• 31.05.2011, 11:55:59
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Seniorenbund: Offener Brief an Pflege- und Gesundheitslandesrät/innen

Ideen direkt in Verhandlungen zur Pflegestrukturreform einbringen, bis Ende 2012 keine nur auf ein Bundesland beschränkten Regelungen mehr "erfinden"!

Wien (OTS) -

Sehr geehrte Damen und Herren Landesrät/innen,

die Sie in Ihrem Bundesland für Pflege & Betreuung täglich
Verantwortung übernehmen!

Ich wende mich heute - an jenem Tag, wo im Ministerrat die Gesetze
zum Pflegefonds finanlisiert werden - mit einem offenen Brief an
jede/n Einzelne/n von Ihnen mit einem großen Anliegen, dass uns
Seniorenvertretern sehr am Herzen liegt:

Bitte nutzen wir alle gemeinsam jene Verschnaufpause, die uns der
zeitlich bis 2014 befristete Pflegefonds jetzt gibt: Starten wir
rasch die Verhandlungen zur Pflegestrukturreform und bringen wir dort
unsere Einzelvorschläge konstruktiv ein.

Wie Sie aus erster Hand selbst wissen, wurde im Zuge der
Verhandlungen zum Pflegefonds vereinbart, bis Ende 2012 eine echte
Pflegestrukturreform fertig zu stellen. Bis dahin sind nur noch 19
Monate Zeit, was relativ wenig ist, bedenkt man, wie zahlreich die zu
beantwortenden Fragen und wie unterschiedlich die einzelnen
Antwortentwürfe dazu sind. Es ist also dringend an der Zeit, diese
Verhandlungen jetzt gemeinsam zu starten.

Wenn nun einige von Ihnen schon für die kommenden Wochen und
Monate "Pflegereformen" in Ihrem eigenen Bundesland vorsehen, so
fürchten wir, dass diese Schritte dazu führen, dass wir uns noch
weiter von einer bundesweiten Vereinheitlichung der diversen
Pflegeregelungen entfernen, was eine Einigung bis Ende 2012 und eine
danach rasch zu erfolgende bundesweite Umsetzung weiter erschweren
könnte.

Wir ersuchen Sie daher, von Neuregelungen, die ausschließlich auf
Ihr Bundesland beschränkt sind, in den kommenden Monaten vorerst
abzusehen - geben wir ernst gemeinten Verhandlungen zu einer echten
Pflegestrukturreform eine Chance! Gemeint sind selbstverständlich
nicht Projekte zum Ausbau von mobilen Diensten o.Ä., sondern vor
allem Umstellungen in den Pflegestrukturen - wie zB die
Wiedereinführung des Angehörigenregress in der Steiermark, um hier
nur ein sehr konkretes Beispiel zu nennen.

Mit dem Pflegefonds und den Veränderungen in der
Pflegegeldverwaltung ist ein erster guter Schritt gelungen, was nur
möglich war, weil Bund, Länder und Gemeinden jeweils ein gutes Stück
aufeinander zugegangen sind. Darüber sind die Pflegebedürftigen und
ihre Angehörigen in ganz Österreich sehr froh. Setzen wir nun
gemeinsam den nächsten Schritt: Für ein nachhaltig finanzierbares,
bundeseinheitlich garantiertes und modernes Pflegesystem in
Österreich!

LAbg. Ingrid Korosec

Bundesobmann-Stellvertreterin des Österreichischen Seniorenbundes
Landesvorsitzende des Wiener Seniorenbundes

Rückfragehinweis:
Österreichischer Seniorenbund, Susanne Kofler, 0650-581-78-82; [email protected]; www.seniorenbund.at

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