• 27.05.2011, 11:31:22
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Lokale Online-Dienste kommen laut Experten in Fahrt

Nutzung steigt rasant, Geschäftsmodelle sind aber noch Mangelware - Datenaufbringung ohne Crowdsourcing in vielen Bereichen kaum mehr finanzierbar - "Bürger werden zu Sensoren"

www.apa-fotoservice.at/galerie/1331/

Wien (OTS) - Smartphones, benutzerfreundliche Anwendungen und
Geo-Daten: Mehr braucht es nicht, um den lange angekündigten
Siegeszug der ortsbezogenen Dienste doch noch auf Schiene zu bringen.
Wohlgemerkt, was die Nutzung betrifft, bei den Geschäftsmodellen
herrscht noch Ratlosigkeit, erklärten Experten bei einer
Podiumsdiskussion im Rahmen der APA-E-Business-Community gestern,
Donnerstagabend, in Wien.

Die Voraussetzung für einen Erfolg am Massenmarkt - Handys mit
GPS, Kompass und Co., Apps als neues Modell und ein leichterer Zugang
zu ortsbezogenen Daten - seien jedenfalls bereits vorhanden, so Karl
Rehrl von der Salzburg Research Forschungsgesellschaft. Vor allem die
notwendigen Geo-Daten hätten bisher ein Problem dargestellt. Bei der
Entwicklung einer App, die beim Blick durch die Handykamera auf ein
Gebirge die Gipfelnamen und Höhenangaben einblendet, habe man
bemerkt, wie schwierig es ist, an entsprechende Informationen zu
kommen.

Fündig geworden sei man letztlich bei der "freien Weltkarte
OpenStreetMap" - einem Crowdsourcing-Projekt, sagte Rehrl. Dabei
werden die Inhalte eines Dienstes gemeinschaftlich von ihren Nutzern
erstellt bzw. Aufgaben an unbekannte Akteure ausgelagert. Auch bei
manchen Echtzeit-Verkehrssystemen fungiere die Masse der Autofahrer
bereits als Datenlieferanten, weil Bewegungsprofile an
Navigationsanbieter übertragen werden. "Die Bürger werden zu
Sensoren", erklärte der Experte. Zu so detaillierten Daten zu kommen,
sei auf anderem Weg kaum mehr finanzierbar.

"Der User wird nicht zahlen"

Auf für Unternehmen interessanten Datenbergen sitzen auch die
Mobilfunker. "Aus anonymen Bewegungsströmen lassen sich spannende
Anwendungen basteln", gab sich Florian Niedersüss von A1 Telekom
Austria überzeugt. Man könne aus den Positionsveränderungen von
Millionen SIM-Karten beispielsweise errechnen, wo es staut, oder
auswerten, wie viele Menschen sich wann auf einer Einkaufsstraße
wohin bewegen. Am Massenmarkt sehe er - im Unterschied zum
Unternehmensbereich - derzeit aber kein funktionierendes
Geschäftsmodell. "Der User wird nicht zahlen", so Niedersüss.

Die ersten ortsbezogenen Dienste seien an der noch nicht
ausgereiften Technik und den damals sehr teuren Geo-Daten
gescheitert, ergänzte Thomas Wedl von Cellular. Jetzt könne jeder
einzelne Entwickler über offene Schnittstellen auf Ortsinformationen
zugreifen. "Dadurch entstehen gerade viele Möglichkeiten", so Wedl.
Durch eine neue App, die zwischen Kunden und Chauffeur auf Basis von
ortsbezogenen Informationen vermittelt, würden sich beispielsweise
Taxi-Fahrer die Provisionszahlungen an die Funkzentrale sparen
können.

Informationen nur bei Vertrauen

"Wenn wir wüssten, wo sich unsere Leser aufhalten - etwa in
Russland, könnten wir ihnen maßgeschneiderte Informationen aufs Handy
schicken", sagte Alexis Johann von WirtschaftsBlatt Digital. Ihm sei
aber bewusst, dass sich die Umsetzung wohl schwierig gestalten würde.
Der Erfolg von lokalen Diensten hänge von der Bereitschaft der User
ab, Informationen über sich herzugeben. Dies setze viel Vertrauen
voraus. Im Industriebereich seien ortsbezogenen Services bereits sehr
wichtig, "bei den Endkunden ist man noch etwas auf der Suche", so
Johann.

"Die Frage ist, bei welchen Inhalten die Anreicherung mit Geo-Code
nützlich ist. Außerdem gibt es viele Bereiche, wo man sich nicht auf
die von der Crowdsourcing-Community bereitgestellten Daten verlassen
kann", gab Robert Schweinzer von APA-MultiMedia zu bedenken. Erste
Ansätze, wie Journalisten auf die neuen Herausforderungen reagieren
könnten, sieht er beispielsweise in Augmented-Reality-Anwendungen.
"Aber hier stehen wir erst am Beginn. Aktuell entwickeln wir lokale
Dienste in den Bereichen Sport und Datenjournalismus", so Schweinzer.

Während derzeit vor allem die User selbst Abfragen initiieren und
ihren Aufenthaltsort bekannt geben, würden künftig netzbasierte
Dienste neue Dimensionen im Bereich Marketing, öffentliche
Warnsysteme und verkehrsbezogene Dienste eröffnen, meint Rene Eres
von Ericsson Austria. Er sieht vor allem in der "Machine to
Machine"-Kommunikation großes Potenzial, also wenn SIM-Karten sich
direkt miteinander "unterhalten".

Die Plattform

Soziale Netzwerke, mobiles Marketing und Software als
Dienstleistung: Die IT-Welt dreht sich immer schneller. Die seit 2001
existierende E-Business-Community (EBC) hat es sich daher zur Aufgabe
gemacht, Wissen über aktuelle Themen aus der Branche zu vermitteln
und Geschäftskontakte zu erleichtern.

Veranstaltet von APA-MultiMedia, dem Partner für multimedialen
Content und redaktionelles Outsourcing, bildet die EBC ein
schlagkräftiges Netzwerk für erfolgreiches E-Business. Monatliche
Veranstaltungen, bei denen sowohl Impulsreferate als auch
Fachvorträge und Podiumsdiskussionen Platz haben, bilden die ideale
Plattform für Erfahrungs- und Meinungsaustausch.

Die Partner-Unternehmen der E-Business-Community sind:

- A1 Telekom Austria www.A1TelekomAustria.at
- CELLULAR GmbH www.cellular.at
- CMS Reich-Rohrwig Hainz Rechtsanwälte GmbH www.cms-rrh.com
- diamond:dogs webconsulting GmbH www.diamonddogs.cc
- economyaustria http://economyaustria.at
- Ericsson Austria www.ericsson.com
- Hewlett-Packard www.hp.com/at
- Kapsch www.kapsch.net
- Microsoft Österreich www.microsoft.com/austria
- NAVAX Consulting GmbH www.navax.at
- NextiraOne www.nextiraone.at
- SAP Österreich GmbH www.sap.at
- WirtschaftsBlatt Verlag AG www.wirtschaftsblatt.at
- Wirtschaftskammer Österreich www.wko.at
- APA-MultiMedia http://multimedia.apa.at

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Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis:
APA-E-Business-Community
Barbara Rauchwarter
Tel.: +43/1/360 60-5700
mailto:[email protected]
Web: http://ebc.apa.at

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