• 03.06.2011, 10:12:18
  • /
  • OTS0052 OTW0052

Khol an Arbeitsminister Hundstorfer: Brauchen dringend ein "Beschäftigungspaket 50plus"!

50plus profitieren nicht vom Aufschwung am Arbeitsmarkt. Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit sehr erfolgreich - muss jetzt auch für Ältere aufgenommen werden!

Wien (OTS) - "Freuen wir uns: Bei der allgemeinen Arbeitslosigkeit
sind wir mit einem Wert von nur 4,2% Europameister. Bei der
Jugendarbeitslosigkeit kriegen wir mit 8,7% auch noch die
Europäische-Bronzemedaille. Und bei den Älteren? Nun, bei der
Erwerbsquote der Älteren liegen wir nur auf Platz 16 der EU 27 - und
auch bei der aktuellen Arbeitslosenrate in Österreich konnten die
50plus nicht vom allgemeinen Aufschwung profitieren. Wir brauchen
daher dringend ein Beschäftigungspaket für Ältere" erklärt Dr.
Andreas Khol, Bundesobmann des Österreichischen Seniorenbundes und
Präsident des Österreichischen Seniorenrates zur aktuellen Lage am
Arbeitsmarkt in Österreich und richtet einen dringenden Appell an den
zuständigen Arbeitsminister:

"Herr Minister, gegen die Jungendarbeitslosigkeit haben Sie mit
dieser Bundesregierung in den vergangenen Jahren mit mehreren
Beschäftigungspaketen äußerst erfolgreich gekämpft - dasselbe muss
nun auch für die Älteren getan werden!"

Khol: OECD beweist, dass Ältere die Jüngeren nicht vom Arbeitsmarkt
verdrängen!

Und noch bevor Khol konkrete Vorschläge für das
"Beschäftigungspaket 50plus" vorlegt, kontert er die häufig
aufgestellte Behauptung, Ältere würden den Jüngeren im Falle ihrer
Beschäftigung Jobs wegnehmen, mit dem Verweis auf ein wörtliches
Zitat der OECD-Pensionsexpertin Monika Queisser, welches diese im
Rahmen der Präsentation der OECD-Studie "Pensions at a glance 2011"
schon am 9. April 2011 vorlegte:

"Zeit sei es außerdem, mit dem Vorurteil aufzuräumen, Ältere
nähmen Jüngeren den Arbeitsplatz weg: Der häufig beschworene
Zielkonflikt zwischen der Anstellung jüngerer und älterer Menschen
existiert nicht", sagte Queisser. "Ganz im Gegenteil, unsere
Statistiken zeigen, dass eine positive Beziehung zwischen den
Einstellungszahlen der unterschiedlichen Generationen herrscht. Mit
anderen Worten: Länder, die ältere Menschen erfolgreich in den
Arbeitsmarkt integrieren, schaffen das in der Regel auch bei
jüngeren."

Dazu ergänzt Khol: "Bei allen möglichen Dingen sind OECD-Studien
wichtige und vertrauenswürdige Quellen für Medien und Politik. Nur
wenn dann bestätigt wird, dass Ältere den Jüngeren eben NICHT die
Jobs wegnehmen, will das keiner hören! Das werden wir nicht länger
akzeptieren, damit ist jetzt Schluss!"

Khol zu konkreten Maßnahmen: Belohnen statt strafen! Bei mehreren
Punkten schon breiter Konsens vorhanden!

Zum nun dringend zu erstellenden "Beschäftigungspaket 50plus" hält
Seniorenbund-Obmann Khol die Grundlagen fest:

"Belohnungen sind immer besser als Strafen und sollten daher im
Vordergrund stehen. Auch bei den Jugendlichen wird man ja nicht
bestraft, wenn man sie nicht einstellt, sondern belohnt, wenn man es
eben schon tut. Auch höherer Kündigungsschutz hat sich nachweislich
als nicht zielführend erwiesen. Dass zuletzt der Kündigungsschutz für
Menschen mit Behinderungen und in bestimmten Fällen auch für
Lehrlinge gelockert wurde, wird von der Regierung doch wohlüberlegt
gewesen sein. Warum man dann ausgerechnet bei Älteren den entgegen
gesetzten Weg gehen soll, entzieht sich jeglicher Logik und wird von
uns daher strikt abgelehnt!"

Und Khol sieht mehrere konkrete Punkte, die im
"Beschäftigungspaket 50plus" enthalten sein sollten und auch in den
entsprechenden Verhandlungen schon die Zustimmung der Sozialpartner -
auch des Seniorenrates - gefunden haben:

- Einführung der "Senior-Pools beim AMS" - damit jene, die vorzeitig
erkennen, ihre Arbeit nicht bis zum gesetzlichen
Pensionsantrittsalter durchzuhalten, zeitgerecht eine persönlich
abgestimmte Unterstützung für den Umstieg auf ihre "Neue Rolle im
späteren Erwerbsleben" erhalten.

- Ausbau von gesundheitsfördernden Elementen,
Eingliederungsbeihilfen, Flexibilitäts- und Qualifizierungsberatung
beim AMS

- (Gemeinnützige) Arbeitskräfteüberlassung und Arbeitstraining als
Instrumente der beruflichen Wiedereingliederung nach (beruflicher)
Rehabilitation

- Ausbau des "Fit für die Zukunft"-Programms der Wirtschaftskammer,
sowie des "Fit-2-Work"-Prigramms des Sozialministers

- Zuschüsse für Dienstgeber bei Weiterbeschäftigung gesundheitlich
eingeschränkter Arbeitnehmer

Khol: Den Leistungswilligen nicht länger im Wege stehen!

Neben diesen Dingen, die ausschließlich die Arbeitsmarktpolitik
betreffen, sollten laut Khol auch die Zuverdienstgrenzen für
vorzeitig Pensionierte gesetzlich Versicherte aufgehoben werden:

"Derzeit arbeiten 116.000 Personen neben einem Pensionsbezug als
geringfügig Beschäftigte. Viele davon würden ihre Pension verlieren,
wenn sie die Geringfügigkeitsgrenze überschreiten. Ich bin sicher,
dass viele von ihnen gerne mehr Stunden leisten und in Folge auch
Lohnsteuer und Sozialversicherung zahlen würden. Da sollten wir
aufhören, den Leistungswilligen im Wege zu stehen, also weg mit den
Zuverdienstgrenzen!"

"Und für jene, die nach 60/65 noch arbeiten wollen, sollten wir
die Belohnung viel attraktiver gestalten: Bei 12% mehr Pension für
jedes länger gearbeitete Jahr, kostet das den Staat keinen Cent und
sind sicher viel mehr Menschen als heute bereit, diese Leistung zu
erbringen. Das senkt zwar nicht die Arbeitslosenzahlen, aber es hebt
das durchschnittliche Pensionsantrittsalter, weil die Pension in der
Zeit des Weiterarbeitens ja nicht bezogen wird. Und das - also die
Anhebung des durchschnittlichen faktischen Pensionsantrittsalters -
ist ja angeblich gerade das vordergründigste Ziel der
Österreichischen Innenpolitik. Also: Her mit dem
Seniorenbund-Belohnungsmodell", erklärt Khol zu einer weiteren
wichtigen Forderung des Seniorenbundes mit positiver Auswirkung auf
die Gesamtsituation.

"In vielen Punkten gibt es hier schon einen breiten Konsens. Daher
gibt es keinen Grund, die Einführung dieser Maßnahmen auf die lange
Bank zu schieben. Geben wir den älteren Menschen in Österreich eine
faire Chance, unterstützen wir Sie durch das "Beschäftigungspaket
50plus" in ihrer Leistungsbereitschaft", fordert Khol abschließend.

Rückfragehinweis:
Österreichischer Seniorenbund, Susanne Kofler
Tel.: 0650-581-78-82,
mailto:[email protected]
www.seniorenbund.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | SEN

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel