• 07.06.2011, 14:53:24
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Hildegard Burjan bald selig?

Wien (OTS) - Am 7.6. 2011 bestätigte das Kardinalskollegium in Rom
das für die Seligsprechung von Hildegard Burjan nötige Wunder. Dies
wurde heute aus der Kongregation für Selig- und Heiligsprechungen
bekannt. Dieses Dekret wird nun Papst Benedikt XVI. zur Unterschrift
vorgelegt, der letzte noch notwendige Schritt zur Seligsprechung der
österreichischen Sozialpionierin und Gründerin der CS
Schwesterngemeinschaft.

Das anerkannte Wunder betrifft die Heilung einer Frau, die sich in
ihrem Anliegen an Hildegard Burjan gewandt hat. Infolge mehrerer
Operationen konnte sie kein Kind zur Welt bringen. Dass sie später
drei gesunden Kindern das Leben schenkte, ist für die den Fall
begutachtenden Ärzte nach medizinischem Standpunkt unerklärlich. Die
Frau fühlte sich Hildegard Burjan verbunden, die in ähnlicher Lage
einer Tochter das Leben schenkte.

"Lang ersehntes Ereignis"

Kardinal Christoph Schönborn, Erzbischof der Diözese Wien, die die
Seligsprechung initiiert hat, sprach von einer "großen Freude": "Das
ist ein lange ersehntes und erwartetes Ereignis - ein starkes Zeichen
für die Caritas Socialis und für das, wofür sie steht." Schönborn
betonte die "außergewöhnliche Biografie" Burjans - die die erste Frau
im österreichischen Parlament war und als Ehefrau und Mutter den
Orden der Caritas Socialis gegründet hat: "Eine große Helferin in
sozialer Not." Besonders hob Kardinal Schönborn "die große Wachheit
Hildegard Burjans für die Nöte und Anforderungen einer Umbruchszeit"
hervor.

Hildegard Burjan - eine Frau setzt soziale Maßstäbe

"Eine selige Hildegard Burjan, wäre ein Gewinn für die Kirche in
Österreich. Die Gründerin der CS hat mit ihrem Weitblick soziale
Maßstäbe für Frauenrechte gesetzt. Verwurzelt in Gott, hat sie sich
weit hinausgewagt, um Menschen in Not zu helfen. So gründete sie
gegen den Widerstand vieler zum Beispiel das erste Wohnheim für
Mutter und Kind. Hildegard Burjan ermutigt besonders heute zum
Engagement in Kirche, Gesellschaft und Politik", so Sr. Maria Judith
Tappeiner CS, Generalleiterin der CS Schwesterngemeinschaft.

Hildegard Burjan - Vorbild für Frauen des 21.Jahrhunderts

"Hildegard Burjan gibt ein Beispiel dafür, dass Christen die
Verpflichtung haben gegen ungerechte Strukturen aufzutreten und sich
daher auch in das politische Geschehen einbringen sollen:
Politisches Engagement gehört zum praktischen Christentum. Die
Verantwortung für den Mitmenschen war auch das Motiv für ihre soziale
und politische Tätigkeit. Wie viele Frauen heute lebte auch Hildegard
Burjan im Spannungsfeld von Familie und außerhäuslichem Engagement.
Die Kraft zur Bewältigung ihrer vielfältigen Aufgaben schöpfte sie
aus ihrem tief verwurzelten Glauben. Hildegard Burjan kann den Frauen
des 21.Jahrhunderts, die ebenfalls mit einer Fülle von Anforderungen
in und außerhalb der Familie konfrontiert sind, durchaus ein Vorbild
sein", so Prof. Ingeborg Schödl,Vizepostulatorin und Vorsitzende des
Hildegard Burjan Komitees.

Hildegard Burjan (1883-1933)

Hildegard Burjan (geb.Freund) wurde am 30. Jänner 1883 in Görlitz
a.d.Neiße geboren. Hildegard Burjan engagierte sich vor allem auf
sozialpolitischer Ebene, insbesondere für die Rechte der Frauen und
für die Randgruppen der Gesellschaft. Sie zog als erste
christlichsoziale Abgeordnete in das Parlament der Ersten Republik
Österreichs und gründete im Oktober 1919 die religiöse
Schwesterngemeinschaft Caritas Socialis, deren Vorsteherin sie als
verheiratete Frau und Mutter bis zu ihrem Tod, am 11.Juni 1933 war.
Sie wuchs ohne religiöse Bindung in einer liberalen jüdischen Familie
auf. Nach einer lebensbedrohenden Erkrankung konvertierte sie mit 26
Jahren zum katholischen Glauben. Der berufliche Weg ihres Mannes,
Alexander Burjan, ebenfalls jüdischer Herkunft, führte das Ehepaar
nach Wien, wo Hildegard Burjan sich für soziale Gerechtigkeit
einsetzte.

Caritas Socialis (CS) - Am Beginn und am Ende des Lebens braucht der
Mensch besonderen Schutz.

Die Caritas Socialis (CS) wurde 1919 von Hildegard Burjan als
geistliche Gemeinschaft von Frauen in der katholischen Kirche
gegründet, um soziale Nöte aufzugreifen. "Sozial arbeiten heißt auch
vorbeugen, heißt Kluften, die innerhalb der Gesellschaft entstehen,
mit christlicher Liebe und mitfühlendem Herzen zu überbrücken
suchen." (Hildegard Burjan, 1913). Die Idee der CS entfaltete sich
von Beginn an in unterschiedlichen Formen. Verbunden mit der
Schwesterngemeinschaft identifizieren sich heute die Mitglieder des
Säkularkreises, haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen und
Freunde mit der Caritas Socialis.

In drei Pflege- und Sozialzentren bietet die CS in Wien
professionelle Pflege und Betreuung für alte und chronisch kranke
Menschen an. Geriatrische, Alzheimer- und MS-Tageszentren,
geriatrische Kurz- und Langzeitpflege, spezielle Betreuung für
Menschen mit Morbus Alzheimer und MS, das CS Hospiz Rennweg,
Kindergärten und Horte, ein Wohnheim für Mutter und Kind, soziale
Beratung, Hauskrankenpflege und Heimhilfe.

Die CS versteht sich als Impulsgeberin für soziale Anliegen, sie
entwickelt Modelleinrichtungen mit dem Ziel, diese in das soziale
Regelwesen zu überführen. Die Hospizidee ist ein zentrales Anliegen
der CS Schwesterngemeinschaft. Schwestern der Caritas Socialis sind
außer in Österreich in Brasilien, Deutschland, Südtirol, und Ungarn
vertreten.

Link: http://www.cs-schwestern.at/aktuelles-detail.asp?ID=273

(Im Wiener Dom-Verlag ist eine Biografie Burjans erschienen:
Ingrid Schödl: "Hildegard Burjan. Frau zwischen Politik und Kirche",
Nachwort von Sr. Maria Judith Tappeiner CS, 232 S, 16.90 Euro.)

Rückfragehinweis:
Sabina Dirnberger - Caritas Socialis (CS)
Mobil: 0664 / 54 86 424 oder [email protected]

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