- 31.05.2011, 11:29:11
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Aufbruch in eine neue Ära der Zugsicherung
Die ÖBB setzen mit ETCS auf Hi-Tech, Sicherheit und Verlässlichkeit. Heute wurde es der Öffentlichkeit vorgestellt.
Wien/ Innsbruck (OTS) - Ein buntes Programm wurde Medienvertretern
und prominenten Gästen heute im Zuge der Präsentation des ETCS in
Innsbruck geboten. Bei einem Besuch in der Betriebsführungszentrale
Innsbruck konnten nach einer Besichtigungstour die eigenen
Lokführerqualitäten im ETCS-Fahrsimulator getestet werden. Auf der
anschließenden Fahrt auf der Teststrecke Matrei - Fritzens-Wattens
war es möglich, dem Lokführer über die Schulter zu schauen um sich
selbst ein Bild vom Zugsicherungssystem ETCS unter realen Umständen
zu machen.
Medienpräsentation mit hochrangigen Vertretern
Begrüßt wurden die Medienvertreter und prominenten Gäste bei der
heutigen Präsentation vom Vorstand der ÖBB-Holding AG Franz Seiser,
dem NR-Abg. und Vorsitzenden des parlamentarischen
Verkehrsausschusses Anton Heinzl sowie dem Tiroler Verkehrslandesrat
Bernhard Tilg.
Anwesend waren auch hochrangige Vertreter von Alstom Austria GmbH,
Frequentis AG, Kapsch CarrierComAG, Signon Deutschland GmbH und
Thales Austria GmbH, die in enger Zusammenarbeit mit den ÖBB einen
wesentlichen Teil zur Einführung des ETCS beitragen.
"Für die ÖBB beginnt mit dieser Umstellung einen neue Ära der
Zugsicherung und Zugsteuerung", so Seiser. "Das ist ein wichtiger
Technologiesprung und eine große Herausforderung für den gesamten
Konzern. Mit dem Bahnbetrieb auf Basis ETCS zählen die ÖBB gemeinsam
mit der Schweiz und den skandinavischen Staaten europaweit zu den
führenden Innovationsträgern."
SPÖ Verkehrssprecher Anton Heinzl zeigt sich erfreut, dass die ÖBB
weiter verstärkt in das einheitliche europäische Zugsicherungssystem
investiert. Durch die Umstellung auf ETCS wird außerdem der
grenzüberschreitende Verkehr erleichtert und auch beschleunigt. Züge
werden damit gegenüber dem Straßenverkehr wieder einen Schritt
konkurrenzfähiger. "Damit ist eine effizientere und noch sicherere
Zukunft im Schienenverkehr gewährleistet, Österreich ist mit seinen
Investitionen in Strecken und Fahrzeuge in Europa führend" so Heinzl.
Für Tirols Verkehrslandesrat Bernhard Tilg bringt das neue
Zugsicherungssystem viele Vorteile: "Mit der Inbetriebnahme der
Unterinntalbahn Ende 2012 steht den Kunden eine moderne und
zukunftsweisende Infrastruktur zur Verfügung. Das neueste europäische
Zugsicherungssystem bringt für den Tiroler Bahnverkehr mehr
Sicherheit, mehr Effizienz und die Möglichkeit zusätzlichen
Schwerverkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern."
Mehr Sicherheit, mehr Service, mehr Züge
Die EU verpflichtet alle Mitgliedstaaten, beim Neubau und bei der
Umrüstung bestehender transeuropäischer Strecken das
Zugsicherungssystem ETCS und den GSM-R Zugfunk einzusetzen. Dafür
werden sowohl nationale als auch EU-Förderungen gewährt.
Der Einsatz des interoperablen - also europaweit einsetzbaren -
Zugsicherungssystems, das bei allen Neubaustrecken gemäß EU-Vorgabe
verwendet werden muss, bietet viele Vorteile:
ermöglicht wirtschaftlich effizienten, hindernisfreien
grenzüberschreitenden Bahnverkehr mit einer attraktiven und optimal
verfügbaren Infrastruktur;
steigert die Sicherheit und Qualität des Zugverkehrs;
bessere Ausnutzung der Zugtrassen aufgrund kürzerer Zugfolgen und
höherer Geschwindigkeit, dadurch erhöht sich die Transportkapazität
und Wirtschaftlichkeit der Strecke;
zukünftig weniger Schulungsaufwand für Lokführer - Anzeigesystem am
Führerstand in jedem Level gleich;
keine Ausrüstung der Fahrzeuge mit verschiedenen nationalen Systemen
in Zukunft mehr notwendig
Die ÖBB auf dem Weg zu ETCS
Bei ETCS Level 1 werden die Informationen, wie etwa Geschwindigkeit
oder korrekte Fahrtstrecke, durch im Gleis verlegte Eurobalisen
(Datenpunkte im Gleis), bei Level 2 hingegen per Funk über das Medium
GSM-R (Global System for Mobile Communications - Railway) an das
Fahrzeug übertragen. Auf optische oder akustische herkömmliche
Signale kann im Level 2 daher verzichtet werden.
Der Umrüstung der Bestandsstrecke Wels - Passau bis Ende 2011 auf
ETCS Level 1 werden bis Ende 2012 die Bestandsstrecken Wien - St.
Pölten und Attnang-Puchheim - Salzburg folgen. Auf der Ostbahn gibt
es zwischen Wien und Heygeshalom bereits eine ETCS 1 -Strecke. Diese
wird derzeit an die neuesten technischen Spezifikationen angepasst.
Zeitgleich wird ETCS Level 2 ab Ende 2012 auf der Bahnachse Brenner -
Kufstein samt der Neubaustrecke im Unterinntal und auf der
Neubaustrecke Wien - St. Pölten zum Einsatz kommen.
Insgesamt werden bis Ende 2013 585 Streckenkilometer mit ETCS Level
ooder 2 ausgestattet. Bis 2021 können die Südbahn und die Westbahn
(ausgenommen der Abschnitt St. Pölten - Linz) durchgängig mit ETCS
befahren werden.
Fahrzeugseitig werden bis Ende 2012 bereits 163 Loks und alle 51
railjet-Steuerwagen mit den notwendigen ETCS-Komponenten ausgerüstet
sein, bis 2015 die gesamte, 382 Loks umfassende Taurus-Flotte der
ÖBB.
Die Einführung des hochkomplexen Zugsicherungssystems erfordert das
Zusammenspiel der verschiedensten Technologie-Unternehmen. So wurde
etwa Alstom mit der Ausrüstung der Fahrzeuge, Thales mit der
streckenseitigen Ausrüstung beauftragt. Kapsch CarrierCom liefert die
Technologie für GSM-R. Frequentis wurde mit der Systemintegration
betraut, Signon Deutschland rundet das Zusammenspiel der
verschiedenen Firmen mit Engineering und Consulting ab.
ÖBB: Österreichs größter Mobilitätsdienstleister
Als umfassender Mobilitätsdienstleister sorgt der ÖBB-Konzern
österreichweit für die umweltfreundliche Beförderung von Personen und
Gütern. Mit konzernweit rd. 42.500 MitarbeiterInnen (inkl. Lehrlinge
44.125) und Gesamterträgen von rd. 6,1 Mrd. EUR ist der ÖBB-Konzern
ein wirtschaftlicher Impulsgeber des Landes. Im Jahr 2010 wurden von
den ÖBB 460 Mio. Fahrgäste und 132,9 Mio. Tonnen Güter transportiert.
Strategische Leitgesellschaft des Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.
Rückfragehinweis:
ÖBB-Holding AG, Konzernkommunikation
Mag. Herbert Ofner
Pressesprecher
Tel.: Tel.: 01 93000-44278, Mobil: 0664/617 15 11
mailto:[email protected]
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