• 08.06.2011, 10:03:55
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OeNB - Haushalte und Unternehmen als Motoren des Wirtschaftswachstums im Jahr 2010

Wien (OTS) - Die Wirtschaftsleistung Österreichs - gemessen am
Bruttoinlandsprodukt (BIP) - wuchs 2010 im Vergleich zu 2009 real mit
2,0% stärker als der Euroraum insgesamt. Treiber dieses Wachstums
waren im Wesentlichen die höheren Konsumausgaben der Haushalte und
die wieder gestiegenen Exporte. Die Haushalte haben trotz
rückläufiger Sparquote 2010 wieder Geldvermögen aufbauen können und
dem Finanzsektor sowie ausländischen Emittenten zur Verfügung
gestellt. Die relativ hohe Gewinnquote ermöglichte es den Unternehmen
ihre Investitionen fast zur Gänze selbst zu finanzieren. Vor allem
inländische Banken und ausländische Kapitalgeber finanzierten das
Staatsdefizit.

Statistik Austria und die OeNB präsentieren heute gemeinsam eine
integrierte Darstellung aller volkswirtschaftlichen Aktivitäten -
zusammengestellt in den Nichtfinanziellen Sektorkonten und der
Gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung - im Rahmen der
Sonderpublikation "Sektorale VGR in Österreich 2010". Diese
Publikation fasst das wirtschaftliche Umfeld sowie die Investitions-
und Finanzaktivitäten der einzelnen Sektoren in der österreichischen
Volkswirtschaft zusammen und legt ein umfangreiches Datenmaterial für
die Jahre 2006 bis 2010 einschließlich relevanter Kennzahlen vor.

Die wesentlichsten Ergebnisse für 2010 sind:

- Die Wirtschaftsleistung Österreichs gemessen am
Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs 2010 im Vergleich zu 2009 nominell
um 3,5% und erreichte einen Wert von 284 Mrd EUR. Das reale Wachstum
des BIP war mit 2,0% etwas höher als im Euroraum (+1,8%).

- Der Haushaltssektor hatte 2010 ein mit 0,6% geringfügig höheres
verfügbares Einkommen als 2009, allerdings kam es nach Abzug der
Inflation (HVPI 1,7%) zu einer realen Abschwächung. Gleichzeitig
stiegen allerdings die Konsumausgaben nominell um 2,6%, wodurch die
Sparquote von 11,1% im Jahr 2009 auf 9,1% im Jahr 2010 sank.

- Haushalte (einschließlich der privaten Organisationen ohne
Erwerbszweck) investierten rund 12,5 Mrd EUR in Finanzanlagen und 5,4
Mrd EUR in Sachanlagen (wie z.B. Wohnungen oder Wertgegenstände). Bei
der Wahl der Finanzanlagen entschieden sich Haushalte verstärkt für
Einzahlungen in Lebensversicherungen und knapp vor der Änderung der
Besteuerung von Veranlagungsgewinnen auf Wertpapiere für Aktien und
Investmentzertifikate.

- Das gesamte Geldvermögen des privaten Haushaltssektors erreichte
Ende 2010 einen Wert von rund 500 Mrd EUR; davon war die Hälfte bei
Banken in Form von Einlagen, verzinslichen Wertpapieren und Aktien
veranlagt. Das Finanzvermögen der privaten Anleger erreichte damit
rund ein Fünftel der finanziellen Aktiva der gesamten
österreichischen Volkswirtschaft.

- Die inländischen Unternehmen bauten 2010 vor allem ihre
Vorratsbestände aus und steigerten ihre Nettoexporte ins Ausland.
Damit trugen sie beinahe die Hälfte der um 3,5% nominell gestiegenen
Wirtschaftsleistung Österreichs bei.

- Auch die Gewinnsituation war für die Unternehmen erfreulich. So
konnten inländische Unternehmen 2010 90% ihrer Sachinvestitionen und
ihrer Finanzveranlagungen (darunter auch strategische
Auslandsengagements) von sich aus finanzieren. Erforderliche
Finanzierungen erfolgten vor allem aus Wertpapieremissionen und aus
Konzernfinanzierungen bzw. in Einzelfällen aus Aktienemissionen. Der
für KMU wichtige Kreditmarkt war durch ein konstantes
Kreditvergabeverhalten der inländischen Banken gekennzeichnet.

- Das Finanzierungsdefizit des Staats betrug im Jahr 2010 rund 13,1
Mrd EUR oder 4,6% des BIP (2009: 4,1%). Neben den traditionellen
Kapitalgebern aus dem Ausland kauften - wie schon 2009 - vor allem
Banken Staatswertpapiere. Der Schuldenstand zum Jahresultimo 2010
betrug 72,3% des BIP.

Die gesamten Ergebnisse sind in der Publikation "Sektorale VGR in
Österreich 2010" sowohl auf der Homepage der Statistik Austria
www.statistik.at als auch auf der OeNB-Website www.oenb.at abrufbar.

Herausgeber:
Oesterreichische Nationalbank
Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: (+43-1) 404 20-6666
http://www.oenb.at

Rückfragehinweis:
Oesterreichische Nationalbank
Dr. Christian Gutlederer
Pressesprecher
Tel.: (+43-1) 404 20-6609
mailto:[email protected]
www.oenb.at

Rückfragehinweis:
Statistik Austria
Dr. Karl Schwarz
Tel.: +43-1-71128-8149
[email protected]

Rückfragehinweis:

Oesterreichische Nationalbank
   Dr. Christian Gutlederer
   Pressesprecher
   Tel.: (+43-1) 404 20-6609
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