• 28.05.2011, 08:00:36
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Neue Sammlungs-Highlights in den beiden Schlossausstellungen: Glanzlichter des Schlosses Esterházy und Haydn explosiv*2011

Neues aus den Sammlungen in der Ausstellung "Glanzlichter des Schlosses Esterházy"

Eisenstadt (OTS) - Im Jahr 2011 finden weitere kunst- und
kulturhistorisch interessante Objekte, die bisher in den Depots
schlummerten, ihren verdienten Weg ins Scheinwerferlicht. Einer
kunsthistorischen Prüfung und Analyse sowie einer behutsamen
Restaurierung unterzogen, konnten sie neu bewertet werden und
präsentieren sich nun der Öffentlichkeit zumeist zum ersten Mal. Sie
komplettieren den Reigen der bereits ausgestellten "Glanzlichter" und
zeigen einmal mehr die in den Sammlungen ge(be)hüteten Schätze der
Fürsten Esterházy.

Ehe man zum Rundgang in der Ausstellung im Ostflügel startet,
erwartet den Besucher im Sonderausstellungsraum zu Fürstin Melinda
Esterházy ebenfalls eine Neuerung: ein rund achtminütiger Kurzfilm zu
ihrem Leben mit deutschen Untertiteln.

Hervorzuheben sind unter den neuen Ausstellungsexponaten vor allem
zwei Reiterstatuetten von Johann Friedrich Schroth (1756-1779) von
1779, die Fürst Nikolaus I. Esterházy und Kaiser Joseph II. auf ihren
sich bäumenden Pferden zeigen. Beide Statuetten, die sich einst im
Arbeitszimmer des Fürsten in Eszterháza befanden, dienten der
Erinnerung - auch an historische Ereignisse, wie etwa der Krönung
Josephs in Frankfurt, wo dieser zum römisch-deutschen König gewählt
und am 3. April 1764 als solcher gekrönt worden war. Fürst Nikolaus,
der als Krönungsbotschafter in Frankfurt am Main weilte und dort mit
einer beeindruckende Inszenierung seiner Person sowie seiner
Hofhaltung für Aufsehen und nachhaltigen Eindruck sorgte, ließ sich
mit der berühmten Brillantschmuck-Garnitur und in der Uniform der
Königlich-Ungarischen Adeligen Leibgarde darstellen, deren Hauptmann
er ab 1764 war.

Ein weiteres würdiges "Glanzlicht" stellt eine Schatulle mit
Marketerie von David Roentgen (1743-1807) aus der Zeit um 1780 dar,
der als Kunsttischler u.a. für den franz. König Ludwig XVI. oder die
russische Zarin Katherina die Große seine begehrten Luxusmöbel mit
komplizierten mechanischen Vorrichtungen im Inneren, die Schreib-,
Lesevorrichtungen sowie Schubladen öffneten und schlossen, fertigte.
Goethe verewigte die Meisterwerke Roentgens in einer Passage von
Wilhelm Meisters Wanderjahren.

Neben einem japanischen Namban-Lackkästchen aus dem ersten Viertel
des 17. Jahrhunderts, einer französischen Konsoluhr mit grün
gefärbter Hornfurnier aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts,
einer Reihe von Zeremonienstäben mit Löwenköpfen aus massivem Silber
lassen auch fünf Monitoreinspielungen den einstigen Prunk am Hof der
Esterházy Fürsten erleben: Unter großem Aufwand und mit äußerster
Akribie wurde im ehemaligen Speisesaal des Schlosses mit dem
Silberservice Fürst Antons, das im selben Ausstellungsraum präsent
ist, eine mächtige Tafel eingedeckt und als eindrucksvoller Höhepunkt
alle Kerzenleuchter entzündet. Dieses einmalige Ereignis, das all den
Aufwand und Mühe des einstigen Dienstpersonals eindrucksvoll vor
Augen führte, wenn es galt, ein glänzendes Bankett vorzubereiten,
bewirkte auch ein Erleben des Zaubers von Kerzenschein im Glanz des
Silbers sowie ein neues visuelles Wahrnehmen von Wanddekoration,
Farben und Formen im Raum, aber auch eine veränderte Zeitdimension
und ein Erfühlen der Wärme, die über hundert entzündete Kerzen
verströmen können.

Den fulminanten Abschluss der exquisiten Exponate bildet neben den
Schuldscheinen Fürst Nikolaus' II. Esterházy - Zeugen seines
Mäzenatentum, des Repräsentationszwangs und Expansionsstrebens - eine
französische Uhr mit Tintenzeug aus dem ersten Jahrzehnt des 19.
Jahrhunderts. Diese Arbeit erwuchs unter den Händen der wohl
bedeutendsten Schöpfer derartiger Kunstobjekte des Empire, wie dies
u.a. auch für den englischen und den neapolitanischen König geschah,
für Napoleon, dessen Frau Marie Louise, oder für amerikanische
Präsidenten. Pierre-Philippe Thomire, herausragendster Bronzegießer
der Zeit, und Louis Moinet, ebenso gefeierter Uhrmachermeister,
zeichnen für diese Uhr in Form einer Lyra, die von Fürst Nikolaus II.
angekauft worden war, verantwortlich und bestätigen die Orientierung
des Fürsten am Puls der Zeit.

Neues aus den Sammlungen in der Ausstellung "Haydn explosiv*2011"

Joseph Haydn und seine Lebenswelt am Hof der Fürsten Esterházy
erfährt auch 2011 in der Ausstellung "Haydn Explosiv" eine weitere
Annäherung durch einen neu zu entdeckenden Exponatenkreis.

So wird anhand von erstmals gezeigten Archivalien dem
Dienstantritt des gefeierten Komponisten unter Fürst Paul II. Anton
Esterházy vor 250 Jahren gedacht, wobei Möbel aus jener Zeit einen
kleinen Eindruck der damaligen Schlossausstattung geben. Aber auch
Ausstattungsobjekte aus der späteren Schaffenszeit Haydns lassen in
die ihn umgebende Lebenswelt blicken - so ein mit drei verschiedenen
Vergoldungstechniken gestalteter, mit den Attributen Amors und
Musikinstrumenten versehener Tischaufsatz.

Besonders hervorzuheben ist die Bestückung der Ausstellung mit
weiteren historischen Musikinstrumenten, wie einem Kontrabass von
Johann Joseph Stadlmann (1720-1781) von 1759, der die in der Wiener
Klassik weit verbreiteten Vorliebe für Kompositionen für dieses
Instrument bezeugt und Haydns Kontrabass-Konzert, das heute leider
verschollen ist, ins Gedächtnis ruft.

Auch ein nun wieder bespielbarer Hammerflügel aus der Wiener
Werkstatt von Matthias Müller aus der Zeit vor 1805 hat seinen Weg
aus dem Depot in die Ausstellung zu Ehren von Joseph Haydn gefunden.
Das 'Inventarium der Hochfürstlichen Esterházy'schen Kammer & Theater
Music' verzeichnet den Flügel am 19. August 1805 als 'Pianoforte aus
Mahagoniholz von Müller. Aufgestellt im Salon der Fürstin'.

Ein Baryton-Nachbau von 1934 nach einem Instrument von 1782
dokumentiert das wiedererwachende Interesse an den historischen
Musikinstrumenten und ihrer möglichen Spielweise, erinnert aber auch
an das bevorzugte Instrument von Fürst Nikolaus I., der auf einem
Baryton von Johann Joachim Stadlmann zu spielen pflegte.

Neben Möbeln und Musikinstrumenten runden aber auch erstmals
präsentierte Heliogravüren und Graphiken, darunter eine Zeichnung
Joseph Ignaz Gurks zu einer Musikmaschine für Fürst Nikolaus II., die
historischen Exponate ab.

Der Kuss von Birgit Sauer oder eine Triologie von Gemälden Zsuzsa
Moizers führen den Besucher schließlich bis zur aktuellen
Auseinandersetzung mit Themen, die sich im Schaffen Joseph Haydns
wieder finden lassen. Aber auch der erst kürzlich verstorbene
burgenländische Künstler Eduard Sauerzopf findet anhand von zwei
wunderbaren Zeichnungen, die zum einen Joseph Haydn und zum anderen
Fürst Nikolaus I. - mit unverwechselbarem Strich wiedergegeben -
zeigen, seine Präsentation in der Ausstellung.

Rückfragehinweis:

Edeltraud Werschlein              Mag (FH) Barbara Wagner-Gmeiner
   Esterházy Privatstiftung          Esterházy Privatstiftung
   7000 Eisenstadt, Esterházyplatz 5    
   Tel. 02682/63004-410, Fax 499     Tel. 02682/63004-407, Fax 499
   Mail: [email protected]   [email protected]
   ww.esterhazy.at                   www.esterhazy.at

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