf, dass der Zugang zu
adäquater Gesundheitsversorgung für behinderte Menschen um ein
Vielfaches schwieriger ist. Besonders dramatisch ist die Situation in
Entwicklungs- oder Schwellenländern. Hier leben 80 Prozent aller
behinderten Menschen weltweit. 90 Prozent aller
Rehabilitationsmaßnahmen werden jedoch in Industriestaaten erbracht.

"Österreich hat grundsätzlich ein hervorragendes Gesundheitssystem.
Aber die Medizin muss sich auf die Bedürfnisse von Patienten mit
Behinderungen besser einstellen. Das beginnt beispielsweise bei
Ärzten, die die Gebärdensprache sprechen können, um mit gehörlosen
Patienten zu kommunizieren", sagt Huainigg, der betont, dass es einen
grundlegenden Unterschied zwischen Krankheit und Behinderung gibt:
"Behinderte Menschen sind nicht krank. Aber sie können natürlich
krank werden. Dann zeigt sich leider sehr oft, dass Ärzte nicht mit
der Lebenswelt behinderter Menschen vertraut sind. Dies
beeinträchtigt die medizinische Versorgung, und als Konsequenz
gestaltet sich auch die Beratung von Eltern, die ein behindertes Kind
erwarten, oft defizitorientiert. Hier zeigt sich für mich ein klares
Manko in der medizinischen Ausbildung. Die Auseinandersetzung mit der
Lebenswelt behinderter Menschen wird ausgeblendet", kritisiert
Huainigg und zitiert abschließend den berühmten Physiker Stephen
Hawking, der selbst mit einer Behinderung lebt, zum WHO-Bericht: "Wir
haben die moralische Verpflichtung, die Barrieren zur Teilhabe
behinderter Menschen abzubauen und in ausreichende Unterstützung und
Expertise zu investieren, um ihr Potenzial zu erschließen. Es ist
meine Hoffnung, dass dieses Jahrhundert ein Wendepunkt für die
Inklusion von Menschen mit Behinderungen in das gesellschaftliche
Leben markiert."
(Schluss)

Rückfragehinweis:
Pressestelle des ÖVP-Parlamentsklubs
Tel.: 01/40110/4436
http://www.oevpklub.at

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