- 09.06.2011, 11:16:10
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Nachhilfe: Teuer und sozial ungerecht
AKNÖ-Studie: Viele Familien in NÖ können sich Nachhilfe nicht leisten
Wien (OTS/AKNÖ) - Die Schule wird immer mehr zu einer finanziellen
Belastung für Niederösterreichs Haushalte. Besonders dann, wenn
bezahlte Nachhilfe notwendig ist. "Viele Eltern würden den Nachwuchs
gerne mit Nachhilfestunden unterstützen, haben aber einfach nicht das
Geld dafür, das ist sozial ungerecht", kritisiert AKNÖ-Präsident
Hermann Haneder die derzeitige Situation. "Unser Halbtagsschulsystem,
das die Kinder mit unerledigten Aufgaben zu Mittag nach Hause schickt
und zu wenig fördert, muss schleunigst reformiert werden", fordert
Haneder.
Nachhilfe zu Hause
Laut aktueller AKNÖ-Studie lernen drei Viertel aller Eltern
regelmäßig mit ihren Kindern daheim und kontrollieren die
Hausaufgaben. Ein Drittel davon übt und lernt sogar täglich mit dem
Nachwuchs. "Nachhilfe wird nicht genommen, weil sich die Eltern zu
wenig um das schulische Fortkommen ihrer Kinder kümmern", weiß
AKNÖ-Experte Stefan Schober, "sondern die Kinder können den Lehrstoff
in der Schule einfach nicht nachhaltig bewältigen und vertiefen."
712 Euro pro Haushalt
24 Millionen Euro geben Niederösterreichs Eltern für Nachhilfe pro
Jahr aus. Die durchschnittlichen Kosten belaufen sich pro Haushalt
auf 712 Euro. Es ist daher keine Überraschung, dass sich 41% der
Familien, die bezahlte Nachhilfe engagieren, finanziell stark
belastet fühlen. Die befragten Eltern fordern daher generell mehr
Förderunterricht an den Schulen, den Ausbau der schulischen
Nachmittagsbetreuung und mehr Ganztagsschulen.
Fast jede 4. Familie zahlt für Nachhilfe
In der aktuellen AKNÖ-Studie gaben 30% der Haushalte mit Schulkindern
an, dass in diesem Schuljahr Nachhilfe benötigt wurde, 23% nahmen
bezahlten Unterricht in Anspruch, besonders vor Tests und
Schularbeiten (57%). 41% brauchen generell während des gesamten
Schuljahres zusätzlichen Unterricht. "Wir haben festgestellt, dass
die Inanspruchnahme von Nachhilfeunterricht schon längst keine
Ausnahme ist, sondern für viele Kinder ein fixer Bestandteil ihres
Bildungsweges ist", erklärt Stefan Schober. "Bei ganztägigen
Schulangeboten mit entsprechenden Übungs- und Lerngruppen und einer
Ausweitung von Fördergruppen wäre es möglich, die außerschulische
Nachhilfe zu reduzieren", ist Schober überzeugt.
AKNÖ verlangt Bildungsreform
Die aktuellen Zahlen bestätigen die Notwendigkeit des Ausbaus einer
qualitativ hochwertigen schulischen Nachmittagsbetreuung in
Kombination mit verstärkter individueller Förderung. "Damit wirklich
alle Kinder die Bildungsziele erreichen können, muss das Angebot von
Ganztagsschulen rasch erweitert werden. Dann gehören teure und sozial
ungerechte Nachhilfestunden endlich der Vergangenheit an", fordert
AKNÖ-Präsident Haneder.
Die vollständige Studie finden Sie auf http://noe.arbeiterkammer.at
Rückfragehinweis:
AKNÖ-Bildungsabteilung, Stefan Schober
01/58883-1884
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