Gib der Sicherheit auf Eisenbahnkreuzungen Vorrang!
9. Juni 2011: Internationaler Tag für mehr Sicherheitsbewusstsein an Eisenbahnkreuzungen. BMVIT, KfV und ÖBB gemeinsam für mehr Sicherheit an Eisenbahnkreuzungen.
Wien (OTS) - Unter dem Motto "Sicher Handeln an Bahnübergängen!"
(Act safely at level crossings) finden auch heuer wieder in
zahlreichen Ländern Aktionen auf Bahnübergängen, Bahnhöfen und
Schulen statt. In Österreich starten das BMVIT, das KFV (Kuratorium
für Verkehrssicherheit) und die ÖBB eine Informationskampagne. Es
werden Plakate angebracht sowie auf ausgewählten Eisenbahnkreuzungen
in allen Bundesländern und in allen Fahrschulen Österreichs Folder
mit Sicherheitshinweisen verteilt.
Eisenbahnkreuzungsunfälle in Österreich im Jahr 2010
Im vergangenen Jahr ereigneten sich 109 Unfälle auf
Eisenbahnkreuzungen im Schienennetz der ÖBB, davon 46 auf technisch
gesicherten Bahnübergängen (Lichtzeichen- oder Schrankenanlage). 35
Personen erlitten leichte Verletzungen, 11 Personen wurden schwer
verletzt und 11 getötet.
Praktisch alle Unfälle auf Eisenbahnkreuzungen werden von
Straßenverkehrsteilnehmern verursacht, die rote Ampeln, Stopptafeln,
Schrankenanlagen und grundlegende Verkehrsregeln nicht beachten. Sehr
häufig sind Personen in diese Unfälle verwickelt, die in der Nähe
eines Bahnüberganges wohnen oder diesen regelmäßig benutzen. Der
Grund: Gerade diese Personen werden mit der Zeit unvorsichtiger oder
glauben, den Fahrplan ohnehin zu kennen.
Internationaler Tag für mehr Sicherheitsbewusstsein an
Eisenbahnkreuzungen
In vielen Ländern laufen daher Programme zur Auflassung von
schienengleichen Bahnübergängen und zur Verbesserung der
Sicherungseinrichtungen und der Erkennbarkeit von
Eisenbahnkreuzungen. Neben verstärkten Kontrollen sind aber auch
bewusstseinsbildene Maßnahmen zur Reduzierung der Unfälle an
Bahnübergängen notwendig. Aus diesem Grund organisieren Straße und
Schiene in über 45 Ländern weltweit am 9. Juni gemeinsam den
International Level Crossing Awareness Day (ILCAD). Thema ist das
richtige Verhalten an Bahnübergängen, und es soll verdeutlicht
werden, dass durch richtiges und den Verkehrsvorschriften
entsprechendes Verhalten diese Unfälle vermieden werden können.
Klare Regeln, Kontrolle und Bewusstseinsbildung
"In der Verkehrssicherheit kommt es auf klare Regeln, Kontrolle und
Bewusstseinsbildung an - und auf eine sichere Infrastruktur", sagt
Infrastrukturministerin Doris Bures. "In allen Bereichen haben wir in
den letzten Jahren wirkliche Fortschritte erzielt. Die Zahl der
tödlichen Unfälle auf Eisenbahnkreuzungen ist stark zurückgegangen."
Die Ministerin hebt die Investitionen zur technischen Absicherung von
Eisenbahnkreuzungen hervor, weiters die neu geschaffene gesetzliche
Grundlage zur Videoüberwachung von Rotlichtanlagen und die neue
Eisenbahnkreuzungsverordnung, die sie vor vier Wochen in Begutachtung
geschickt hat. "Aber das Wichtigste ist nach wie vor die
Aufmerksamkeit der Autofahrer. Denn aus den Unfallberichten wissen
wir, dass 99 Prozent der Unfälle vom Straßenverkehrsteilnehmer
verursacht werden. Deswegen ist für mich der Awareness Day und die
gemeinsame Informationskampagne so wichtig."
ÖBB investieren laufend in noch mehr Sicherheit
"2010 investierte die ÖBB-Infrastruktur AG aus dem Rahmenplan des
BMVIT rund 25 Mio. Euro in die technische Sicherung und Auflassung
von Eisenbahnkreuzungen", so Andreas Matthä, Vorstand der
ÖBB-Infrastruktur AG. "In den letzten Jahrzehnten wurde im
Schienennetz der ÖBB die Anzahl der Eisenbahnkreuzungen mehr als
halbiert - von 10.700 im Jahr 1960 auf 3.991 Ende 2010 -, und sie
werden auch weiterhin reduziert. Auf der Schnittstelle zwischen
Straße und Schiene geht es um ein vernünftiges Miteinander, deshalb
setzen wir auch verstärkt auf bewusstseinsbildende Maßnahmen
insbesonders bei Schülern, Jugendlichen und Fahranfängern. Der
unterschiedliche Bremsweg - ein Auto benötigt bei einer
Geschwindigkeit von 100 km/h ungefähr 130 m zum Anhalten, ein Zug ist
tausendfach schwerer und kann daher bis zum Stillstand einen
Kilometer benötigen - zeigt deutlich, wie wichtig die Aufmerksamkeit
und die Beachtung der Verkehrsregeln für die Sicherheit der
Verkehrsteilnehmer ist."
Kampagne mit "Andreas Kreuz"
Zusätzlich zur Plakataktion (City Lights) gibt es mobile
Promotorenteams, bestehend aus einem Mann und drei Frauen, die am
Awareness Day in Wien sowie in weiteren Bundesländern
Informationsfolder und Gewinnspielflyer verteilen. Ihr Outfit,
Andreas Kreuz, bzw. drei Balken, soll für die nötige Aufmerksamkeit
sorgen. "Die Promotoren haben den Auftrag, bei den
Verkehrsteilnehmern mehr Bewusstsein für das richtige Verhalten an
Eisenbahnkreuzungen zu schaffen", so Andreas Matthä, Vorstand der
ÖBB-Infrastruktur AG.
Unachtsamkeit und Fehlverhalten enden tödlich
Technische Sicherungen sind wichtig, aber genauso wichtig ist, dass
die Verkehrsteilnehmer sie beachten. "Das Missachten von Warnsignalen
und technischen Sicherungsmaßnahmen kann tödlich enden. In Europa
sterben jedes Jahr mehrere Hundert Menschen durch Unfälle an
Eisenbahnkreuzungen. Sicherungen können den Faktor Mensch nicht
ersetzen, denn die Beachtung der Warnzeichen liegt in der Hand jedes
Einzelnen Bewusstseinsbildende Aktionen, wie der heutige Level
Crossing Awareness Day, sind deshalb sehr wichtig, um
Verkehrsteilnehmern auf die Gefahren von Unachtsamkeit und
Fehlverhalten an Eisenbahnkreuzungen aufmerksam zu machen. Darüber
hinaus helfen verstärkte Kontrollen mithilfe automatisierter
Videokameras dazu beizutragen, dass Verkehrsteilnehmer ihr Verhalten
an Eisenbahnkreuzungen überdenken. Auch von dieser Möglichkeit sollte
daher in Zukunft - im Sinne der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer -
verstärkt Gebrauch gemacht werden", fordert Othmar Thann, Direktor
des KfV.
Die EU-Kommission, die ebenfalls an der ILCAD-Kampagne teilnimmt, hat
zu diesem Thema einen Videoclip finanziert und zur Verfügung
gestellt. Diese richtet sich an alle Straßenverkehrsteilnehmer und
soll die nationalen Aktivitäten in den beteiligten Ländern ergänzen.
Den Videoclip finden Sie unter:
Rückfragehinweis:
Susanna Enk
Pressesprecherin der Bundesministerin
BM für Verkehr, Innovation und Technologie
Telefon: +43 (0) 1 711 62 65 8121
e-Mail: Susanna.Enk@bmvit.gv.at
Johanna Karner
KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit)
Leitung Pressestelle
Tel.: 05 77 0 77 - 1903, 0664 333 82 13,
e-Mail: johanna.karner@kfv.at
Konzernkommunikation
Mag. Herbert Ofner
Pressesprecher
Tel.: Tel.: 01 93000-44278,
Mobil: 0664/617 15 11
herbert.ofner@oebb.at














