- 30.05.2011, 11:00:46
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Bundeskriminalamt: Internationale Schlepperbande ausgehoben
Enge internationale Zusammenarbeit führte zur Festnahme von 15 Tatverdächtigen in Österreich und Spanien
Wien (OTS) - Beamte des Stadtpolizeikommandos Schwechat konnten in
enger Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt Niederösterreich und
unter der Federführung des Bundeskriminalamts in einer international
akkordierten Operation gemeinsam mit der spanischen Polizei eine
kriminelle Tätergruppe ausheben, die unter Verdacht steht, illegale
Einwanderer aus dem Iran nach Europa eingeschleust zu haben. In
Österreich und Spanien wurden mehrere Hausdurchsuchungen vorgenommen,
15 Tatverdächtige verhaftet - sechs davon in Österreich - und
umfangreiches Beweismaterial sichergestellt.
Bereits seit Oktober 2010 führte das Stadtpolizeikommando Schwechat
Ermittlungen gegen eine Gruppe iranischer Staatsangehöriger, die
unter Verdacht steht, iranische Staatsbürgerinnen und -bürger über
verschiedenste Routen nach Österreich eingeschleust und in weiterer
Folge über den Flughafen Wien Schwechat nach Westeuropa geschleppt zu
haben. Im Zuge der Ermittlungen in Österreich ergaben sich konkrete
Zusammenhänge mit einem in Spanien geführten Verfahren, weshalb ein
akkordiertes Vorgehen der Polizei vereinbart und umgesetzt wurde. Der
direkte Kontakt nach Spanien erfolgte über den österreichischen
Verbindungsbeamten des Bundesministeriums für Inneres in Spanien.
Die Operation "SOFIA" wurde aufgrund einer Anordnung der
Staatsanwaltschaft Korneuburg gemeinsam mit den spanischen Polizei
durchgeführt, wobei sich in Österreich 20 Polizeibeamte und in
Spanien 120 Beamte an der Operation beteiligten.
In Österreich wurden acht Hausdurchsuchungen vorgenommen, sechs
Verdächtige festgenommen und umfangreiches Beweismaterial, darunter
21.000 Euro, sichergestellt.
Die spanischen Behörden konnten ebenfalls neun Tatverdächtige
festnehmen. Weiters wurden in einem der durchsuchten Objekte in
Spanien elf illegale Einwanderer iranischer Staatsangehörigkeit,
davon zwei minderjährige, aufgefunden, und eine große Anzahl
gefälschter Pässe aus verschiedenen Mitgliedsländern der Europäischen
Union, technische Geräte sowie die Replik einer Handfeuerwaffe
beschlagnahmt. Außerdem wurden größere Mengen Bargeld in
verschiedenen Währungen sichergestellt.
"Dieser Erfolg zeigt wie wichtig internationale Polizeiarbeit ist",
sagt Innenministerin Johanna Mikl-Leitner. "Jenen Verbrechern, die
ihr schmutziges Geschäft auf den Rücken von notleidenden Menschen
machen, muss das Handwerk gelegt werden."
Die Ermittlungen ergaben den "Modus Operandi" einer international
kriminellen Organisation, die perfekt strukturiert und hierarchisch
aufgebaut war. Sie operierte in verschiedenen Europäischen Ländern
(Belgien, Bulgarien, Griechenland, Irland, Österreich, Rumänien und
Spanien), Asien (Iran, Afghanistan und der Türkei) und Kanada.
Die spanische Polizei geht davon aus, dass während der über einige
Jahre dauernden Aktivität dieser Organisation mindestens 1.500
Personen die illegale Einreise nach Europa sowie in geringerem Ausmaß
nach Kanada ermöglicht wurde. Davon sind einige hunderte Personen
über Österreich geschleppt worden. Der von der Organisation
erwirtschaftete Gesamtertrag soll in der Höhe von mehreren Millionen
Euro liegen.
"Bei dieser internationalen Operation handelt es sich um einen der
größten Schläge gegen die internationale Schlepperkriminalität der
vergangenen Jahre", beschreibt Oberst Gerald Tatzgern, Leiter des
Büros für Schleppereibekämpfung im Bundeskriminalamt, die Operation.
Die in Österreich festgenommenen Personen werden nach Abschluss der
Ermittlungen und Vernehmungen in die Justizanstalt Korneuburg
eingeliefert.
Rückfragehinweis:
Bundeskriminalamt Mag. Silvia Strasser Pressesprecherin Tel.: +43(0)664 264 07 13 mailto:[email protected] Oberst Helmut Greiner Pressesprecher Tel.: +43(0)664 813 21 28 mailto:[email protected] www.bundeskriminalamt.at
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