- 08.06.2011, 12:04:41
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Khol zu EU-Empfehlungen: Ja zu höherer Erwerbsbeteiligung Älterer. Andere drängende Punkte nicht übersehen.
"Als ob die Kommission sich nur zum Pensions-Thema geäußert hätte!"
Wien (OTS) - "Nach der gestrigen Präsentation der
Kommissions-Empfehlungen an die einzelnen Länder, waren die
entsprechenden österreichischen Schlagzeilen wenig überraschend: EU
fordert Kampf gegen Überalterung. EU will Ende der "Hacklerregelung".
So oder so ähnlich lauteten die Kommentare", erklärt Dr. Andreas
Khol, Bundesobmann des Österreichischen Seniorenbundes und Präsident
des Österreichischen Seniorenrates, und ergänzt: "Ja, mit diesem
Thema beschäftigt sich der Bericht und ja, da haben wir
Handlungsbedarf. Aber: Diese Handlungsnotwendigkeit ist der
Österreichischen Politik bekannt und die entsprechenden Reformgruppen
haben schon konkrete Vorschläge unterbreitet, deren Umsetzung
problemlos und rasch erfolgen kann. In den Empfehlungen finden sich
allerdings viele andere drängende Punkte, bei denen man von der
Umsetzung noch deutlich weiter entfernt ist!"
Dazu nennt Khol einige konkrete Beispiele:
Aus dem Senioritätsprinzip - Neue Lebensverdienstkurve erforderlich!
"Wie wir Seniorenvertreter schon lange festgehalten haben ist
eines der größten Hindernisse, Ältere zu beschäftigen, das nach wie
vor geltende Senioritätsprinzip. Hier ist eine neue
Lebensverdienstkurve dringend erforderlich: Mehr Einkommen zu Beginn,
Steigerungen - abgesehen von Inflations- und
Produktivitätsanpassungen - erfolgen danach ausschließlich aufgrund
von Veränderungen im Leistungs- und Verantwortungsprofil. Hier
erwarten wir dringend die Bezügereform im öffentlichen Dienst",
erklärt Khol.
Strukturen im Gesundheitssystem dringend neu ordnen!
"Besonders in der Kritik steht auch in diesem Bericht die
unübersichtliche Struktur im Gesundheitssystem (wie auch im
Bildungssystem). Den Weg hin zu einheitlichen Planungs-, Kontroll-
und Finanzierungsstrukturen will die Bundesregierung nun gehen.
Bleibt zu hoffen, dass dieser Prozess konsequent und rasch
eingeschlagen wird", so Khol weiter.
Chancen aller Teile der Gesellschaft nutzen - auch der Migranten!
"Der Bericht zeigt auch, dass sich Staatssekretär Sebastian Kurz
mit seiner neuesten Initiative auf dem richtigen Weg befindet: Wir
müssen die Ausbildungen von Migranten umfassender und rascher
anerkennten, um auch deren Potential optimal für Österreich zu
nutzen. Bleibt zu hoffen, dass ihn dabei schon bald alle
Ministerkollegen so aktiv unterstützen wie zuletzt
Wissenschaftsminister Töchterle", fordert Khol aktiven Einsatz für
diesen nicht unwesentlichen Teil und fügt hinzu:
"Zusätzlich muss es dann auch gelingen ein umfassendes Netz für
lebensbegleitendes Lernen bundesweit aufzuspannen. Jede und jeder
muss bis zuletzt die Möglichkeit haben, sein Wissen, seine
Fähigkeiten zu erweitern - auch im späten Erwerbsleben, auch nach der
Pensionierung!"
Khol zu den Pensionsthemen im Kommissions-Bericht
"Dass der Seniorenbund ein verfassungskonformes Auslaufen der
Hacklerregelung und ein rascheres Anheben der
Frauenpensionsantrittsalter fordert, ist kein Geheimnis. Die
Empfehlungen der EU-Kommission sind somit eine erneute Bestätigung
unserer Standpunkte und bestärken uns darin, uns für diese Punkte
weiterhin stark zu machen", erklärt Khol abschließend zu den die
Pensionen betreffenden Punkten im Bericht.
"Allerdings lassen wir nicht zu, dass hier der Eindruck vermittelt
wird, dies seien die einzigen Themen. Alle angeführten Punkte sind
konsequent weiter zu verfolgen. Und zwar in der gut bewährten Art
Österreichs: Gemeinsam mit den Sozialpartnern - also auch dem
Seniorenrat. Die Verantwortung liegt bei Österreichs Bundesregierung
und ich bin zuversichtlich, dass sie die beiden wahlfreien Jahre
nutzen wird, einen Gutteil dieser wichtigen Aufgaben zu erledigen!"
Rückfragehinweis:
Österreichischer Seniorenbund, Susanne Kofler,
Tel.: 0650-581-78-82, [email protected]; www.seniorenbund.at
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