OTS0253   8. Juni 2011, 15:27

H.P. Martin: FPÖ und Ehrenhauser stimmen für Atom-Forschung

In Österreich Anti-Atom, im EU-Parlament dafür / Inakzeptabler Kurswechsel


Bei der großen Abstimmung zu "Investitionen in
die Zukunft" im Rahmen des Parlamentsberichtes über einen neuen
Finanzrahmen für die EU (Bericht Garriga Polledo) kam es heute zu
einem bemerkenswerten Ergebnis.

Die FPÖ-Abgeordneten Andreas Mölzer, Franz Obermayr und auch der
Abgeordnete Martin Ehrenhauser stimmten dafür, die Kosten für den
milliardenschweren Atomfusionsreaktor ITER als "notwendige
Investition in die Infrastruktur" in der EU einzustufen. Dies geht
aus den soeben veröffentlichten Protokollen über die namentlichen
Abstimmungen im EU-Parlament hervor:

http://www.ots.at/redirect/EUProtokoll

(siehe dort Seiten 72 und 73)

ITER ist ein unverantwortliches, internationales
Atomfusions-Projekt in Cadarache in Südfrankreich. Es wird von
ernsthaften AKW-Gegnern vehement abgelehnt. In den vergangenen Jahren
entwickelte sich ITER außerdem zu einem Milliardengrab. Allein für
2012/2013 betragen die Mehrkosten 1,3 bis 1,4 Milliarden Euro. Die EU
wird insgesamt 6,6 Milliarden Euro bezahlen müssen.

Der unabhängige österreichische EU-Abgeordnete Hans-Peter Martin
hat dieses Projekt wie die Grünen stets heftig kritisiert und vor
allem die EU-Kostenbeteiligung abgelehnt: Martin erklärt zum
nunmehrigen Abstimmungsergebnis: "Das ist typisch. In Österreich
gibt man sich als Gegner von Atom und in Straßburg vertritt man etwas
Anderes. Als Ehrenhauser noch neben mir saß, wäre ihm so ein
peinlicher Kurswechsel nicht passiert. Ehrenhauser disqualifiziert
sich mit dieser Abstimmung außerdem als Kritiker von
EU-Verschwendung."

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0253 2011-06-08 15:27 081527 Jun 11 NEF0009 0231



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